Ghost Recon Advanced Warfighter
2013: Nach einem Aufstand im Herzen Mexico Citys entsendet die amerikanische Armee ihr Eliteeinheit, die Ghosts, in den Süden Nordamerikas. Im Konfliktherd angekommen, sind die wenigen US-Soldaten in der absoluten Minderheit, jedoch durch das IWS, dem Integrated Warfighter System, mit der neusten Wehrtechnik ausgerüstet und daher der schwierigen Aufgabe, die Kontrolle über die Stadt zurück zu gewinnen, gewachsen.
Die Einführung des auf dem neusten Stand der Militärforschung basierenden IWS, das aus fortschrittlichen Waffensystemen, Satellitenkommunikation und verbesserter Überlebensfähigkeit besteht, erweitert das klassische Ghost Recon um einige Neuheiten, mit denen man sich als Spieler erst einmal genau vertraut machen muss.
So ist es nun möglich, die nähere Umgebung in einer durch Satellitenaufklärung erstellten Übersicht zu beäugen. Wie bei einem der zahllosen Echtzeitstrategiespiele darf man als Truppenführer seine Einheiten aus einer zoom- und scrollbaren Vogelperspektive über die Karte lotsen und unter Umständen mit mehreren Wegpunkten bedenken. Dabei soll es theoretisch möglich sein, selbst fast nie zur Schusswaffe greifen zu müssen. Wer seine Ghosts clever einsetzt, kann somit jede Menge Munition sparen. Doch nicht nur die Mitglieder des Teams lassen sich über das so genannte Cross-Com-Feature bequem befehligen, auch Aufklärungsdrohnen sowie Artillerie- und Luftschläge lassen sich so einfach anfordern und steuern.
Sollen die Teammitglieder die Mehrheit der Handwerksarbeit übernehmen, muss auch die künstliche Intelligenz der computergesteuerten Ghosts stimmen. Tatsächlich benötigen die soldatischen Kollegen eine ganze Weile, um vom Punkt A zum befehligten Punkt B zu kommen. Dies ist vor allem darin begründet, dass sich die Kameraden nur selten ohne Deckung fortbewegen und daher viel Zeit benötigen, um gegenseitig abgesichert zu einem neuen Ort zu verlegen.
Während der GC Präsentation, auf der eine Beta-Version der PC-Fassung gezeigt wurde, klappte das schon ganz gut, jedoch blieb ab und an auch einer der KI-gesteuerten Kameraden an einem Objekt hängen. Dass dies in der finalen Fassung nicht passieren darf, darf als Selbstverständlichkeit angesehen werden, bleibt den Entwicklern doch aber schließlich auch noch etwas Zeit zur Bugausmerzung.
Ein besonderes Schmankerl bildet die Physik-Engine des Spiels. Nicht nur, dass sich eine Vielzahl von Objekten wie etwa Palmen realistisch bewegt, werden diese angeschossen, größere Gegenstände wie z.B. Autos lassen sich mit entsprechender Feuerkraft ins rechte Licht rücken und als Deckung missbrauchen. Dabei ist es nicht nur möglich, Reifen zu zerschießen und dem Fahrzeug somit einen Plattfuß zu bescheren, mit gezielten Schüssen lassen sich auch die Türen des Automobils öffnen und ebenfalls zur Deckung nutzen.
Abgesehen von der mit viel Liebe zum Detail erstellten Physik, mag auch die Grafik bestechen. Freilich, die gezeigte PC-Version ist optisch wesentlich ansprechender als die Fassungen für Xbox, PlayStation 2 und GameCube, doch könnte die angekündigte Xbox 360-Ausgabe auf einem HDTV-Fernsehgerät auch Konsolenfans optische Freuden bereiten. Wahre Mehrspielerfreude wird man dafür aber nur auf dem PC geboten bekommen. Zwar wird neben Xbox Live auch Sonys Online-Service Verwendung finden, doch bietet das Spiel auf einem Personal Computer nicht nur einen Coop-Modus, bei dem vier Spieler ein Einheit bilden, sondern auch Modi, in denen sich bis zu 32 Spieler austoben können.
Tom Clancys Ghost Recon Advanced Warfighter (12 Bilder)
Wie die Steuerung der finalen Fassungen konkret aussehen wird, bleibt bis dato noch ungeklärt. Allein die Tasten einer Computer-Tastatur dürften gut belegt sein, gibt es neben den neuen Features doch auch zahlreiche neu eingeführte Bewegungsmöglichkeiten. Neben einem Schlittermodus, bei dem die Soldaten auf ihrem Hintern zum natürlich nur wenige Meter entfernten Ziel schlittern, demonstrierte man auf der GC auch eindrucksvoll, wie viele Möglichkeiten Tom Clancys Ghost Recon Advanced Warfighter bietet, um hinter schützenden Ecken hervor zu luken. Da man in den vorangegangenen Titeln schon eine gute Steuerungsarbeit leistete, darf aber auch beim diesem neusten Taktik-Shooter auf die gute Arbeit der Ubisoft-Entwickler gehofft werden.
Ersteindruck
Zu meiner Schande muss ich gestehen, Tom Clancys Ghost Recon bisher nur kurz auf der Xbox angespielt, gleich wieder weggelegt und nie wieder angerührt zu haben. Ob sich dies bei Tom Clancys Ghost Recon Advanced Warfighter wiederholen könnte, wage ich nun aber nach einer halbstündigen Präsentation des (PC-)Spieles zu bezweifeln. Allein die Optik macht zumindest auf dem PC Einiges her, die anständige Physikengine spricht ebenfalls für den Titel. Abgesehen von diesen Äußerlichkeiten scheint aber auch eine vernünftige Portion Spielspaß und Nervenkitzel vorhanden sein. Tom Clancys Ghost Recon Advanced Warfighter ist somit definitiv ein Titel, den ich mir noch einmal näher beschauen will.

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