Warhammer 40k: Dawn of War - Dark Crusade

Review
Plattform
PC
Vertrieb
THQ
Entwickler
Relic
Erscheinungsdatum
-
Genre
Strategie
USK
16
Warhammer 40k: Dawn of War - Dark Crusade [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Warhammer 40k: Dawn of War - Dark Crusade

Krieg, Krieg, überall nur Krieg! In den Nachrichten hören wir nichts anderes mehr und auch in Spielen sind fiktive Konflikte meist Vorbereiter einer Geschichte. Dabei zeigte doch gerade Warhammer 40k: Dawn of War im Jahr 2004 wie viel Spaß der Krieg eigentlich machen kann. Ob uns auch das zweite Addon Dark Crusade vom Hocker reißen kann, erfahrt Ihr im Review.

Sieben Freunde sollt Ihr sein, nicht sieben Feinde!

Mit zwei neuen Völkern, den Necrons und der Rasse der Tau, sowie einer frischen und erstmals sogar rundenbasierenden Einzelspielerkampagne ist Dark Crusade auch gleichzeitig das umfangreichste der beiden Addons. Doch bevor wir in unseren Test einsteigen, bieten wir Euch erst einen Überblick über die beiden Neuankömmlinge:

Die Necrons sind ein unvorstellbar altes Volk, erwacht aus einem sechzig Millionen Jahre langen Schlaf, um einmal mehr über die Lebenden herzufallen. Tausende unsterbliche, seelenlose Krieger haben sich aus staubigen Stasiskammern erhoben, um die wuchernden Spezies der Galaxis zu überfallen. Ihre erstaunliche Technologie war bereits allen ihren Zeitgenossen überlegen, bevor die Eldar, die als das älteste aller Völker betrachtet wurden, überhaupt entstanden waren. Obwohl das Imperium der Menschheit erst seit Kurzem das Auftauchen der Necrons bemerkt hat, labten sich ihre monströsen Götter bereits an den Sternen, bevor die Planeten selbst entstanden.

Sie waren einst ein stolzes Volk, dessen Imperium zahllose Sterne überspannte, doch heute existieren die Necrons nur noch, um ihren allmächtigen Herren zu dienen, und sind untrennbar an den bösartigen Willen der uralten Gottheiten gebunden, die ihnen die Unsterblichkeit gebracht haben. An der Spitze ihrer Streitkräfte stehen die Necronlords, deren zerrissene Umhänge in einem unirdischen Wind flattern, während sie ihre skelettartigen Krieger in absoluter Stille vorwärts drängen.

An ihrer Seite marschieren die mysteriösen Monstrositäten und Kriegsmaschinen ihres Volkes, manche schnell wie der Wind und absolut tödlich, andere so langsam und unausweichlich wie der Tod selbst. Die Spezialität der Necrons sind Überraschungsangriffe, bei denen sie ohne Warnung zuschlagen, ihre Opfer abschlachten und verschwinden, ohne Spuren zu hinterlassen. Der Sinn dieser Angriffe ist unbekannt, aber ihre absolute und vernichtende Effizienz ist nicht zu leugnen.

Die Necrons haben keinerlei Beziehungen zu anderen Völkern. Für die Necrons ist jede andere Population nur ein weiteres Ziel, das auf den Befehl ihrer Meister geerntet wird. Für ihre Götter sind andere Völker wie zum Beispiel die Menschheit Spielzeug, im besten Fall vielleicht noch Schachfiguren in ihren vernichtenden Kriegen, im schlimmsten Fall Schlachtvieh, um ihren unstillbaren Hunger zu löschen. Die Bedrohung der Necrons wächst mit jedem Jahr und wird bald katastrophale Ausmaße erreichen. Das könnte den Untergang für die Menschheit bedeuten, denn das Herz der Necronbedrohung ruht wie ein Geschwür im Inneren der Menschheit selbst.

Die Tau andererseits glauben, dass ihr Volk und ihr Sternenreich allen Einigkeit bringen wird und ihre Zeit nun gekommen ist. Es gibt keinen Feind, den ihre Technologie nicht überwinden, kein Rätsel, welches nicht von ihrer Wissenschaft gelöst werden kann. Die Sterne selbst werden sie für das höhere Wohl umformen.Sie sind ein junges und dynamisches Volk mit weit fortgeschrittener Technologie, das ein Gebiet nahe des östlichen Spiralarmes besiedelt.

Während ihrer zweitausend Jahre kurzen Geschichte ist ihr junges Imperium rapide gewachsen und dabei auch auf alle älteren Völker der Galaxis gestoßen. Nach galaktischen Maßstäben ist ihr Reich verhältnismäßig klein. Es umfasst eine Gruppe nahe beieinander liegender Sterne, wodurch die Tau es durchreisen können ohne den gefährlichen Weg durch den Warpraum nehmen zu müssen. Das Imperium der Tau schließt außerdem mehrere außerirdische Völker ein, die auf diplomatischem Wege eingegliedert oder durch Handelsverträge zu Alliierten wurden.

Action ohne Reue!

