Warhammer: Mark of Chaos - Battle March

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Deep Silver
Entwickler
Black Hole Games
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
-
Warhammer: Mark of Chaos - Battle March [PC , looki.de]

Gesamtwertung

80%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Gut

Warhammer: Mark of Chaos - Battle March

“Argh, daz Addonz kommt viel zu spät, Bozz. Waz ham die Entwicklaz sich nur dabei gedacht?“ So oder so ähnlich könnte sich wohl ein Dialog zwischen einem Ork und seinem Boss abspielen, wenn beide daran denken, wie lange sie doch auf einen Auftritt bei Warhammer: Mark of Chaos warten mussten. Ganze eineinhalb Jahre sind ins Land gegangen, bis mit Battle March das erste Erweiterungspack erschienen ist. In unserem Review erklären wir Euch, ob die Zeit alle Wunden heilt oder man vergebens so lange warten musste.

Ausgelatscher Kriegsmarsch?

Gehen wir doch gleich ans Eingemachte: Zu den bereits bekannten Imperium- und Chaoshorden-Kampagnen gesellt sich bei Battle March die drei Kapitel umfassende Orks-Kampagne hinzu. Na gut, Orks alleine wären ja fast schon geizig, selbst für ein Addon. Im Verlaufe der Handlung habt Ihr zudem noch im kooperativen Verbund mit den Goblins zu tun, darüber hinaus gesellen sich die Dunkelelfen als zweite Rasse hinzu. Kontrolle über Letzere könnt Ihr nur im Mehrspielermodus sowie hier und da in der Orks-Kampagne übernehmen.

An dieser Stelle hätten wir uns lieber eine eigenständige Geschichte gewünscht. In Battle March werden stattdessen die Storylines der Orks/Goblins und Dunkelelfen in einen bunten Topf geworfen und scheinbar willkürlich durcheinander gewürfelt.

Denn mit den Imperium-/Chaos-Kampagnen hat die neue Erzählung nur leidlich wenig gemeinsam, obwohl noch am Ende von Mark of Chaos das Herannahen der Orks angedeutet wird.

Ebenfalls schade: Neue Inhalte für die bereits bekannten Missionspakete sucht man bei Battle March leider vergebens. “Gnarf, daz hätte man bezzer machen können, Bozz!“ Am Gameplay hat sich derweil nichts geändert – aber das war ja schon im Hauptprogramm nicht von schlechten Eltern.

Ohne Basenbau offenbart sich der Titel als reinrassige Echtzeit-Strategie, spielt sich dabei aber dankbarerweise ähnlich wie die Dawn of War-Spiele aus dem gleichen Universum. Ihr befehligt – in diesem Fall – Orks in üblicher Strategie-Manier per Maus durch die durchaus schicken, aber vorwiegend düsteren Szenarien der Warhammer-Welt.

Taktik steht dabei an erster Stelle, zumal Battle March den ohnehin schon nicht wässrigen Schwierigkeitsgrad des Hauptprogramms noch einmal erhöht. Dabei hätte man aber durchaus etwas auf die Einsteigerfreundlichkeit achten sollen: Die Möglichkeit des freien Speicherns hat sich scheinbar nicht nur auf dem Weg ins Original, sondern auch in Battle March verirrt. Im Klartext heißt das also: Sterben Eure Helden oder könnt Ihr essentielle Missionsziele nicht erfüllen, dürft Ihr den ganzen Auftrag noch einmal von vorne beginnen.

Nicht nur für Anfänger bedeutet das – trotz löblichem Tutorial - in den ersten Minuten Frust in Reinkultur – obwohl sich die künstliche Intelligenz nicht immer von ihrer besten Seite zeigt. Schon in den ersten Spielminuten der Ork-Kampagne geht es in die Vollen: Eure Helden Wazog und Gorbash können zwar mit Spezialfähigkeiten wie Gorks Schmetterschlag mächtig austeilen, müssen aber überleben. Darum gilt es gleich zu Beginn in der zeitlich beliebig langen Aufstellungsphase eine gescheite Formation zu finden. Gut, die stämmigen Helden haben wir fest in die Nahkampfeinheiten der Ork-Boyz integriert, hinzu gesellen an vorderster und hinterster Front je eine Gruppe aus Bogenschützen. Aber schon die erste Kurve im hügeligen Lava-Setting zeigt die Schwächen unserer Aufstellung. Gegen imperiale Schwertkämpfer haben Bogenheinis leider keine Chance.

