Gesamtwertung83%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Da soll noch einmal jemand behaupten, das deutsche Entwickler nicht mit der Konkurrenz aus dem Ausland mithalten könnten. Was vielleicht vor 5 Jahren noch zutraf, wiederlegten die in Berlin ansässigen Programmierer und Grafiker von Yager Development und belehrten alle Zweifler bereits im Mai diesen Jahres mit ihrem Xbox-Hit Yager, das beeindruckende Grafik, spannendes Missionsdesign und aufwendige Synchronisation auch aus dem kalten Deutschland kommen kann. Wir haben uns die PC Umsetzung angeschaut und uns hinter hinter das Steuer eines Gleiters. geklemmt.
Ende des 21. Jahrunderts existieren keine Nationen mehr in der Form wie wir sie kennen. Die Erde wird von riesigen Konzernen kontrolliert, von denen jeder für sich eigene Interessen verfolgt. Einer dieser Konzerne ist die Proteus Corporation, für die der Freelancer Magnus Tide bereits früher einige Jobs erledigt hatte, bis Piraten ihn bei einem eigentlich harmlosen Lieferauftrag vom Himmel holten und er fortan ohne Schiff da stand. Da Proteus sich weigerte auch nur einen Credit für den Verlust seines Gleiters locker zu machen, kehrte er ihnen den Rücken und tauchte für Jahre unter.
Doch Tide war kein Mann für ein ruhiges Leben, irgendwo am Rand der Handelszone und stand ebenso schnell wie er verschwunden war, wieder vor den Toren von Proteus. Mit im Gepäck hatte er neben seinen gewohnt lockeren Sprüchen die Sagittarius, das modernste Schiff das bis dahin gebaut wurde. Kurzerhand warb Proteus Tide als Freelancer erneut an, in der Hoffnung das seine Erfahrung und sein Schiff die sich häufenden Angriffe von Piraten im Sektor stoppen könnten.
Doch damit nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die weitaus gefährlicher ist, als die anfängliche Hand voll Piraten vermuten lässt...
Das Abenteuer von Yager beginnt im Technikdock der Proteus Corporation. Hier lernt ihr den grundlegenden Umgang mit der Sagittarius, eurem High-Tech Gleiter der euch mit Hilfe seiner fortschrittlichen Technik von nun an bei jedem Kampf zur Seite steht. Das Besondere an diesem futuristischen Gefährt ist die Art, wie es sich fortbewegen lässt. Neben einem gewohnten Jet-Modus, der mächtig Schub nach vorne gibt und besonders bei schnellen Mann gegen Mann-Duellen den eigenen Hintern aus so manch brenzliger Situation retten kann, besitzt die Sagittarius noch einen Hoover-Modus.
In diesem Modus steuert sich euer Schiff verdächtig ähnlich einem Egoshooter. Nach links und rechts Strafen ist ebenso möglich wie auf er Stelle zu schweben, was besonders bei Infiltrationsmissionen oder Scharfschützeneinlagen in den späteren Missionen unerlässlich ist. Der Vorteil der besseren Beweglichkeit im Hoover-Modus wird durch die niedrigere Endgeschwindigkeit allerdings mehr als wett gemacht. Da spätere Missionen den Wechsel zwischen den beiden Antrieben erfordern, sollte man sich bei der Steuerung nicht nur stur auf den Jet- oder den Hoovermodus konzentrieren. Hier gilt die Devise: Die Mischung machts.
Die ersten, der insgesamt 22 Missionen, fangen recht gelassen an. Zum Einschießen müssen außer Kontrolle geratene Frachtschiffe oder vereinzelte Piraten ihren Kopf herhalten.
Doch als im Laufe der Zeit die Angriffe von Piraten immer größere Ausmaße annehmen und sie selbst vor friedlichen Händlern keinen Halt machen, ist es an der Zeit den Dingen auf den Grund zu gehen. Tide findet heraus, das Gunther van Berg, ein Kommandant des DST Konzerns und somit größter Konkurrent der Proteus Corporation, hinter den Angriffswellen steckt. Mehr wird zu Hintergrundgeschichte natürlich nicht verraten.
