Gesamtwertung75%/10 |
GrafikSehr gut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungMangelhaft |
Wir schreiben das Jahr 2008, der weltweite Terror hat ungeahnte Ausmaße angenommen und bedroht bis an die Zähne bewaffnet die zivilisierte Welt. Die Weltgemeinschaft merkt, dass man dieser nie dagewesenen Gefahr nur durch einen Schritt Paroli bieten kann und ruft die World Forces ins Leben eine globale Anti-Terror-Einsatztruppe, an der unter anderen auch Deutschland, die USA, Großbritannien und Russland beteiligt sind. Diese hat das Ziel, den weltweiten Terror zu bekämpfen, der sich unter der Organisation des so genannten Ordens ebenfalls zusammengeschlossen hat. Die holde Zweisamkeit stört aber noch der dritte im Bunde: Die chinesische Volksrepublik hat sich kurzerhand von den World Forces abgewandt und beschlossen, ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Dass aus diesem Trio keine Freunde werden, wird wohl jedem klar sein nur wer geht aus diesem globalen Konflikt als Sieger hervor?
Ohne Fleiß, kein Preis
Wer siegt, das liegt allein am Spieler. Denn in War on Terror hat jede der drei Fraktionen ihre eigene Kampagne. Klingt alles wie C&C Generäle? Ist es auf den ersten Blick auch, dennoch bietet das Spiel mehr, als man es von einem 08/15-Klon des großen Genrebruders erwartet. Auf Basisbau müssen eifrige Strategen verzichten, denn ähnlich wie in den Spielen der Panzers-Reihe setzt man sich seine Einsatztruppe vor Anfang einer Mission zusammen. Damit man während eines Auftrags durch unerwartete Verluste nicht auf einmal mit heruntergelassenen Hosen da steht, sind auf allen Karten so genannte Nachschubpunkte verteilt. Werden diese von den eigenen Truppen erobert, so darf man sich über Verstärkung freuen. Je mehr dieser Punkte man eingenommen hat, desto mehr neue Einheiten erhält man bei einer Nachschublieferung auch. Aber was helfen einem drei Infanterie-Batallione, wenn der Feind auf tonnenschwere Panzer setzt?
Richtig, so gut wie gar nichts. Um mit gleichwertigen Mitteln antworten zu können, muss man nicht nur für viele Verstärkungstruppen sorgen, ihre Qualität sollte einen mindestens genauso hohen Stellenwert haben. Hochwertigere Verstärkung erhält man, wenn man möglichst viele Missionspunkte gesammelt hat die werden bei erfolgreicher Erfüllung eines primären oder Bonusmisionsziels dem Spielerkonto gutgeschrieben.
Während der insgesamt 24 Missionen auf allen drei Seiten kommt man als Befehlshaber richtig rum auf dem Globus. Wer nämlich denkt, dass die Terrorbekämpfung auf sandige Areale im Nahen Osten beschränkt ist, der irrt. Neben einigen Standardschauplätzen ist man unter anderem sogar in Berlin, am Branderburger Tor, oder am Pariser Eifelturm unterwegs dann selbstveständlich nicht, um die schöne Aussicht zu genießen, sondern um als Kommandant der World Forces, den Terroristen das Leben schwer zu machen und zwar mit neuester Technik. Was die Truppen der freien Welt in ihrem Arsenal auffahren, gilt als High-End-Maschinerie der beteiligten Staaten: Hierzu zählen modernste Panzer, bestens ausgerüstete Infanterieeinheiten und ebenso agile wie auch durchschlagskräftige Helikopter. Der Orden setzt hingegen auf bewährte Qualität: In seinem Repertoire finden sich unter anderem entschlossene Guerilla-Krieger, hinterhältige Minen-LKWs und die aus Russland gut bekannten, jedoch mittlerweile weiterentwickelten Panzer der T-Serie.
