God of War 2
Wenn es einen Titel auf der PlayStation 2 gibt, auf den zu gut wie alle Spieler aus anderen Sparten auch heute noch neidisch blicken, dann muss es wohl Sonys Edel-Actionspiel God of War sein. Mit seinem perfekten Kampfsystem, selbst für heutige Verhältnisse noch immer unfassbaren Grafik und der mehr als gelungenen Atmosphäre steckte der Titel die Messlatte im Action-Genre in bislang unerreichte Höhen. Nicht ohne Grund bekam God of War damals eine Traumwertung von satten 93% von uns spendiert. Wie soll man das noch übertreffen? Sehr richtig, mit einem Nachfolger! Wir konnten uns mit Kratos durch eine Vorab-Version des bald erscheinenden God of War 2 metzeln. Und, oh ja, es rockt gewaltig...
Wie jetzt? Ihr kennt God of War nicht? Dann hört sofort auf zu lesen und begebt euch in den nächstgelegenen Gamesshop und investiert! Jetzt! Allen anderen sei gesagt: Schleift schon einmal eure Chaos Blades God of War 2 macht da weiter, wo der erste Teil aufgehört hat...
Ein Rauhbein kehrt zurück!
Nachdem Antiheld Kratos im ersten Teil Ares, den Gott des Krieges, besiegen und höchstpersönlich den Thron als Kriegsgott erklimmen konnte, sieht er zufrieden dabei zu, wie seine Spartaner ohne Gnade Stadt nach Stadt überrennen und zerstören - sehr zum Entsetzen der Göttin Athena, die versucht, Kratos von seinem Vorhaben abzubringen. Schließlich sei sie es gewesen, die ihm den Weg in den Olymp geebnet hat. Wie man ihn kennt, lässt sich Kratos aber nichts erzählen und beschließt kurzer Hand, die olympischen Sphären zu verlassen, um seinen nicht enden wollenden Durst nach Krieg zu stillen.
In Gestalt eines überdimensionalen Kolosses fährt er zur Erde herab und verbreitet Chaos und Zerstörung. Athena will der Verwüstung ein Ende setzen und folgt Kratos zur Erde. Dort schrumpft sie ihn wieder auf die Größe eines normalen Menschen und erweckt die riesige Statue des Kolosses von Rhodos zum Leben, um Kratos den Garaus zu machen.
Kampf der Titanen!
Hier startet das eigentliche Spiel und ihr kämpft euch in altbewährter Manier durch feindliche Soldatenhorden. Während ihr euch die ersten Minuten wieder mit der Steuerung vertraut macht, beobachtet der Koloss euch aus nächster Nähe. Eine Konfrontation scheint sich nicht vermeiden zu lassen. Und so kommt es dann auch! Wir stehen dem Koloss Auge in Auge gegenüber.
Und ein Kampf beginnt, der wohl spektakulärer kaum sein könnte. Während ihr den riesigen Fäusten der Statue ausweichen müsst, gilt es nebenbei noch eben Grüppchen für Grüppchen angreifender Soldaten niederzumachen. Wie ihr es vom ersten Teil schon gewohnt seid, sind die gigantischen Bosskämpfe immer von einer immensen Action geprägt.
So auch hier: Der Kampf tobt und wir werden von einer Ecke der Stadt in die nächste geschleudert. Der grafische Eindruck ist während dieser Szenen vor Dramatik und kinoreifen Kameraschwenkern dermaßen erschlagend, dass ihr ihn mit Sicherheit so schnell nicht vergessen werdet. So viel sei verraten.
Während der Kämpfe fällt auf, dass Kratos prinzipiell nicht wirklich viel dazugelernt hat. Aber wieso auch das Rad neu erfinden, wenn es sich doch so formidabel dreht? Wie im Vorgänger kloppt ihr eure Feinde mit zwei Angriffstasten meterweit durch die Lüfte und reißt sie in Stücke. Kommen sie euch zu nahe, könnt ihr sie auf Knopfdruck packen und ihnen einen von vielen äußerst schmerzhaft mitanzusehenden Nahkampfangriffen niederstrecken. Die Kampfschreie von Kratos suchen dabei ihresgleichen und tragen ihren Teil zu den schon eh sehr genialen Kämpfen bei. Auch der Einsatz von Magie ist, wie erwartet, wieder gefragt. Neben den schon bekannten Blitzattacken wird es zahlreiche neue Mächte geben, auf die ihr zurückgreifen könnt. Netter Nebeneffekt dabei: Kratos kann sich jetzt bewegen während er Blitze auf seine Gegner schleudert, was der Action noch mehr Tiefgang verleiht. Eine weitere Neuerung ist die Tatsache, dass sich der Spartaner nun mit seinen Ketten-Klingen äußerst stylisch an kleinen Verankerungen über Abgründe schwingen kann.
Weiterhin bekommt Kratos im Verlauf des Spiels Flügel verpasst, mit denen er, ähnlich wie Raziel aus Soul Reaver, durch die Luft gleiten kann. Beides sieht nicht nur gut aus, sondern passt auch hervorragend ins Gameplay.
Opulenz kriegt eine neue Bedeutung!
Leider war die uns vorliegende Version ziemlich kurz, so dass wir keine der neuen Zauber und Waffen testen konnten. Auch von der aus den Trailern bekannten Pegasus-Flug-Passagen konnten wir uns ebenfalls noch kein eigenes Bild machen. Aber soviel sei gesagt: Die Entwickler geben sich merklich Mühe, dem grandiosen Vorgänger gerecht zu werden, und sie scheinen ihn gar noch übertreffen zu können. Die Kämpfe gehen immer noch wunderbar flüssig von der Hand, die Quick-Time-Events, in denen ihr in der jeweiligen Kampfsequenz den richtigen Button drücken müsst, sind noch genialer ausgefallen und die eh schon phänomenale Grafik wurde nochmals verbessert.
Wer hätte diese grafische Opulenz der PlayStation 2 noch zugetraut? Wohl niemand! Umso beeindruckender ist einfach zu sehen, was man alles aus guten, alten Kisten herauskitzeln kann. Auch die Untermalung durch die Soundeffekte und die Musik kann einfach nur als meisterhaft bezeichnet werden. Bleibt abschließend nur noch zu sagen: Wer sich dieses Highlight der Videospielgeschichte im März entgehen lässt, hat entweder nicht früh genug angefangen zu sparen oder eine unbezwingbare Spieleallergie.
Ersteindruck
Ganz ehrlich! Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass das Action-Epos God of War noch zu toppen ist. So kann man sich irren. Mit dem zweiten Teil erwartet die Spielergemeinde eine mehr als gelungene Mixtur aus genialen Kämpfen, anspruchsvollen Geschicklichkeitstests, fordernden Rätseleinlagen, einer unbeschreiblich guten Präsentation und zu guter Letzt vielen unvergesslichen Endgegnern. Also alles, was den superben ersten Teil ausgemacht hat, nur noch ein bisschen besser. So scheint es bislang jedenfalls. Das Einzige, was verhindern könnte, dass God of War 2 das Action-Highlight schlechthin werden und die PlayStation 2 ihren letzten Megaseller bekommen wird, dürfte wohl der Kriegsgott höchstpersönlich sein, der vom Himmel herabsteigen und das Entwicklerstudio einstampfen müsste. Also, Junge! Bleib' oben!

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