Warhammer 40.000 : Fire Warrior

Review
Plattform
PC
Vertrieb
THQ
Entwickler
THQ
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
18
Warhammer 40.000 : Fire Warrior [PC , looki.de]

Gesamtwertung

64%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Warhammer 40.000 : Fire Warrior

Kuju Entertainment hat in Zusammenarbeit mit Games Workshop einen Egoshooter produziert, der erstmals im Warhammer 40.000 Universum angesiedelt ist. Ob sich Warhammer:Fire Warrior als potenzieller Geheimtipp erweist, oder ob die Jungs von Games Wokshop in Zukunft doch lieber ausschließlich unsere fiction.unplugged Sektion mit Rezessionsmaterial beliefern sollten, könnt ihr unserer Review nachlesen....

Wir schreiben das 41. Jahrtausend in den Weiten des Warhammer Universums. Die Imperiale Armee, die Nachkommen der Menschen, bevölkern die meisten Galaxien. Hier und da werden Space Orks oder die angsteinflößenden Chaos Space Marines aufmüpfig, doch alles in allem durchlebt das Imperium eine ausgesprochen ruhige Zeit...fast schon zu ruhig! In diese Idylle passen die Botschaften der Kundschafterteams überhaupt nicht hinein, wonach sich eine völlig neuartige Spezies auf imperialen Außenposten breit macht. Bislang nahm Meyloch Severus diese Warnungen nicht allzu ernst, irgendwelche vertrottelten Orden würden mal wieder gegen die neuerlichen Steuererhöhungen protestieren. Das wird sich schon wieder einrenken dachte er.

Doch seine Taktik schien über den Haufen geworfen, nachdem er am Morgen Bote bekommen hatte, dass die Tau, so wurde diese Rasse genannt, gerissener sei, als man bislang vermutete. Zu allem Überfluss hatten die Tau auch seine Autorität untergraben, in dem sie einen Planeten, der in seinem Einflussgebiet stand, besetzten. Na gut, dann muss ich dieser Sache wohl selbst nachgehen dachte sich der General. Er befehligte einen Orden Space Marines, gentechnisch verbesserter Soldaten, die Basis aufzusuchen, um einen der Anführer der Tau in Gefangenschaft zu nehmen. Zu seinem Entzücken führten seine Untergebenen diesen Befehl planmäßig aus.

So viel zur Vorgeschichte, hier steigt der Spieler ein. Nachdem Ko’vash, der Tau-Geistliche, gefangengenommen und verschleppt worden war, wurde eine Rettungsmission veranlasst. Der Spieler schlüpft in die Haut von Kais, einem jungen und unerfahrenen Feuerkrieger. Diese Feuerkrieger sind die Infanteristen der Tau, allesamt besser ausgerüstet als ihre menschlichen Gegenstücke. In insgesamt 17 Levels gilt es fortan, den schwerbewachten Gefängniskomplex des Imperiums zu stürmen, um Ko’vash aus den Klauen Severus’ zu befreien. Ihr steuert Kais selbstverständlich aus der Egoperspektive, mit dem Mausrad könnt ihr zwischen den Waffen wechseln, wobei es zu beachten gilt, dass immer nur zwei Schießprügel gleichzeitig mitgeführt werden können. Insgesamt wurden 16 verschiedene Waffen integriert, jede mit einem zweiten Feuermodus, der sich allerdings nur unwesentlich vom Ersten unterscheidet. Die Waffen kennt der Table Top Spieler natürlich aus den Hintergrundgeschichten oder von seinen 24mm-Miniaturen. So stampft ihr durch die Missionen, die Finger immer auf der Maustaste und bereit loszuballern. Sofort zu Beginn des Spiels werdet ihr mit dem Spielprinzip von Fire Warrior konfrontiert.

Von vorne kommen Gegner angerannt, es gibt nur einen einzigen Weg, den ihr beschreiten könnt und dort lauern noch viel mehr Gegner, alle bis an die Zähne bewaffnet. „Gut“, denkt ihr euch, „wenigstens muss ich hier nicht lange nach dem Weg suchen!“

Tatsächlich, Einbahnstraßen wohin das Auge blickt. Wenn da doch nur nicht diese nervigen Imperialen wären. Diese sterben zwar nach wenigen Treffern, doch es ist gar nicht so leicht, sie überhaupt zu erwischen. Das haben wir nicht etwa der künstlichen Intelligenz und einem weitentwickelten Sinn nach Deckung zu suchen, zu verdanken, vielmehr ist die ungenaue Zielführung eurer Wummen dafür verantwortlich.