Nur soviel: der weitere Verlauf der Story wird durch stimmungsvolle Ingamesequenzen und etlichen Stunden Sprachausgabe vorangetrieben. Das Ganze, gepaart mit lockeren Sprüchen und einigen Wendungen unterhalten bis zum Schluss.
Yager entpuppt sich erfreulicherweise nicht als Grafikblender mit langweiligen Mach alles platt-Missionen, welche die Einfallslosigkeit der Entwickler an den Tag legen. Vielmehr verbirgt sich hinter den über 20 Missionen durchdachte Aktionkost, die abwechslungsreicher kaum sein könnte. Neben den üblichen Dogfights mit Piraten gilt es gegnerische Basen zu infiltrieren, feindliche Stellungen zu sabotieren oder Freunde zu eskortieren.
Zudem lockern zahlreiche Minimissionen wie Tontauben schießen, Wettfliegen oder kleine Bereinigungsaktionen im Auftrag von verängstigten Ladenbesitzern das Spielgeschehen auf. Hier winken ab und an nette Upgrades für euer Schiff die den hohen Schwierigkeitsgrad etwas erträglicher machen.
Die Konsolenherkunft kann Yager vor allem in Hinblick auf das Speichersystem nicht leugnen. Konsolentypisch steht kein Quicksave zur Verfügung, was gerade bei den zum Teil sehr langen Missionen selbst geübten Spielern den ein oder anderen Frustmoment erspart hätte. So muss man sich mit der Autosave-Fuktion zufrieden geben, die automatisch an bestimmten Missionabschnitten und vor jeder neuen Mission speichert.
Der hohe Schwierigkeitsgrad kommt nicht zuletzt durch die zum Teil nur unzureichend erklärten Missionsziele und der fehlenden Lock On-Funktion zustande.
Grafisch stellt Yager momentan jedes erhältliche Actionspiel in den Schatten. Wer den nötigen Rechnern sein Eigen nennt, den erwarten Grafikeffekte der neusten Generation. Realistische Spiegelungen, das bis dato schönste Wasser in einem Spiel, bombastische Explosionen und über 30 verschiedene, bis ins kleinste Detail designte Raumschiffe.
Im Vergleich zur ohnehin schon referenzverdächtigen Xbox Grafik, haben zudem die Texturen noch einmal an Schärfe zugelegt. Einziger Schwachpunkt ist die leblos designte Umgebung, auf deren dicht bewaldeten Oberfläche sich kein Grashalm im Wind wiegt oder gar Menschen den Boden unsicher machen. Nichtsdestotrotz überwiegen die Momente an denen der Kiefer nach unten klappt sodass die Grafik trotz der kleinen Schwächen dennoch auf ganzer Linie überzeugen kann.
Der Sound, der auf der Xbox sogar in Echzeit Dolby Digital decordiert aus den Boxen schallt, weiß auch auf dem PC seine Stärken auszuspielen. Eine professionell gesprochene Sprachausgabe mit mehr als 10 Stunden an Dialogen, glasklare Effekte und stimmungsvolle Hintergrundmusik tragen einen Großteil zur dichten Atmosphäre des Spiel bei. Besitzer eines 5.1 Surroundsystems kommen trotz fehlender echter Dolby Digital 5.1 Unterstützung aufgrund des vorhandenen Mehrkanaltons dennoch auf ihre Kosten.
Die Steuerung von Yager hinterlässt bei mir einen zwiegespaltenen Eindruck. Während sich das Spiel mit einen Gamepad XBox typisch ohne Probleme schon nach kurzer Zeit einfach und genau steuern lässt, ist die Maussteuerung in meinen Augen schier unbrauchbar. Bei normaler Maussensibilität reagiert die Steuerung anfangs kaum um danach wild zappelnd über den Bildschirm zu Hüpfen. Stellt man die Sensibilität dagegen herunter steuert sich die Sagittarius wie ein Raumfrachter mit Triebwerksschaden.
Die optimale Einstellung zu finden ist dabei ein Ding der Unmöglichkeit. Wahre Jetpiloten greifen daher auf Joystick oder noch besser auf ein Gamepad zurück.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Yager im Test.
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