World Fables - Action aus dem Märchenbuch

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Comport Interactive
Entwickler
Comport Interactive
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
12
World Fables - Action aus dem Märchenbuch [PC , looki.de]

Gesamtwertung

64%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

World Fables - Action aus dem Märchenbuch

Es war einmal, vor langer Zeit in einem weit, sehr weit entfernten Land. Dieser Ort bestand aus vier großen, in Frieden miteinander lebenden, Königreichen. In den eisigen Bergen des Nordens regierte Humpty Dumpty das Volk der Eier. Humpty ist durch einen bedauerlichen Unfall, als er von den Burgmauern fiel, leider etwas entstellt, was seiner Regierungstätigkeit allerdings keinen Abbruch tut. Im Osten regiert eine böse Hexe, die jedes Kind und jeden Wanderer, die sich in ihren Wald verirren mit dem Duft von süßem, köstlichen Gebäck zu sich lockt... Der Legende nach kann sie jeden noch so süßen Keks in einen tödlichen Leckerbissen verwandeln. Durch die vielen Beschwörungen von eben diesen hatte sie ihre Künste so perfektioniert, dass sie eine Armee von Lebkuchenmännchen erschuf, welche ihren Willen ohne Widerworte ausführten. Diese Lebkuchenmännchen bevölkern nun den gesamten Wald und haben nichts anderes zu tun, als arme Wanderer mit ihrem süßen Duft quer durch den Wald zu locken und Spielchen mit ihnen zu treiben.

Im Westen lebte Rotkäppchen, welche die Pubertät erfolgreich hinter sich gelassen hat und nun zu einer kessen Biene heran gereift ist. Allerdings verlässt sie sich, im Gegensatz zu den anderen Königreichen, nicht auf die Magie sondern lediglich auf fortgeschrittene Technik, um dem ganzen Hokuspokus damit Einhalt zu gebieten. Als vor einer noch längeren Zeit ein Wolf die Omi von Rotkäppchen verschlungen hatte, wurde sie dermaßen traumatisiert, dass sie sich in einer kalten Winternacht auf einmal in eben diesen Wolf verwandelte und nichts besseres zu tun hatte als ihre gesamte Adoptivfamilie zu verspeisen. Mit der Hilfe von Wissenschaftlern konnte sie in den nächsten Jahren dieses Biest zwar beruhigen, aber auch heute noch benutzt sie diese Fähigkeit, um ihr Volk zu beschützen.

Als letztes Königreich haben sich die Schweine im Süden des Landes unter einem Mantel aus giftigen Gasen und Aasgeiern niedergelassen. Das Land in dem sie leben ist vollgemüllt und bietet keinerlei Ressourcen mehr, denn diese sind alle bereits abgeerntet worden. Da die ersten zwei kleinen Schweinchen von einem Wolf verspeist wurden, übernahm das dritte Schwein die Kontrolle über das Land und versammelte eine Horde anderer Schweine um sich, um den Wölfen und Räubern ordentlich eins auf die Mütze zu geben. Obwohl die Schweine nicht gerade als intelligente Zeitgenossen gelten, haben sie es bisher noch immer geschafft aus dem ganzen Müll eine Waffe zu entwickeln.

Niemand weiß wirklich, wie dieses sagenumwobene Land überhaupt entstanden ist. Doch Geschichten nach zu urteilen gibt es ein Buch in dem alles, vom Anfang bis zum Ende, erzählt wird, und dieses Buch hat auch die Macht alles zu erschaffen und zu zerstören. Obwohl es bisher nie gefunden wurde, ist man sicher, dass das Buch tatsächlich existiert.

Eines Tages tauchten allerdings drei Ziegenbrüder in dem Land auf und zogen auf der Suche nach Nahrung von Osten gen Westen. Da sie allerdings extrem egoistische Ziegen waren, taten sie nichts anderes als alle anderen Kreaturen auszunutzen. Da sich dies schnell herumsprach, wurden die Ziegen von allen ignoriert und niemand wollte etwas mit ihnen zu tun haben. Daraufhin zogen sich die Ziegen sauer in ländlichere Gegenden zurück. Auf ihren Reisen erfuhren die Ziegen etwas von einem Feld, ein Feld grün wie Smaragde und so weit wie das Auge reicht. Da sie unersättlich waren, machten sich die Ziegen auf, um dieses Feld zu finden, welches hinter den dunklen Brücken des Nordens liegt sein sollte.

