Gesamtwertung80%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Auf frischer Tat ertappt
Das Leben eines Diebes ist riskant das muss auch Julian Gardner, Protagonist des Spiels, am eigenen Leib erfahren. Zusammen mit seinem Freund Bret wird er beim Diebstahl eines Raumschiffes erwischt und landet deswegen hinter schwedischen Gardinen. Doch Julian hat Glück im Unglück und anscheinend auch die richtigen Gene, die einen begnadeten Piloten ausmachen kein Wunder, sein Vater ist immerhin Kyle Brennen, Held des ersten Teils. Das erkennt auch die Föderation der Argonen; und ehe Julian sich versieht, ist er auch schon wieder mitsamt geschenktem Raumschiff auf freiem Fuß. Ein wahrhaft langes Einführungsvideo fasst diese Geschehnisse zusammen und läutet somit den Beginn der Story ein, deren Verlauf sowohl von der Invasion einer feindlichen Alienrasse namens Khaak, als auch dem Aufspüren des verschollenen Vaters geprägt ist.
Man muss keine Spürnase sein, um schon direkt am Anfang zu merken, dass Entwickler Egosoft bei den Zwischensequenzen geschlampt hat. Alle Charaktere müssen Bauchredner sein, anders lässt es sich nicht erklären, warum die Gespräche nicht lippensynchron ablaufen. Ebenfalls nachlässig wurde bei den Bewegungen gearbeitet, so dass beispielsweise Bret schnell den Kosenamen das Brett bekommt. Diese Unsauberkeiten vermiesen den Spielspaß nicht, allerdings bleibt ein bitterer Beigeschmack.
Für Ein-Familien-Häuser eher ungeeignet, bieten Asteroiden insbesondere Stationen und Fabriken eine neue Heimat
Vom Sträfling zum Millionär
Auf dem Weg zum Millionär im X-Universum werden dem Spieler gleich mehrere Knüppel zwischen die Beine geworfen. Denn die erste Million auf dem Konto ist mindestens genauso schwer verdient wie im realen Leben. Die ersten Stunden des Pilotendaseins nehmen einfache Transportflüge in Anspruch, die dazu dienen, Geld für Ausrüstung oder ein neues Schiff zu verdienen. Zwar wird Julian das ein oder andere Mal während der Story kostenlos ein Raumschiff geschenkt, dessen Effektivität kann aber erst durch Waffen oder andere Upgrades gesteigert werden und davon gibt es auf dem virtuellen Markt ein riesiges Angebot! Ohne diese Aufrüstung könnte selbst ein Fliegerass wie der Rote Baron in den Nussschalen keinen Feind vom Himmel holen.
Aber zum Glück führen gleich mehrere Wege nach Rom. Entweder fliegt man stundenlang einen Frachter von einer Station zur anderen, um billig gekaufte Rohstoffe teuer verkaufen zu können, oder aber eine selbst gekaufte Fabrik stellt hauseigene Produkte her. Zugegeben, die Anschaffung solch einer Fabrik ist nicht umsonst, sorgt allerdings langfristig für grüne Zahlen auf dem Konto.
Egal, welcher Weg einem letztendlich am geeignetsten erscheint, die späteren Missionen der Story können erst nach mühevollen Stunden der Arbeit geschafft werden. Die Vorbereitungen auf das Durchspielen der Story beanspruchen sozusagen mehr Zeit als die Installation, die Einstellung der Optionen und das Spielen von Elite Force 2! So negativ das jetzt auch klingen mag, Geld scheffeln macht trotzdem großen Spaß! Da müssen lästige Piraten daran gehindert werden, die hart erarbeiteten Rohstoffe zu stibitzen, oder die lukrativste Handelsroute muss erst noch gefunden werden. Denn im Gegensatz zu Freelancer bleiben die Preise unterschiedlicher Rohstoffe nicht für immer und ewig gleich, sondern werden von der Nachfrage bestimmt.
Master of the Universe
Nach ungefähr 40 Stunden wird die Endsequenz der Story über den Bildschirm flimmern. Schluss ist aber noch lange nicht! Generell ist das Ende einer Story mit dem Dahinvegetieren der Spielverpackung im Schrank gleichzusetzen, X² dürfte dieses Schicksal erspart bleiben. Gewiefte Manager können ihr Wirtschafts-Imperium weiter ausbauen und eine Armada an Handelsschiffen, die einprogrammierte Handelsrouten abfliegen und eigenständig Rohstoffen ein- und verkaufen, quer durch die Galaxie schicken.
Dank leistungsstarker Engine verbreiten farbenfrohe Effekte gute Stimmung
Wer mehr auf Action steht, dem bleibt es offen, sich eine Privatarmee anzuschaffen und damit entweder die restlichen Welten zu tyrannisieren oder Piratennester auszuheben. Da das Universum aus über 140 Sektoren besteht, werden bis zur wirtschaftlichen oder militärischen Herrschaft erneut viele, sehr viele Stunden vergehen.
Zusätzlich sorgen automatisch generierte Quests für künstlich verlängerten Spielspaß. Positiver Nebeneffekt ist natürlich die Bezahlung, die bei Ausführen dieser Aufträge auf mutige Piloten wartet.
Umständliche Steuerung
Ordentlich Krachen lässt es die Steuerung. Leider handelt es sich dabei nicht um ein gelungenes Feuerwerk, sondern vielmehr um eine Bombe, die inmitten der X-Fangemeinde hochgegangen ist. An der Steuerung der Raumschiffe gibt es nichts zu meckern, umso mehr aber an der Menü-Navigation. Eine präzise Auswahl im Menü-Wirrwarr ist mit Maus nicht denkbar, da ein Mauszeiger schlichtweg nicht vorhanden ist! Folglich ist der Spieler gezwungen, auf die gute alte Tastatur zurückzugreifen und per Pfeiltasten oder Auswendiglernen der Shortcuts den gewünschten Menüpunkt anzuwählen. Keine Sorge, dies ist nicht nur im Hauptmenü notwendig, auch auf Stationen warten genügend Menüs auf Euch.
Die ansehnliche Grafik und der abgesehen von der Synchronisation durchaus gelungene Sound überdecken diesen klaren Minuspunkt jedoch schnell. Je schöner die Grafik ist, desto höher sind allerdings auch die Anforderungen an den PC. Vor allem die dynamischen Schatteneffekte nagen an der Rechenkraft von CPU und Grafikkarte. Wessen Computer jetzt schon etwas schwach auf der Brust ist, wird nicht daran vorbeikommen, die Grafik herunterzuschrauben. Minimalanforderungen sind laut Verpackung 800 Mhz, allerdings sind 1800 Mhz empfehlenswert, wenn man das Spiel in guter Auflösung genießen will.
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X² - Die Bedrohung im Test.
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