Macht aber nichts, Munition habt ihr eh genug, an jeder Ecke findet ihr Medipacks oder Nachschub an 'blauen Bohnen'. Hier und da wird das Gehirn des Spielers doch ein wenig gefordert – wenn Türen versperrt sind. „Ach wie schön, Schalterrätsel!“, mag der Eine oder Andere jetzt sicher denken. Prinzipiell hat er damit auch recht, doch sind diese Rätsel immer nach dem selben simplen Prinzip gestrickt: Blauer Schlüssel für blaues Tor, roter Schlüssel für rotes Tor.

Diese findet ihr stets bei hochrangigen Soldaten. Die andere Möglichkeit, bei der euer Hirn gefordert wird ist, wenn ihr den unglaublich schnell eingeblendeten Anweisungen am unteren Bildschirmrand Folge leisten wollt. Fast unmöglich. Dumm ist auch, dass nicht an jeder x-beliebigen Stelle im Spiel gespeichert werden kann, sondern an vorgegebenen Punkten wie von Geisterhand automatisch gespeichert wird.

Zugegeben – während ihr durch die Level hetzt, habt ihr durch die Scharen an Gegner soviel zu tun, dass es fast eine Zumutung ist, euch mit einer zweiten Tätigkeit zu fordern. Wer trotzdem mal einen Moment lang die Augen von den Polygonmännchen abgewendet haben sollte, dem dürfte die Gestaltung der Areale aufgefallen sein. Sind schon die Waffen und Figuren detailarm, so strotzen die Texturen an Wänden und Böden nur so vor Einfallslosigkeit. Für Waffen und Charaktere kann sich Kuju Entertainment damit rausreden, dass sie zumindest sehr nah an die Zinnminiaturen rankommen. Das gilt nicht für die Levelgestaltung. Lampen die nicht animiert sind geschweige denn Schatten werfen oder reflektieren, Untergründe, die einfarbig sind und Wände, wo noch nicht einmal Einschüsse Spuren hinterlassen, sind nur einige der hier zu nennenden Schnitzer. Fakt ist auch, dass die verwendete Physikengine nicht ans Limit getrieben wurde. Wie sonst ist es zu erklären, dass alle Gegner gleich umkippen?

Vielleicht sollten wir Kuju Entertainment bei Gelegenheit mal ein Wörterbuch zukommen lassen, wo sie die Begriffe „Synchronisation“ oder „Sprachausgabe“ nachschlagen können. Diese fehlte zu unserem Erstaunen nämlich völlig in den Zwischensequenzen. Das Knattern der futuristischen Gewehre ist dagegen absolut in Ordnung, so in etwa kann man sich die Laute derartiger Waffengattungen vorstellen. Neben dem umfangreichen Singleplayer hat Fire Warrior auch einen Mehrspielermodus anzubieten. ‚Capture the Flag’, ‘Team Deathmatch’ und ‘Deathmatch’ machen einige Stunden Spaß. Wohl auch deswegen, weil ihr hier wenigstens von menschlichen Mitspielern gefordert werdet und sich das Spiel nicht nur auf das Rennen und das Schießen beschränkt.

Fazit

Jaja, der Hintergrund von Warhammer 40.000 wird nur unzureichend integriert, das ist das Erste das negativ festzuhalten ist. Dazu kommt das äußerst plumpe Spielprinzip, das mich des Öfteren in meine frühere Kindheit zurückversetzte, wie ich damals im Urlaub in Spielhallen vor Spielautomaten derartige Spiele mit Wohlwollen gespielt habe. Doch heutzutage bedarf es mehr, als solcher Ballerarien. Die schwammige Grafik geizt mit Details, ich kann nicht speichern, wenn ich das möchte und nach Innovationen suche in Fire Warrior vergebens. Somit bleibt mir nur, allen Spielern vom Kauf abzuraten. Einzige Ausnahme sind Fans von Spielen wie Serious Sam oder Will Rock, die vielleicht Gefallen am Fire Warrior Prinzip finden könnten.

Warhammer 40.000 : Fire Warrior [PC , looki.de]

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