Gesamtwertung70%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegMangelhaft |
BedienungGut |
Einmal in die Lüfte steigen und einen Jumbojet fliegen, viele von uns hatten diesen Traum, der spätestens mit dem Flight Simulator von Microsoft in Erfüllung ging. Richtige Profis aber haben für das Redmonder Flugspiel kein müdes Lächeln übrig. Wieso auch, mit X-Plane 8 ist eine Profi-Flugsimulation erschienen, die auch langjährigen Hobbypiloten einiges abverlangt. Was genau, erfahrt ihr in unserem Test.
Bremsen lösen, Landeklappen in Position bringen und vollen Schub geben. So leicht ist der Start eines Flugzeuges. Das ist auch X-Plane 8 der Fall, nur das, was danach kommt ist schon etwas komplexer. Denn ein Flugzeug in der Luft zu halten oder gar zu landen ist eine andere Sache. Dank hohem Realismus ist ein Flug von A nach B auch für Fortgeschrittene und Profis kein Kinderspiel, dafür aber umso herausfordernder. Der achte Teil der bekannten Profi-Flugsimulation von Laminar Research ist eine Herausforderung für jeden anspruchsvollen Piloten und bringt dank zahlreicher Flugzeugtypen genug Abwechslung in den eintönigen Fliegeralltag. Der Vorstellung sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt. Egal ob Hindenburg-Luftschiff, Düsenjäger oder Blackbird-Spionageflugzeug, im Spiel kann man alle Facetten der Luftfahrt ausprobieren. Anders als im Flight Simulator liegt die Grenze des Himmels um einiges höher, was ermöglicht, dass man mit einigen Maschinen bis in die Erdumlaufbahn gelangen kann, um von dort auf nahezu jedem Flugplatz der Erde zu landen.
Wem einfaches Herumfliegen nicht reicht, der kann sich an einem der zahlreichen Szenarien versuchen. Diese ermöglichen dem Spieler unter anderem einen präzisen Landeanflug auf einen Flugzeugträger oder den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre im Spaceshuttle. Apropos Erde, das ist in X-Plane 8 nicht der einzige Planet den man unsicher machen kann. Erstmals darf man auch in der dünnen Atmosphäre des Mars fliegen, natürlich unter realistischen Flugbedingungen die anhand von NASA- Messungen erstellt worden sind. Daher ist es nicht möglich, in einer einmotorigen Cessna die riesigen Marsschluchten zu erkunden sondern nur in speziellen Maschinen wie dem Marsplane.
Auch an Freunde von motorlosen Fuggeräten haben die Entwickler von Laminar Reasearch gedacht. Gleiter kann man wie in Wirklichkeit von einem anderen Flugzeug bis in eine bestimmte Höhe ziehen lassen, um dann die Leine zu lösen und dank realistischer Thermik für lange Zeit in der Luft zu bleiben, bis man den nächstgelegenen Flugplatz anvisiert. Etwas abgefahren und teils unpassend sind die zahlreichen Konzeptflugzeuge und X-Planes, wie z.B. Flugzeuge die zehnfache Schallgeschwindigkeit erreichen oder gar komplett ausgedachte Maschinen aus japanischen Mangas.
X-Plane 8 bietet zahlreiche Funktionen die den Fliegeralltag bereichern. Dazu zählen z.B. Wetter- oder Tageseinstellungen. Erstere kann man dank vieler Optionen so individuell wie nur möglich einstellen, oder sich einfach die aktuellen Wetterdaten aus dem Internet herunterladen. So hat man dann im Spiel das Wetter, das man auch selbst beim Blick aus dem Fenster sieht. Die Tageszeit kann man mit zwei Tasten problemlos ändern, quasi vor- und zurückspulen. Wer Herausforderungen mag, kann ein oder mehrere Systeme im Cockpit zu einer bestimmten Zeit ausfallen lassen, um dann beispielsweise ohne zwei Triebwerke oder in dichtem Nebel ohne Navigationssystem eine Landung zu versuchen.
Wem die enthaltenen Flugzeuge, und die Massen von denen, die man sich aus dem Internet herunterladen kann nicht reichen, der darf selber Hand anlegen und eigene Fluggeräte bauen. Dann aber sollte man ausreichend Zeit, Geduld und vor allem Können mitbringen, denn ein Flugzeug ist nicht in einer Stunde aus dem Ärmel geschüttelt. Das gleiche gilt für den World Editor, in dem man eigene Landschaften und Szenarien erstellen kann. Sollte man es aber doch schaffen ein eigenes Flugzeug zu basteln, kann man es gleich anderen Flugbegeisterten im World Wide Web vorstellen. In der Online-Welt von X-Plane 8 fliegen alle Spieler zusammen, und können außer nur planlos herumzufliegen auch Aufgaben wie z.B. Linienflüge oder gar Rennen erfüllen.
Natürlich macht X-Plane 8 auch Spaß, eine Zeit lang jedenfalls. Besonders im Online-Modus kommt man sich nach und nach, mit wachsender Erfahrung vor wie ein echter Pilot, und die zahlreichen Aufgaben sind ebenfalls interessant. Auch an der Steuerung kann man nicht meckern, allerdings nur wenn man einen Joystick sein Eigen nennt. Mit einer Tastatur als Steuerelement steckt man innerhalb einiger Minuten im nächsten Berg. Das Spiel überwälzt den Spieler mit einer Masse an unnötigen Optionen und ist somit keinesfalls für eben mal einen kurzen Flug geeignet. Hier und bei der Einsteigerfreundlichkeit punktet der direkte Konkurrent, der Microsoft Simulator 2004 eindeutig. Auf der anderen Seite bietet X-Plane mit einigen sinnvollen Features, der Flugzeugvielfalt und der schöneren Grafik einfach mehr fürs Geld, und ist nebenbei auch noch unter Linux und Mac OS spielbar. Fest steht, Einsteiger sollten ganz klar zum Flight Simulator 2004 greifen, anspruchsvolle Flieger mit viel Zeit und Geduld können sich am Profi-Flugsimulator versuchen.
X-Plane 8 im Test.
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