Nach der spektakulären Introsequenz verschlägt es uns erst einmal ins Hauptmenü. Neben der bereits erwähnten Kampagne haben wir noch den üblichen Skirmisch- sowie den Mehrspielermodus zur Auswahl. Doch widmen wir uns dem Einzelspielermodus. Dieser verläuft nicht wie in Winter Assault oder im Hauptprogramm anhand von festen Missionen, sondern auf einer zugegebenermaßen recht kleinen Karte des hart umkämpften Planeten Kronus, auf der alle Völker ihren eigenen Platz haben und sich wie auf einem Schachbrett hin- und her bewegen können. Einerseits gibt das dem Spieler die Möglichkeit, auch ohne Hauptprogramm – Dark Crusade ist immerhin ein Standalone-Addon – mit allen Völker der vergangenen Teile in die Schlacht zu ziehen, andererseits gibt es dadurch aber auch keine durchgehende Story mehr. Lediglich kurze Rendersequenzen informieren Euch über die ausgewählte Rasse und den Werdegang der Geschichte.

So bahnt man sich auf der Karte seinen Weg auf dem Planeten. Die Züge der computergesteuerten Mitspieler erfolgen automatisch, nachdem wir weitergezogen sind, danach sind wir wieder an der Reihe. Und schließlich kommt es wie es kommen muss, unser gewähltes Volk steht dem ersten Feind gegenüber. Ab hier geht Dark Crusade wieder altbekannte Wege: in Echtzeitschlachten setzt man sich ganz Dawn of War-typisch mit seinem jeweiligen Gegner auseinander, an der Steuerung oder am Interface hat sich übrigens nichts geändert. Hierbei beließ man es glücklicherweise beim Alten. Hat man die Mission, die übrigens im optimalen Fall mit der kompletten Vernichtung des Gegnerpostens endet, geschafft, geht es wieder zurück auf die Weltkarte. Als Motivationsbonus dürften hier vor allem die Gelder dienen, die hart erkämpfte – immerhin ist die Gegner-KI recht clever – Landstriche an Euer Reich abwerfen.

Mithilfe dieser werden Truppenunterstützungen gekauft, zudem können Helden Upgrades erhalten. Auf lange Sicht bieten die ganzen Boni jedoch zu wenig Abwechslung, zudem fehlt eine spannende Geschichte, die das Warhammer-Universum eigentlich verdient hätte.

Die Freuden des integralen Nationalismus...

Die beiden neuen Rassen integrieren sich hingegen perfekt in die Reihe der kriegstreibenden Völker, spielen sich doch ganz und gar unterschiedlich. Während der Hunger der Necrons nach immer mehr Energie extrem hoch ausfällt, ist jedoch die Kampfstärke der Alienrasse nicht zu unterschätzen: Neben Stealth-Einheiten schicken die fiesen Außerirdischen auch noch Nahkampfeinheiten in die Schlacht, die sich an einem beliebigen Punkt der Karte wieder ausbuddeln. Die Tau hingegen gehen taktischer vor und greifen lieber aus der Distanz an oder lassen das Gebiet gleich mit bis an die Zähne bewaffneten Gleitern ordentlich „durchkneten“. Ärgerlich: Wer kein Dawn of War sein Eigen nennen kann, muss sich in den Multiplayerschlachten einzig und allein mit den Tau und den Necrons zufrieden geben, obwohl zumindest in der Kampagne alle sieben Völker spielbar sind. Warum das so ist, bleibt uns ein Rätsel.

Grafisch befindet sich Dark Crusade auf dem Stand von Dawn of War aus dem Jahr 2004. Glücklicherweise begeisterte das Hauptprogramm damals mit ansehnlichen Effekten, überzeugenden Animationen und detaillierten Einheiten und Bauten. Dark Crusade hat diese Stärken geerbt, wirkt aber trotz teilweise erweiterter Explosionseffekte etwas angestaubt, wobei daran vor allem die mehr als tristen Landschaften einen wesentlichen Anteil tragen.

Absolut nichts zu mosern gibt es beim Sound: Schon wenn wir das Hauptmenü betreten, empfängt uns ein herrlicher orchestraler Soundtrack, der auch immer mal wieder im Spiel Verwendung findet. Und zu den Soundeffekten muss man wohl nach Dawn of War und Winter Assault nicht mehr allzu viel sagen: Diese Effekte sind einfach der Wahnsinn und unterstützen die Kriegsatmosphäre mit bombastisch klingenden Explosionen und ratternden Maschinengewehren perfekt. Die Sprecher der uns vorliegenden englischen Version des Titels waren zudem gut gewählt, das deutsche Pendant erhält eine eigene Synchronisation.

Fazit

Dark Crusade ist ganz klar das bessere der beiden Dawn of War-Addons: Während Winter Assault lediglich eine neue Rasse – die imperiale Garde – und nur Detailverbesserungen mit sich brachte, krempelt Dark Crusade gleich einmal die ganze Einzelspielerkampagne um und bietet nun rundenbasierte Schlachten. Von mir aus gerne, zumal die Gefechte viel Spaß machen und durch Upgrades und Boni zumindest für eine Weile motivieren.

Unerklärlich ist allerdings, wieso die Entwickler dem Spiel keine richtige Story gönnen: Dass der Konflikt der vielen Rassen genug Potenzial besitzt, beweisen zahlreiche Bücher zum Thema. So wurde zumindest die nötige Portion Dramatik verschenkt. Und auch von der Grafik-Engine sollten sich die Entwickler bald verabschieden, bis zum nächsten Dawn of War-Teil vergeht sicherlich noch einige Zeit. Alles in allem ist Dark Crusade aber ein hervorragendes Addon zu einem klasse Hauptprogramm.

Warhammer 40k: Dawn of War - Dark Crusade [PC , Justgamers]

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