Gesamtwertung83%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Das Warhammer-Universum ist vielfältiger als gedacht. Wer bei dem Namen Hightech-Soldaten mit hypermodernen Waffen im Kopf hat, der liegt ebenso richtig, wie derjenige, der an Orks, Goblins oder liebliche Elfen denken mag. Letztere spielen auch im neusten Abenteuer Warhammer Mark of Chaos eine Rolle. Ob das viel genutzte Setting immer noch Spaß macht und was das Besondere an dem Titel ist, verrät euch unser Warhammer Test.
Chaos kontra Imperium
Und wieder einmal führt uns ein Abenteuer in das Warhammer-Universum. Dabei ist die Geschichte rund um Mark of Chaos recht knapp zusammen zu fassen. Die Armeen des Chaos sammeln sich unter ihrem starken Anführer und versuchen, die Menschheit zu versklaven. Dagegen an treten die Kämpfer des Imperiums, also der guten Seite. Die Schlachten wogen hin und her und es zeichnet sich kein wirklicher Sieger ab. In genau dieses Kampfgetümmel hinein werdet ihr versetzt. Getragen von einer epischen Geschichte und einer einmaligen Inszenierung, fühlt man sich als Spieler wirklich mitten im Geschehen, statt am Rande des Schlachtfeldes. Doch der Reihe nach.
Kurz und knapp
Mit dieser Überschrift ist jedoch nicht der Spielumfang gemeint. Vielmehr der Weg ins Spielgeschehen, der über ein eindrucksvoll gemachtes Tutorial ins eigentliche Spiel führt, sowie der direkte Kampf im Singleplayer Part. Denn wo andere Titel den Spieler mit komplexer Basenbauerei und Rohstoffsammelei eher ermüden, setzt Warhammer: Mark of Chaos unmittelbar ab der ersten Sekunde auf kompromisslose Action.
Was so manchen Hobby-Bösewicht wieder einmal freuen dürfte ist die Tatsache, dass ihr nicht nur die gute Seite spielen müsst. Vielmehr dürft ihr auch als Armee des Chaos die Schlachtfelder unsicher machen. Eine weitere nette Idee der Entwickler ist die Vorbereitungsphase vor dem eigentlichen und unmittelbaren Kampfgeschehen. Hier könnt ihr eure Einheiten schon einmal in Position bringen, bevor es mit der Echtzeitaction losgeht. Sehr nette Idee und gut umgesetzt. Diese taktische Option gilt im Übrigen sowohl für den Einzelspieler, als auch für den Mehrspielerpart.
Wer nun der Meinung ist, er könne nach der Aufstellung seiner Truppen wie Rambo über das virtuelle Schlachtfeld metzeln, der wird schnell eines Besseren belehrt. Denn die taktische Komponente ist bei Warhammer: Mark of Chaos das A und O.
Ohne Taktik geht fast gar nichts. Die Wahl eurer Gruppenformation ist beispielsweise ähnlich wie bei der Total War Reihe - von entscheidender Bedeutung. Je nach Variation, erreicht ihr schneller euren nächsten Zielpunkt oder kämpft effektiver. Jede Formation hat ihre Stärken und Schwächen, die es sinnvoll auszuloten gilt. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt ist die Moral der Truppeneinheiten. Diese sollte stets in einem gewissen Rahmen gehalten werden, damit sich eure Mannen mit Tempo und Elan in die Schlachten stürzen.
Anderenfalls könnte ein eben noch erhoffter Sieg in wenigen Augenblicken in eine vernichtende Niederlage münden. Um dem zu entgehen, könnt ihr auch jederzeit das Terrain zu euren Gunsten nutzen. Deckung heißt hier einmal mehr das Stichwort. Leider müsst ihr oft die Einheitengruppen in Deckung ziehen. Eine exzellente KI, wie in den Genre-Toptiteln, bekommt ihr nicht geboten. Aber auch keine strunzdummen Weggefährten. Bei den Gegnern sieht es da ab und zu anders aus. Hier schwankt die künstliche Intelligenz doch ziemlich. Ein wenig Kritik muss Warhammer: Mark of Chaos auch in Sachen Kamera hinnehmen.
Denn das Drehen oder Kippen der Ansicht ist leider nur mit der ALT-Taste möglich, was sich im Eifer eines Kampfes als sehr umständlich erweist. Da außerdem oft Berge oder Mauern die Sicht auf die Einheiten verdecken, muss man auch noch recht häufig vom Drehen der Ansicht Gebrauch machen.
Viel Feind, viel Ehr?
Damit die Kampagne aber auch stundenlang motivieren kann, muss das Missionsdesign stimmen. Dieses ist recht wechselhaft. Oft eskortiert ihr eine Person oder beschützt eine Kanone, um einige Zeit später einen Hügel zu erobern. Das ist zwar recht nett in Szene gesetzt, aber nicht wirklicht etwas Neues. Nach einem Scharmützel geht es auf die Strategiekarte. Hier werden Truppen rekrutiert, Soldaten mit einem Upgrade ausgestattet und neue Waffen, Items und Tränke für eure Helden erworben. Bezahlt wird mit Gold, welches es zum einen auf dem Feld der Ehre, zum anderen für gewonnene Missionen gibt.
Eure Helden haben natürlich die üblichen Spezialfähigkeiten, welche sich auf drei Kategorien verteilen. Angriff, Kommando und Duell werden durch häufigen Gebrauch trainiert. Des Weiteren gibt es vier unterschiedliche Fraktionen. Neben dem Imperium und der Chaos-Armee, gibt es noch die Hochelfen und die Skaven. Jede Partei verfügt über individuelle Stärken und dazu die entsprechenden Helden.
Schick aber nicht topp
Damit die Schlachten auch glaubwürdig herüber gebracht werden, braucht es eine ordentliche Präsentation. Und diese kann Warhammer: Mark of Chaos größtenteils bieten. Vor allem die detaillierte Spielwelt und die Moves und Zaubersprüche wurden ansprechend in Szene gesetzt. Auch die Animationen wirken glaubwürdig und bis auf gelegentliche Ruckler läuft das Geschehen weitestgehend flüssig ab. Einige Zwischensequenzen hingegen sind weniger ansehnlich gelungen, was den optischen Gesamteindruck zwar etwas schmälert, doch nicht wirklich als ein dickes Minus verbucht werden muss.
Und auch die Soundkulisse weiß zu gefallen. Die kräftigen Stimmen der Chaoskrieger lässt vor allem in Dolby 5.1 das Herz der Spieler höher schlagen und erinnert stellenweise an den Herrn der Ringe. Auch der Klangteppich ist situationsabhängig gut eingebaut worden. Sieht man von den sich wiederholenden Phrasen der Soldaten einmal ab, gibt es nichts am Sound zu kritisieren.