Nach einer langen Reise fanden sie das Feld und nachdem sie den Wächter des Feldes, einen riesigen Troll, besiegt hatten, machten sie sich gleich daran, das Feld abzugrasen. Beim Fressen machten sie eine unglaubliche Entdeckung.

Sie schafften das, was niemand vor ihnen im Stande war zu vollenden. Sie hatten das Buch des Lebens gefunden. Da sie sich der Macht des Buches bewusst waren, wollten sie sich rächen. Rächen an allen, welche sie gemieden hatten. Diese Aufgabe verbanden sie mit dem für sie wichtigsten Gedanken: Ihren Hunger stillen. Also verwandelten sie die gesamte Welt in eine Graslandschaft voller schmackhafter Wiesen und Bäume.

Dass die Ziegen das Buch des Lebens gefunden hatten, sprach sich recht schnell herum. Und so war es nicht verwunderlich, dass jedes der vier Königreiche seine Armeen aufbot, um sich auf die Jagd nach dem Buch zu machen…

Bisher wurde nahezu jedes Zeitalter, jede Epoche der Menschheit und jede wichtige Schlacht in einem Echtzeitstrategiespiel behandelt. Das Spiel Warcraft III bildet eine von wenigen Ausnahmen. Doch nun bekommt es endlich Gesellschaft im Land der Magie und Fabelwesen.

Zwar nicht ganz ernst gemeint und auch nicht wirklich konkurrenzfähig, aber es gibt sie. Und diesmal kommt sie von keinem anderen als den Helden und Figuren unserer Kindheit. Von den Gebrüder Grimm auf Drogen, quasi. Aus dem Märchenland!

Vor dem Beginn eurer Kampagne habt ihr die Qual der Wahl und müsst euch für eine der vier Armeen entscheiden. Ihr habt die Wahl zwischen den leckeren Lebkuchenmännchen, den hart und weich gekochten Eiern des Humpty Dumpty, den stinkenden Schweinchen und den Anhängern des kessen Rotkäppchens. Wobei jedes Volk seine Vor- und Nachteile mit sich bringt.

Nach der Wahl des Volks müsst ihr euch für einen von drei Helden entscheiden. Ähnlich wie bei Warcraft III spielen die Helden eine wichtige Rolle im Kampf, denn sie besitzen wichtige magische Fähigkeiten und unterstützen eure tapferen Recken aus der Ferne. Ihr habt in dem Spiel märchentypisch die Wahl zwischen einem Drachen, dem Boogiemann, und einem Golem. Diese unterscheiden sich genretypisch in ihren Fähigkeiten und Zaubersprüchen.

Leider stehen euch für jedes Volk die gleichen Helden zur Verfügung, was ein bisschen langweilig ist.

Die Steuerung der Figürchen ist denkbar einfach. Das gesamte Spiel wird mit der Maus gesteuert, wobei ihr eure Charaktere mit der linken Maustaste auswählt und diese mit der rechten befehligt. Eure Soldaten haben nur die Funktionen „Bewegen“ und „Angreifen“, Dinge wie die Bildung einer Formation oder das Patrouillieren in einem bestimmten Areal sind leider gänzlich unbekannt. Die Bildung von Formationen hätte dem Spiel allerdings keinen Abbruch getan, denn so bewegen sich eure Soldaten in einem extrem ungeordneten Haufen, da kann bei bis zu 16 möglichen Einheiten pro Auswahl schnell einmal die Übersicht verloren gehen.

Standard Genre-Elemente, leider nichts neues…

Eure Arbeiter haben die Aufgabe die zwei Rohstoffe, Holz und magische Pilze, zu sammeln und neue Gebäude zu errichten, in welchen die Soldaten ausgebildet werden oder Forschung betrieben wird.

Eure Helden hingegen kämpfen eher aus der hinteren Reihe heraus und schlagen mit mächtigen Zaubern auf eure Gegner ein. Auch die Möglichkeit eure Charaktere an der Front zu heilen, darf nicht fehlen. Neben der am Anfang ausgewählten Heldenkreatur habt ihr noch die jeweiligen Anführer eures Königreichs zur Auswahl, um mit ihnen in den Kampf zu ziehen.