Schon wieder gefrustet...

Die Folge: Unsere erste Welle wird gnadenlos zerpflügt, hinzu gesellen sich Schwächen in der seitlichen Abwehr durch feindliche Bogenschützen. Menno, Bozz, brauchen bezzere Aufstellung!“ Nachdem wir schnell und schmerzlich gelernt haben, dass wir der KI trotz einiger Macken nicht immer ein Schnippchen schlagen können, empfängt uns ein freundlicher Ladebildschirm...und empfängt uns...und hat uns endlich empfangen. An den Ladezeiten muss man noch mit künftigen Updates feilen, denn selbst mit zwei Gigabyte DDR2-RAM verkommt so ein Screen schon mal zum chronischen Standbild. Doch was meckern wir eigentlich: Wir sind wieder im Gefecht. Die Helden lassen wir nun bewusst etwas weiter hinten, stattdessen dürfen die Ork-Jungz nach vorn, hinzu gesellen sich als Unterstützung die grünhäutigen Bogenschützen.

Gerade in der ersten Kurve der ersten Mission kommt man so am Besten durch. Bekannt ist auch, dass Euch Verlaufe der Handlung neutrale oder demoralisierte Einheiten – bei Letzeren logischerweise feindliche Orks, Goblins und Squigs gegnerischer Clans – zu Euch stoßen. So kommt es vor, dass Wazog und Gorbash nach erfolgreichen Aufträgen mittels Missions-Map schon mal im Camp eines feindlichen Ork/Goblin-Clans auftauchen.

Entweder zieht Ihr den Schwanz ein, oder stellt Euch dem Kampf. Am einfachsten klappt das, indem Ihr Eure Angriffe auf den gegnerischen Helden fokussiert. Liegt dieser tot am Boden, schließen sich die verängstigten Ex-Feinde Euch im weiteren Kampf an. Hierbei müsst Ihr aber aufpassen, im eventuellen „Helden-Duell“ - reines Scharmützel der Helden, andere Einheiten dürfen im angezeigten Radius nicht mitkämpfen - nicht zu verlieren, sonst ist der Auftrag gescheitert.

Damit aber nicht genug: Habt Ihr ein Lager übernommen, kommt es nicht selten zum Angriff dritter Parteien. In einer Mission mussten wir einen Sturm der Imperialisten standhalten: Dazu nehmt Ihr am Besten umliegende Abwehrtürme ein. Hier ist „dank“ der vorwiegend lahmen Marschgeschwindigkeit Multitasking gefragt, da Brandherde an den verschiedensten Stellen entstehen. Wer also kleinere Goblin-Gruppen gegen gut bewaffnete Bihandkämpfer oder Hauptmänner ins Gefecht schickt, kann die kleinen Fieslinge schon mal von der eigenen Aufstellung streichen.

Zeitgleich müsst Ihr aber auch darauf achten, dass Eure Helden nicht das Zeitliche segnen – dank übersichtlichem Interface sollte das aber kein Problem darstellen. Wie eingangs erwähnt, mischen sich hier und da auch mal die Dunkelelfen ins Geschehen ein.

An einer Stelle gilt es als abgesandter Assassine Kaeleth der Fraktion zusammen mit maximal drei weiteren Meuchelmörder-Kollegen eine Festung der imperialen Armee zu sabotieren, um den angreifenden Orks den Weg zu ebnen und somit die finsteren Interessen der Dunkelelfen durchzusetzen. Woher wir das wissen? Die in Spielegrafik gehaltenen Cutscenes haben es uns verraten.

Irgendwie konnten wir uns mit den Schnippseln aber nicht anfreunden: Mag die Optik im Gefecht mit im Wind wiegenden Gräsern, detaillierten sowie teils witzig animierten Charakteren und netten Effekten auch eineinhalb Jahren immer noch überzeugen, lässt sich der Ansatz jedoch nicht auf die Cutscenes übertragen. Denn hier wirkt das Ganze in Verbindung mit der vorwiegend miesen deutschen Synchronisation eher reichlich antiquitiert als interessant.

