Gesamtwertung81%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Fangen wir heute doch einmal mit einer kleinen Quizfrage an: Wer kann mir ohne nachzuschlagen, einen deutschen Profi-Billardspieler nennen? Ich warte solange...ich warte immer noch...na? Euch fällt keiner ein?
Macht nichts, ihr seid damit nicht allein. Snooker gehört nämlich nicht gerade zu den Top 10 der beliebtesten Sportarten der Deutschen. Hätte ich die selbe Frage jedoch in Großbritannien gestellt, hätten Millionen von Menschen einen erfolgreich billardspielenden Landsmann nennen können. Dort kommen Liveübertragungen aus verruchten Kneipen, die zwei Männer beim einlochen zeigen, regelmäßig auf, für uns, unvorstellbar hohe Einschaltquoten.
Grund genug für Codemasters, auch dieses Jahr wieder einen neuen Teil ihrer World Championship Snooker-Serie zu veröffentlichen.
Grundsätzliches Ziel beim Snookern ist es, abwechselnd eine rote und eine farbige Kugel im Netz zu versenken, die je nach Farbe unterschiedlich viele Punkte geben. Einmal eingelocht, bleiben die roten Kugeln vom Tisch, die Farbigen werden neu aufgelegt. Sieger ist der Spieler, der am Ende die meisten Punkte auf seinem Konto verbuchen konnte. Eine andere Spielart dagegen ist das 8er-Ball Spiel, bei dem nur rote und gelbe Kugeln eingelocht werden. Dabei muss der Spieler, der die erste Kugel in einer der Seitentaschen versenkt, bei der jeweilig gespielten Farbe bleiben. Hat man alle Kugeln seiner Farbe eingelocht, darf die schwarze Kugel gespielt werden. Sobald sie im Netz der Seitentaschen landet, hat man die Partie gewonnen.
Beim 9er-Ball-Spiel werden die Kugeln den Spielern nicht nach Farbe zugeteilt, sondern ihren Nummern nach angespielt und versenkt. Wer als erster die Kugel mit der Nummer Neun einlocht, gewinnt das Spiel. Der Haken an der Sache ist allerdings, dass zuvor alle acht Kugeln in numerischer Reihefolge vom Tisch gespielt werden müssen.
Für Anfänger, die bisher mit Snooker noch nicht all zuviel am Hut hatten, steht eine sehr ausführliche Regelsammlung für jede Spielart zur Verfügung. Die zusätzlichen Zielhilfen die den Einfallswinkel der Kugeln vor dem Stoß anzeigen, erleichtern einem zudem den Einstieg.
Wahlweise kann man dazu auf einen bereits vorgefertigten lizenzierten Spieler zurückgreifen, oder vom Outfit über das Aussehen bis hin zum Queue sein eigenes Ego erstellen. Damit die Motivation in den unzähligen Partien nicht komplett flöten geht, kann man die gewonnenen Turnierprämien in neue Outfits oder Queues investieren.
Wer auf seinem Weg zum Snookerweltmeister zwischendurch etwas Abwechslung braucht, sollte sich einmal die klassischen Matches ansehen. Was für Boxfans Rumble in the Junge 1974 war, ist für Billiardfreunde die Partie Dennis Taylor gegen Steve Davis 1985, die in die Analen des Snookersports einging. Annähernd 20 Millionen fieberten damals vor den Bildschirmen mit und sahen den knappen 18 zu 17 Sieg von Dennis Taylor. Wer den Ausgang dieser und anderer großen historischer Begegnungen ändern möchte, kann anstatt sich der World Championship zu widmen, auch zuerst alle historischen Matches frei spielen. Die Weltmeisterschaft muss in diesem Fall dann eben etwas warten.
Das kleine Highlight von World Championship Snooker 2004 ist ganz klar der Trickshotmodus. Hier versenkt man mal eben mit Leichtigkeit fünf Bälle mit einem Stoß oder locht über alle vier Banden Kugeln aus den unmöglichsten Positionen ein. Vor jedem Trickshot kann man sich eine genaue Anleitung samt Video anschauen, wo das Ziel des Stoßes und eine kurze Einführung gegeben wird. Ohne dass man sich allerdings mit der Steuerung des Spiels etwas vertraut gemacht hat, gewinnt man bei den Trickshots keinen Blumentopf.
Auch vom Sound sollte man sich snookertypisch nicht allzu viel erhoffen. Hier und da ein Huster und etwas Beifall aus dem Publikum und das Klacken der angespielten Kugeln müssen reichen, um genügend Flair auf den Bildschirm zu zaubern, der den Spieler auch bei längeren Partien bei der Stange hält. Auf Hintergrundmusik wurde nämlich gänzlich verzichtet...
Für Billiardfreunde die nicht nur des Biers wegen öfters einmal mit Freunden die Kugeln über den Tisch schieben, ist WSC 2004 daher auf jeden Fall einen Blick wert. Und selbst an Anfängern, die ein Queue für die Shoppingmeile in Düsseldorf halten, ist noch nicht alles verloren. Der Einstieg ist derart zugänglich, dass man selbst als hoffnungsloser Fall schnell erste Erfolge feiern kann - ich habs schließlich auch geschafft...
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
World Championship Snooker 2004 im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Codemasters?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.