Grafisch sieht World Fables dem Spiel Warcraft III sehr ähnlich, so erinnern die Wiesen und Wälder stark an die Landschaft von Warcraft. Allerdings kann sich das Spiel nicht mit dem ungekrönten König des RTS messen, aber das will es anscheinend auch überhaupt nicht.

Die Gebäude und Einheiten sind allesamt liebevoll texturiert, allerdings sehen diese alle zu sehr nach einer Tapete aus, was besonders beim Zoomen auffällt. Die Zoomfunktion hingegen ist gut gemacht, so könnt ihr mit dem Mausrad stufenlos an das Geschehen heran und wieder weg zoomen und so die Schlachten aus nächster Nähe betrachten. Drehen könnt ihr euch hingegen leider nicht.

Auch beim HUD haben sich die Entwickler von E.S.T. Games anscheinend ein bisschen an Warcraft III orientiert. Auf der linken Seite habt ihr die Minikarte, welche euch einen Überblick über die gesamte Karte gibt, in der Mitte werden nähere Informationen, wie Level oder Gesundheit zu euren ausgewählten Charakteren und die Rohstoffmengen angegeben und auf der rechten Seite habt ihr die Möglichkeit, euren Fabelwesen Befehle zu geben.

Sehr schön gelungen ist der flüssige Wechsel zwischen Tag und Nacht. Eine Uhr zeigt euch am oberen Bildschirmrand immer die Tageszeit an, nach welcher sich auch die Sichtweite eurer Einheiten richtet.

Die Welt um eure Schlachten herum ist sehr liebevoll gebaut und mit allerlei Details beglückt worden. Auf der Karte sind immer wieder kleinere Dörfer verteilt, in denen die Bewohner umher laufen und überall fliegen kleine Wesen umher.

Die Musikuntermalung im Spiel ist dem Setting angemessen und recht gut gelungen. Leider kann man das von der Sprachausgabe nicht behaupten, denn die fehlt leider fast vollständig. Alle Dialoge zwischen Kreaturen werden euch in einer simplen Textbox dargestellt.Lediglich wenn ihr eure Einheiten anwählt geben die Kommentare von sich und dies auch noch auf Englisch.

Zwischendurch erheitern eure Einheiten euch mit Sätzen wie „Burn, buuuuurn, Hahahaha“. Eine stimmige Sprachausgabe hätte dem Spiel einiges an Atmosphäre gegeben. Die sonstigen Sounds wie Schlachtgeräusche sind, wie die Musik recht gut, aber nicht überragend. Leider scheint diese Verkaufsversion nicht bugfrei zu sein, so wurde eine geänderte Auflösung nach Beendigung des Spiels nicht übernommen und beim Laden eines Spielstandes beendete das Spiel sich immer wieder von selbst und man findet sich auf dem Desktop wieder, das Weiterspielen wurde so extrem schwierig.

Der Schwierigkeitsgrad ist nicht hoch angesetzt und durch Tutorials wird auch jedem Anfänger das Spiel recht gut nahe gebracht. Allerdings reagieren die Tipps im Tutorial nicht auf bereits ausgeführte Aktionen, so dürft ihr teilweise lange warten, bis der nächste Tipp erscheint. Wir hoffen, dass der Entwickler hier mit einem Patch in naher Zukunft nachbessern wird.

Fazit

Alles in Allem ist World Fables ein humorvolles Spiel, mit einer verrückten Story und einem außergewöhnlichem Setting, verpackt in eine hübschen 3D-Engine. Bei einem empfohlenen Verkaufpreis von 29,99 Euro bekommt der Spieler ein liebevoll gestaltetes Spiel, welches Abwechslung in den Sektor der Echtzeit-Strategie bringt aber mit einigen kleinen Schwächen zu kämpfen hat. Erfahrene Spieler werden an dem Spiel nicht allzu lange Spaß haben, für Anfänger kann es aber eine schöne Abwechslung zu normalen RTS-Spielen sein. Trotz der Story ist es aufgrund des etwas sarkastischem Humor und der Schlachten allerdings nichts für kleine Kinder. Hoffen wir, dass die letzten Bugs in naher Zukunft mit einem Patch ausgebessert werden.

World Fables - Action aus dem Märchenbuch [PC , looki.de]

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