Gesamtwertung74%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Seit geraumer Zeit versuchen die verschiedensten Publisher Blizzard den Thron des MMORPG-Genres streitig zu machen. Dass das bisher weder qualitativ, noch finanziell funktioniert hat, ist weitläufig bekannt. Woran das liegt ist eigentlich einfach zu erklären. Die meisten wollten einfach auf den Erfolgszug aufspringen, kopierten schlampig vom großen Vorbild und warfen unfertige Produkte auf den Markt, in der Hoffnung einige Abonnenten abwerben zu können. Darunter litten auch durchaus ansehnliche Projekte wie Herr der Ringe Online.
Mischen und sehen, was herauskommt
Die Black Sea Studios haben es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur das beste aus World of Warcraft, sondern auch aus Spielen wie Sacred und Guild Wars heraus zufiltern und diese als optimiertes Paket auf den Markt zu werfen. Damit könnten sie nicht nur WoW-Kunden, sondern auch die wartende Diablo-Gemeinde und all diejenigen, die auf eine Innovation warten für sich gewinnen. Oder aber am Versuch scheitern und die gute Idee in einem Flop enden lassen.
Zumindest die Inszenierung der eigentlich guten Geschichte lässt sich bereits zu Beginn als unfertig bezeichnen. Viel zu schnell rieseln viel zu viele Informationen auf den Spieler ein.
Leider werden wichtige Fragen, die bereits im Intromovie auftreten, etwa Wieso kämpfe ich? Und für wen kämpfe ich überhaupt?, entweder viel zu knapp oder gar nicht geklärt, so dass man den Titel letztlich nur wegen des Spielens daddeln kann. Im Großen und Ganzen spielt WorldShift in einem Endzeit-Szenario.
Drei Rassen kämpfen auf der durch außerirdische Artefakte heruntergekommenen Erde um die Vorherrschaft. Dabei machen sie sich nicht nur selbst zu schaffen, sondern müssen auch den ein oder anderen natürlichen, sprich tierischen, aber mutierten Feind ausschalten. Dabei verfügen Selbige nicht gerade über die beste KI, dadurch, dass sie aber quasi zahllos auf die Armeen des Spielers einströmen, wird jeder Kampf zu einer Herausforderung und kann auch schon einmal eine halbe Stunde in Anspruch nehmen. Gerade die imposanten Bossgegner des RTS sind wunderbar in Szene gesetzt und nur durch taktische Kniffe zu bezwingen.
Ansonsten stützt sich WorldShift logischerweise auf das bekannte Real-Time-Strategy-Gameplay. So sollte man beispielsweise seine Fernschützen immer weit vom Gegner entfernt halten, weil sie sonst schnell fallen. Wiederum sollten die Infanteristen nicht zu weit von den Schützen des Feindes entfernt stehen, um nicht schnell alles zu verlieren und so weiter. Dabei legt der Titel besonderen Wert auf die Spezialfähigkeiten der einzelnen Einheitentypen. Fragt sich nur, wieso um Himmels Willen WorldShift weder ein Tutorial, noch sonstige einführende Erklärungen zu eben diesen bereitstellt. So muss man auf eigene Faust erkennen, welche Einheit und welche Fähigkeit der Kontrapart zu welchem Feindtyp ist. Das mag ja einem Profi nichts ausmachen, Neulinge dürften aber, trotz der einfachen ersten Missionen, im späteren Multiplayer enorme Schwierigkeiten haben, die nötigen taktischen Kniffe erkennen und ausführen zu können. Die fehlenden Instruktionen sind daher ein großer Nachteil des Spiels und in der heutigen Zeit eigentlich auch nicht mehr nachvollziehbar.
Nichtsdestotrotz stellen die Multiplayermodi das Herz des Spiels dar. Dabei kann man zwischen dem netten, aber nicht wirklich glänzenden Deathmatch, das zudem zu oft schon in anderen Titeln besser umgesetzt wurde, und dem Coop-Modus wählen. Letztere bringt Armeen der verschiedenen Spieler zusammen und lässt sie sich durch eine ausreichende Anzahl von Missionen schießen.
Dabei ist vor allem bei den angesprochenen Bossgegnern Teamwork und die ein oder andere pfiffige Idee Pflicht, jeder muss seine Stärken nutzen, ansonsten ist schnell Sense. Das Spielprinzip ist unverbraucht und macht auch eine ganze Zeit lang Spaß, auch wenn das Gameplay nicht gefeit von Schlampigkeitsfehlern ist. So stimmt die Kollisionsabfrage nicht immer, teilweise werden Wegpunkte falsch berechnet, was vor allem bei Schleichmissionen mit wenigen Einheiten sehr hinderlich sein kann. Das Balancing der drei Rassen ist hingegen ziemlich gut gelungen, genau wie die Verteilung der wertvollen Artefakte, nach siegreichem Abschluss diverser Kämpfe.
##|headline|Grafisch auf überdurchschnittlichem Niveau##
Die Errungenschaften können dann genutzt werden, um die Helden oder einzelne Einheitentypen zu verbessern. So wird der Sammeltrieb recht lang aufrecht erhalten. Wie man sich allerdings vorstellen kann, bietet der Titel nach Beendigung aller Missionen keinen besonders großen Wiederspielwert, was auch durch die fein abgestimmten Schwierigkeitsgrade nicht unbedingt stark verbessert wird.
Grafisch bewegt sich der Titel zwar nicht auf allerhöchstem, aber auf einem anständigen Niveau. Die Entwickler haben es geschafft, eine ansehnliche Spielwelt zu kreieren, die auch auf Mittelklasse-Rechnern gut läuft und das obwohl sich des öfteren knapp 100 Einheiten auf dem Bildschirm bekriegen.
Kleinere Popups und Clippingfehler fallen da wenig ins Gewicht. Einzig die nicht stufenlos zoombare Kamera sorgt für echten Frust. Die Effekte wiederum wissen zu gefallen. So darf man schöne Vulkanausbrüche und nette Wasseranimationen bewundern.
Die Einheiten an sich hätten sich gern stärker von einander unterscheiden können, sind aber dennoch ansehnlich. Was den Sound betrifft, so kann vor allem die deutsche Sprachausgabe überzeugen, die zwar nicht mit prominenten, dafür aber mit guten Synchronsprechern aufwartet. Die Sounds hören sich nicht optimal, aber für das Genre durchschnittlich gut an. Genauso wird musikalisch wenig Abwechslung, dafür ordentliche Kost geboten.
WorldShift im Test.
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