Aber zurück zu unseren Assassinen: Die bleiben – so jedenfalls der Spieltipp – im Dunkeln unerkannt – tja, in der Theorie. Kaeleth & Co. - genau wie alle anderen Einheiten – haben leider nicht wirklich die beste Wegfindung genossen und tappen des Öfteren doch in hell erleuchteten Bereichen. Die Konsequenz: Wir werden erkannt und müssen kämpfen. Zum Glück leisten unsere Giftpfeile und -tränke gute Dienste, ansonsten wäre der Auftrag unschaffbar. Wem es trotz effektiver Waffen doch mal dreckig geht, darf sich über vereinzelt verstreute Gegenstände freuen.

Im Regelfall sind dies Heil- oder Magietränke, Rüstung oder Waffen. Helden der Ork-Fraktionen haben hier und da sogar das Glück, eine Art zeitlich begrenzten Heilradius für sämtliche Einheiten zu generieren.

Doch auch hier gilt: Perfekte Wegfindung ist etwas anderes. So kommt es häufiger vor, dass, sobald man bestimmte vom Heilzentrum abzieht, um andere dort regenerieren zu lassen, selbige keine Anstalten machen, obwohl der Gesundheitsbalken bereits am Limit ist, während sich andere Einheiten im tiefroten Bereich herumquälen. Dieses Problem haben die Entwickler auch in Battle March immer noch nicht in den Griff bekommen.

An anderer Stelle wäre etwas mehr an neuen Inhalten zu wünschen gewesen: Zwar bereichert das AddOn Mark of Chaos um zwei neue Rassen – MoC kommt mit Imperium, Chaosorden, Skaven, Hochelfen, Orks/Goblins, Dunkelelfen nun auf stolze fünf Fraktionen -, spendiert im gleichen Zug aber gerade einmal eine neue Einheit plus frische Helden – zum Beispiel der skavische Seuchenpriester - für die bekannten Parteien. Selbst für 20,- Euro ist das zu wenig. Genauso wenig haben übrigens die Einheiten zu bieten – und zwar an an Sprüchen. Das ewig gleiche Gebrabbel nervt bereits nach einer halben Stunde.

Glücklicherweise rockt Mark of Chaos: Battle March im Multiplayer per LAN/Online-Verbindung wie gewohnt die Hütte: Vor allem die bereits bekannten und teils in Gemetzel ausufernden Belagerungssschlachten haben es uns mal wieder angetan. Warum es allerdings nur drei Karten dafür gibt, kann uns immer noch keiner sagen.

Als wirklich echte Neuerung präsentiert sich der Weltherrschaftsmodus, ein dem Brettspiel Risiko ähnelndes Spielprinzip, in dem sämtliche Parteien auf einer Weltkarte um die Vorherrschaft ringen und Territorien so schnell wie gewechselt werden wie bei Männern die Unterhosen.

Fazit

Mehr von allem? Tja, denkste: Gerade mal eine neue Kampagne darf ich bei Battle March bestreiten - gut, das sind ausgerechnet die Orks, meine Lieblingsfraktion, aber dennoch kommt mir ein leichtes Unbehagen. Ein paar Einheiten, eine frische Kampagne sowie ein neuer Multiplayermodus sind nach knapp eineinhalb Jahren ehrlich gesagt etwas mager. So böse ich Battle March für die fehlenden Features, die meiner Meinung nach noch unbedingt hätten dabei sein müssen, sein will, so schwer fällt es mir angesichts des nach wie vor hervorragenden, taktischen Gameplays. Habe ich bei Dawn of War nach einer kurzen Zeit noch mit einer Riesenarmee feindliche Stellungen überrannt, muss ich mir diese in Battle March erst mal verdienen. Ein steiniger Weg, der aber dank Upgrades und unbarmherziger Einheiten bis zum Schluss motiviert. Die spaßigen Multiplayergefechte habe ich da noch nicht einmal erwähnt.

Warhammer: Mark of Chaos - Battle March [PC , looki.de]

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