WWE Raw

Review
Plattform
PC
Vertrieb
THQ
Entwickler
JAKKS Pacific Inc.
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
12
WWE Raw [PC , looki.de]

Gesamtwertung

73%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

WWE Raw

Wie es bei einer guten Filmanalyse der Fall sein sollte, möchten wir auch in diesem Test zu aller erst den Titel des Spieles auseinander nehmen und interpretieren. Dieser lautet WWE Raw und sollte bei nicht Hardcorefans für ein leichtes Aufstoßen sorgen. Hieß das nicht früher einmal WWF, also World Wrestling Federation? Hat sich THQ etwa nicht die Mühe gemacht, die offizielle Lizenz zu kaufen? Soviel Skepsis wollen wir dann doch nicht unter die Leute streuen. Ja, THQ hat die offizielle Lizenz gekauft und ja, die WWF wurde in World Wrestling Entertainment umbenannt. Die englische Vokabel 'Raw' bedeutet zu Deutsch 'roh', 'ungekocht' oder 'unzubereitet'. Nachdem wir den einzelnen Vokabeln auf die Spur gerückt sind, setzen wir die Teilstücke zu einem ganzen zusammen: rohe, unzubereitete (Welt) Wrestling Unterhaltung.

Superstar aus der Retorte

Bevor sich der kampfsüchtige Spieler in ein Duell zwischen 2 oder mehr Kontrahenten wagt, sollte er erst einmal einen Blick in die Optionsmenüs werfen. Diese erlauben nämlich einen eigenen Superstar nach Belieben zu erstellen, um dann gleich kräftig mit ihm loslegen zu können. Es gibt mehrere festgeschriebene Menüs, in denen man den Namen, das Geschlecht und das Aussehen des Superstars individuell anpassen kann. Weiterhin kann man eine besondere Fähigkeit einstellen, die dem Protagonisten wie von Geisterhand mehr Stärke, eine gigantische Körpergröße oder ein Gewicht von 300 Pfund verleit. Schlussendlich muss noch die Eingangsequenz für den perfekten Auftritt eingestellt werden und die Art des Kampfes: sowohl auf spezielle Würfe, als auch auf bestimmte kraftvolle Schläge kann sich der Spieler spezialisieren. Nachdem der eigene Superstar erstellt ist, kann man auch schon sofort loslegen; Spieler, die der etwas ungeduldigen Art angehören, können diesen Punkt auch komplett überspringen und sofort mit bekannten Wrestlern spielen.

Die Show beginnt, die Arena glüht

Der Spieler kann sich nun durch das Konsoleninterface klicken, was aber keinesfalls störend ist, sondern eine Atmosphäre der schönen, alten Playstationtitel verströmt. Dort findet er 3 Kampfarten: Exhibition, Title Match und King of the Ring. Der Exhibition Modus ist eher als Trainingsvariante gedacht, denn dort können nur einzelne Kämpfe ausgetragen werden. Man kann sowohl seinen Spieler auswählen, als auch seinen Kontrahenten, was den Einstieg insbesondere für Anfänger erheblich erleichtert. Natürlich kann man zwischen 1 vs. 1 Duellen, Tag Team Kämpfen oder dem allseits bekannten Battle Royal wählen, bevor dann der eigentliche Kampf beginnt.

Der Kampf gestaltet sich zu Anfang einer jeden Spielerkarriere ein wenig komplex. Dazu trägt insbesondere die etwas zu schwammig geratene Steuerung bei, den der Spieler sieht sich gezwungen, wie damals im Kindesalter, richtig Laufen zu lernen und die eigenen Reflexe perfekt zu beherrschen. Wenn dies jedoch getan ist, geht alles wie von selbst.

Jeder Wrestler kann verschiedene Tritte und Schläge ausführen, die den Gegner nach guten Kombinationen schnell auf die Matte schicken. Weiterhin gibt es einige nützliche Moves, die denn Beliebtheitsbalken, der sich unten mittig im Bildebefindet, um ein beträchtliches Maß steigern. Wenn dieser Balken nach einigen Kombinationen aus Schlägen, Tritten und Würfen zu blinken anfängt, kann auch der fieseste aller Würfe ausprobiert werden: Der Finish Move. Dieser gestaltet sich von Wrestler zu Wrestler relativ verschieden und sorgt für einigen Unterhaltungswert. Wer diesen konventionellen Methoden überdrüssig geworden ist, kann auch einfach zu einem der vielen Items greifen und den Kontrahenten zum Beispiel mit einem Stuhl oder einer Stange 'Sterne erblicken' lassen.

