Vivisector: Beast Within

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Frogster Interactive
Entwickler
Active Gaming
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
18
Vivisector: Beast Within [PC , looki.de]

Gesamtwertung

49%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Vivisector: Beast Within

Kurt Robinson ist ein Navy-Seal, ein richtig beinharter Geselle und eins ist er auch noch: ganz allein, jedenfalls nachdem er und sein Einsatzteam unter einem Vorwand auf die tropische Insel Sorio gerufen wurden und einem Hinterhalt zum Opfer gefallen sind. Da unter anderem auch Kurts ehemalige Flamme zu den Opfern des Angriffs zählt, ganz zu schweigen von seinen Kameraden, kann er den Vorfall selbstverständlich nicht auf sich beruhen lassen und beschließt dem Geheimnis der Insel auf den Grund zu gehen. Denn die Angreifer waren alles andere als normale Raubtiere...

Die Insel ist schon seit Dekaden Schauplatz bizarrer Experimente. Aber wir reden hier nicht etwa über genetische Experimente an Mais, sondern über wilde Tiere, die entweder durch mechanische Implantate verbessert oder gar mit Menschen gekreuzt werden – das Resultat dieser Vivisektionen sind diverse Mischwesen, wie mit Elektrizität geladene Hyänen, Flammen speiende Jaguare oder besonders gefährliche, bis an die Zähne bewaffnete schwarze Wölfe. Diese Mutanten erscheinen sehr oft völlig unterwartet in der Landschaft und greifen in großen Mengen, ohne sichtbare KI-Routinen und von allen Seiten an. Jedes „Aufpoppen“ der Gegner wird durch unsichtbare Trigger ausgelöst. Insbesondere im ersten Drittel des Spiels wird man von den dumpfen Monsteransammlungen ständig überrollt, oft muss man sogar völlig sinnlos mehrmals hintereinander immer wieder die selben Mutanten platt machen – dadurch wirkt das Spiel an vielen Stellen künstlich in die Länge gezogen. Am Ende eines jeden Hauptabschnitts wartet ein Endgegner darauf, eliminiert zu werden. Da auch diese nicht die leiseste Spur einer KI aufweisen, sind sie allesamt ohne größere Probleme zu erledigen.

Herr Ober, eine Prise Spannung bitte!

Der Urheber allen Übels ist der größenwahnsinnige Professor Morhead. Wegen seiner unmenschlichen Experimente auf die abgelegene Insel verbannt, führte er seine Arbeit dort stetig fort – jedoch unter militärischer Aufsicht. Wieso macht er das alles? Was sind die Hintergründe? Wie gelangten die Mutanten ins Freie? An sich interessante Fragen die zum Szenario passen, nur leider wird die Story sehr schleppend und unspektakulär vorangetrieben. Es fehlt an Höhepunkten, der Held bleibt das ganze Spiel über relativ farblos. Da hilft es auch nicht, dass die Geschichte auf dem Roman „Die Insel des Dr. Moreau“ von H. G. Wells basiert. Die Zwischensequenzen laufen in Spielgrafik ab und sind in Englisch gehalten. Spieler, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, müssen mit den teils fehlerhaften deutschen Untertiteln vorlieb nehmen.

Eine Vielzahl an bösartigen Mutanten benötigt als Gegenstück eine Vielzahl an durchschlagkräftigen Waffen. Das war wohl auch das Entwicklungsmotto von Vivisector und so bekam das Spiel ein umfangreiches Knarrenarsenal spendiert. Zu den 16 verfügbaren Waffen gehört unter anderem Standardkost wie die klassische Pistole samt Schrotflinte und Maschinengewehr sowie auch futuristische Wummen wie das Tesla-Gewehr und der Plasmawerfer, die stärkste Waffe im Spiel.

Anfangs hat man teils sehr mit der Genauigkeit der Waffen zu kämpfen, da diese, so scheint es, alles andere außer dem anvisierten Ziel treffen. Außerdem gibt der Held bereits nach relativ wenigen Angriffen den Löffel ab. Hier schafft aber das Erfahrungspunkte-System Abhilfe. Nach jedem bestandenen Abschnitt bekommt man eine bestimmte Anzahl an Punkten gutgeschrieben, die man in eine Verbesserung der vier Charaktereigenschaften Geschwindigkeit, Zielgenauigkeit, Widerstandskraft und Gesundheit investieren kann. So ist man im späteren Spielverlauf auch den härteren Gegner gewachsen.

Ja´ ist denn heut noch 2003?

Beim Anblick der Grafik werden sich Ego-Shooter Fans fragen, ob sie Vivisector nicht zufällig in der Zeit zurückgeschickt hat. Matschige Texturen, teilweise kantige Levels und eine hässliche Vegetation bestimmen das Gesamtbild des Spiels.

Da hat sogar die Engine von Chrome, die mittlerweile schon fast drei Jahre auf dem Buckel hat, ein um Längen besseres visuelles Spielerlebnis auf die Bildschirme geliefert. Einziger Lichtblick sind die sehr schön modellierten, riesigen Bauten sowie zum Teil auch deren Innenräume auf Sorio-Island. Hätte man sich auch mit dem Design der Außenareale soviel Mühe gegeben, wäre letztendlich sicher ein qualitativ besseres Ergebnis erzielt worden. Vivisector bietet übrigens die Möglichkeit, den Gegnern durch Waffenfeuer das Fell samt Haut bis auf die Knochen wegzuschießen.

In der deutschen Version, die von der USK übrigens keine Jugendfreigabe erhalten hat, beschränkt sich dieses Feature nur auf die Mischwesen, menschliche Gegner erleiden keine derartigen Blessuren. Die in der englischen Version vorkommenden Blutlachen- und Spritzer wurden ebenfalls entfernt.

Fazit

Im Großen und Ganzen kann ich meinem Vorredner zustimmen, wobei ich jedoch zusätzlich sagen muss, dass mir der Werdegang des recht umfangreichen Singleplayermodus offensichtlich noch mehr Spaß bereitet hat als Kollege Balazik. Die Story fand ich persönlich sogar an vielen Stellen ziemlich spannend. Dennoch bleibt ein kalter Schauer auf meinem Rücken, wenn ich an die gerade mal durchschnittliche Grafik, die wenig motivierenden Gefechte, das nervende Gegner-'Beaming' sowie den verhauenen Multiplayermodus denke. Mein Tipp: anzocken, dann entscheiden!

Vivisector: Beast Within [PC , looki.de]

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