Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Tierfreunde aufgepasst! Mit Wildlife Park 2 schickt der deutsche Publisher Koch Media eine Wirtschaftssimulation, welche gegenüber dem Vorgänger, insbesondere jedoch dem etwas in die Jahre gekommenen Zoo Tycoon 2 aus dem Hause Microsoft, zahlreiche interessante Neuerungen sowie eine schicke Grafik bietet, ins Rennen. Doch ob das Gesamtpaket wirklich an die Konkurrenten herankommt, klärt unser Test.
Rettet die Tiere!
Die 20 enthaltenen Missionen überzeugen durch Abwechslung in Aufbau und Design, sowie durch geschickten Wechsel der Umgebung. Sei es nun die verschneite Schweiz, die Höhen der Rocky Mountains oder die afrikanische Steppe, um nur einige der insgesamt 20 spielbaren Schauplätze zu nennen, so wird der Spieler in jedem Szenario durch unterschiedlichen Aufgaben, die ihm nebenbei einige Funktionen und den Umgang mit der Steuerung erläutern, mehr oder weniger gefordert. Aufgrund der Verbindung von Lernmission und hinreichenden Aufgaben, entfällt ein eigenständiges Tutorial. Dennoch werden auch in späteren Missionen ständig Tipps eingeblendet, um den Spieler beim Erfüllen seiner Ziele zu unterstützen. Dabei gehört die Rettung eines schwedischen Tierparks genauso zum Aufgabenbereich des Spielers, wie die Rettung einiger hungriger Pandas in Japan.
Alles in Allem sind die gestellten Aufgaben jedoch leicht zu erfüllen und relativ simpel gehalten. Erst in späteren Szenarien, in denen die Paarung von Tieren, sowie das Zusammenlegen von Gehegen im Vordergrund stehen, ist logisches Denken gefragt, da ansonsten eine vom Aussterben bedrohte Tierart schnell zu einem Mitternachtssnack für ein Raubtier werden kann. Ein verstellbarer Schwierigkeitsgrad hätte vor allen Dingen in diesem Bereich für etwas mehr Balance sorgen können.
Weiterhin weiß der Modus Freies Spiel, welcher durch viele Einstellungsmöglichkeiten, wie Keine Geldsorgen gekennzeichnet ist, zu überzeugen. Dem Spieler wird somit neben den eigentlichen Szenarien die Möglichkeit geboten, ein zusätzliches Level zu kreieren, welches er nach seinen Wünschen anpasst. Vielleicht ein kleiner Ersatz für die fehlenden Schwierigkeitsgrade wie leicht oder schwer, wer weiß.
Einfache Steuerung und tierische Freiheiten
Die einfache Handhabung des Spiels ist ebenfalls positiv zu bewerten. Geschickt verpacken die Entwickler die zahlreichen Auswahlmöglichkeiten, sowie die Bauelemente in einem übersichtlich gestalteten Menü, das dem aus Die Sims nicht unähnlich ist. An einer Leiste am oberen Bildschirmrand behält man stets den Überblick über die Zufriedenheit der Tiere und Zoobesucher, sowie über das derzeitige Vermögen und das Datum und damit die Jahreszeit. In einem Fenster wird ständig auf Missstände und fehlende Verpflegung der Tiere hingewiesen, damit der Park nicht dauerhaft überwacht werden muss. Mit den Schaltflächen Pause, Start, Schnell und Sehr Schnell lässt sich das Szenario auf Wunsch beschleunigen oder gar ganz anhalten, damit beispielsweise gewisse Jahreszeiten, wie der Winter überbrückt werden können, aber auch Ruhe ins oftmals hektische Spiel gebracht werden kann. Die Tastatur wird im Vergleich zum Vorgänger noch stärker miteinbezogen und wird nicht zuletzt durch die 1st Person Perspektive unverzichtbar.
Mit über 50 Tieren bietet Wildlife Park 2 eine riesige Auswahl an Arten. Grafisch besser animiert und mit natürlichen Bewegungen versehen, wirken sie im Vergleich zum ersten Teil noch realistischer. Auch die Auswahl an Terraformingoptionen, Gehegen, Gegenständen und anderen Gebäuden, wie Imbissbuden, Fotokabinen oder Toiletten, steht der an Tierarten in nichts nach. Hierbei haben die Entwickler besonderes Augenmerk auf die individuelle Entwicklung und Bedürfnisse der Tiere gelegt und stellen mit zahlreichen Trainingsgeräten, Sträuchern oder simplen Steinen eine beachtliche Anzahl an Gegenständen.
Mit beispielsweise dem Arzt, dem Trainer, dem Pfleger oder auch dem Handwerker steht ebenfalls Personal zur Verfügung, welches ganz auf die Tiere und deren Umgebung spezialisiert ist. Das Gelände lässt sich weiterhin absenken, um Platz für ein Wasserbecken zu schaffen, oder ebnen, um optimalen Untergrund zum Bau von Gebäuden und Gehegen zu bieten.
Urwald-Rhythmen unterstreichen die Grafik
Sicherlich bietet Wildlife Park 2 keine herausragende Grafik, betrachtet man beispielsweise die Darstellung einzelner Gebäude in der 1st Person Sicht, jedoch liegt auch hier wieder das Hauptaugenmerk auf den Tieren und ihren Bewegungen. Wohingegen Landschaften, Besucher, welche sich oftmals in Aussehen komplett gleichen, oder auch die angesprochenen Gebäude manchmal etwas kantig wirken, glänzen die Tiere mit natürlichen Bewegungen, auch wenn eine solche hier und da holprig erscheint, realistischem Verhalten und vor allen Dingen mit ihrer Erscheinung. Aufgrund der zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten in Grafik und Sound findet sich für jeden PC, sei es nun Mittelklasse oder High-End die passende Einstellung mit entsprechenden Effekten, wie Schatteneffekte oder Spiegelungen.
Soundtechnisch wird, jedenfalls im Menü, eine passende Untermalung zum Spiel geboten. Während der Missionen plätschert die Musik genüsslich vor sich hin, hinterlässt jedoch keinen bleibenden Eindruck. Auch die Sounds der Tiere, die nur vernommen werden, wenn man die Kamera nah genug an das Tier heranzoomt, sorgen zwar für Realismus, können aber nicht hundertprozentig überzeugen und bleiben unterm Strich nur durchschnittlich.
Trotz des durchschnittlichen Sounds, nicht veränderbarem Schwierigkeitsgrad, sowie einigen kleinen Gameplayfehlern, weiß die Simulation durch einfache und übersichtliche Steuerung und herausragende Freiheiten in Gestaltung und Aufbau des Tierparks zu überzeugen. Sollte jedoch der ein oder andere Gameplayfehler in Bezug auf Nachwuchs bei Meerestieren oder Performanceprobleme sich zu störend auf den Spielfluss auswirken, sei auf das Update 1.03 hingewiesen, welches hier heruntergeladen werden kann.
Alles in Allem ist Wildlife Park 2 sowohl als gelungener Nachfolger, aber auch als gelungene Wirtschaftssimulation für Groß und Klein zu bezeichnen und bietet neben dem Spaß auch einen gewissen Lerneffekt. Durch zahlreiche Informationen zu Tieren, Pflanzen und Ländern erhält man einen Einblick in die Natur: Eine Unterstützung durch die Heinz Sielmann Stiftung und dem Tierpark Hagebeck sind somit nicht verwunderlich.