Wenn in solcher Weise der erste Titel geholt wird, macht sich doch leichte Enttäuschung breit, denn außer ein paar neuen Items und einer schwachen Zwischensequenz in der Spielgrafik gibt es nicht viel zu sehen. Dafür sind die Eingangssequenzen der Wrestler sehr gut gelungen und wirken authentisch. Ein bisschen ärgerlich sind aber auch die Wiederholungen spektakulärer Moves, die sofort nach der Ausführung erscheinen und einen Teil des Spielerfensters verdecken.

Technische Aspekte – all in one

Die Grafik von WWE Raw präsentiert sich auf den ersten Blick als solide Grundlage eines Spieles ohne wirkliche Konkurrenz. Diese ist zwar weitgehend gut dargestellt, lässt aber dennoch einiges an Detailreichtum vermissen, was auf Konsolen schon längst ein Standard ist. So bestehen die Zuschauer nur aus billigen animierten Bitmaps, die auch schon einmal das ein oder andere Schild mit Schriftzügen hochhalten. Die Wrestler präsentieren sich solide und können sich mit einem guten Wiedererkennungsfaktor auszeichnen. Jedoch gibt es auch hier einen ärgerlichen Punkt, denn bei einem schmerzhaften Schlag verschwimmt das Bild und wird unscharf. Das soll ein stilistisches Mittel sein, nervt den Spieler jedoch zunehmend oder lässt ihn davon ausgehen, dass er vielleicht doch einmal jährlich zum Optiker gehen sollte.

Die Soundeffekte passen wirklich gut zum Spielgeschehen und lassen nichts an knalliger Beschallung vermissen. Es trägt einfach zur guten Atmosphäre bei, wenn man seinen Kontrahenten einmal so richtig vermöbelt hat und dieser nach einer heftigen Kombination berstend auf die Matte knallt. Auch die Zuschauer feuern die Kämpfer unterschiedlich laut an, je nachdem, ob nun einer der Wrestler einen tollen Move macht oder der Kampf in den letzten Sekunden eher langweilig war. Schade, denn auch bei diesem Punkt müssen Abstriche gemacht werden. Die Musik gestaltet sich so ohrenbetäubend und nervend, dass ich die Boxen am liebsten aus dem Fenster werfen möchte. Es mag sein, und davon gehe ich aus, dass Rockmusik ein gegebener Faktor für gutes Wrestling ist. Wenn diese aber schlechtem, grottenschlechtem Techno gleicht, kann nur noch Köpfe schütteln helfen. Schade, wirklich schade.

Fazit

WWE Raw ist auf dem PC, auch wegen mangelnder Konkurrenz, sicherlich das Referenzprodukt für Wrestlingfans. THQ, die in diesem Bereich zum ersten mal fungieren, schaffen dieses Kunststück durch eine gute atmosphärische Dichte und tolle Kämpfe. Natürlich tragen auch die vielen unterschiedlichen Kampfarten ihr restliches dazu bei.

Bei der Grafik müssen leider einige Abstriche gemacht werden, aber trotzdem präsentiert sich diese, ähnlich wie die Soundeffekte, als solider Qualitätsdurchschnitt. Über die Musik möchte ich nicht mehr viele Worte verlieren, ich persönlich bin ganz einfach nicht der Fan von schlechtem Rock und das Spiel hat sicherlich besseres verdient.

Schade eigentlich, dass THQ keinen Mehrspielermodus über Netzwerk eingebaut hat, aber diesem kleinen Manko können mehrere tolle Optionsmöglichkeiten gegenüber stehen. Zum Beispiel kann man sich ja seinen eigenen Superstar erstellen, diesem Verbündete oder Todfeinde zuteilen, oder einen Manager einstellen, der als Stütze im Kampf fungiert.

WWE Raw [PC , looki.de]

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