Der Großteil der Ordensvehikel ist überall auf der Welt zusammengeklaut, am besten wird das an den Lufteinheiten sichtbar. Hier bilden unter anderem die US-Amerikanischen Huey und Chinook-Hubschrauber, sowie der russische Hokum-Kampfhelikopter das Rückgrat der Terror-Himmelseinheiten. Die Volksrepublik China setzt größtenteils auf verlässliche Eigenentwicklungen außer den bewährten Panzer- und Infanterieeinheiten aus alten Zeiten verfügen die Chinesen sogar über einen hochmodernen Mikrowellenpanzer, der vor nichts halt macht, egal ob Mensch oder Maschine. In der Luft wird voll und ganz auf gute alte russiche Technik vertraut: Die starken Helikopter der Mi-Reihe stehen ihren amerikanischen Pendants in nichts nach.
Mehr als normal
Etwas ungewohnt, aber dennoch hilfreich sind die zahlreichen Spezialfähigkeiten der Einheiten. Und damit sind nicht nur die Helden gemeint, über die jede Fraktion verfügt. Selbst stinknormale Fußsoldaten besitzen solche Fertigkeiten, auch wenn sie denen der Helden natürlich etwas hinterherhinken Commander Carrington von den World Forces kann beispielsweise eine beliebige feindliche Einheit bekehren. Zu den besonderen Fertigkeiten von Mensch und Maschine gehören unter anderem solche, die die Feuerkraft verstärken können. Bestes Beispiel ist der bereits erwähnte chinesische Mikrowellenpanzer.
Dieser kann per Knopfdruck die Energie seiner Mikrowellenstrahlen kurzzeitig erhöhen und so Gegner effektiver plätten durch die höhere Strahlung wird aber auch er selbst beschädigt. Ungefährlicher ist da die Spezialfähigkeit eines schweren Infanteristen, der eine Verteidigungshaltung annnehmen kann, die seine Angriffstärke um ein Vielfaches erhöht.
Ich bin die KI, ich bin doof!
Die größte Einheitenvielfalt nützt aber nichts, wenn sich die einzelnen Infanteristen und allen voran Vehikel untereinander nicht arrangieren können der mehr als schlampig programmierten künstlichen Intelligenz sei Dank. Nicht nur, dass einzelne feindliche Truppen bei Beschuss einfach untätig dastehen und sich umnieten lassen, nein, nicht einmal nahestehende Gegner merken etwas vom Beschuss und warten einfach seelenruhig ab, bis der Kamerad neben ihnen das Zeitliche gesegnet hat, wodurch sie als nächstes dran sind und selbstverständlich immernoch nichts unternehmen. Ebenfalls ein großes Manko ist die unakzeptable Wegfindung. Ständig verheddern sich sowohl kleinere als auch größere Einheitengruppen ineinander und kommen nicht mehr weiter dann hilft nur mühsames manuelles Herausmanövrieren der betroffenen Truppen. Dieses Problem betrifft kurioserweise sowohl Boden- als auch Lufteinheiten.
Grafisch kann War on Terror vor allem durch seine Detailverliebtheit punkten. Alle Schauplätze wurden, ebenso wie die Einheiten von den Entwicklern mit Liebe zum Detail modelliert und mit passenden Texturen versehen. Die Innenstädte wirken belebt und auf den Vehikeln sind selbst kleine Schrammen oder Rostflecken sichtbar. Gar nicht ins Gesamtbild passt das hässliche Interface, das mit unnötigen Tabellen aufwartet, die darüberhinaus auch noch viel zu viel Platz auf dem Bildschirm einnehmen. Soundtechnisch gibt es nicht viel mehr als Standard-Musikuntermalung zu hören. Unspektakuläre Zwischensequenzen, zahlreiche Clipping-Fehler und eine langweilige Synchronisation runden das letztendlich unter den Erwartungen gebliebene Gesamtbild ab.
Im Multiplayermodus, den man wie gewohnt im Internet oder LAN bestreiten kann, dürfen bis zu acht Spieler in insgesamt fünf Modi (u.a. Deathmatch und King of the Hill) gegen- und miteinander antreten. Wer mit der Zeit keine Freude mehr an den 16 vorhandenen Multiplayer-Maps findet, der bastelt sich kurzerhand selbst eine Karte mit Hilfe des beiliegenden Level-Editors.