Grandia 3

Preview
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Square Enix
Entwickler
Game Arts
Erscheinungsdatum
4. August 2005 (Japan)
Genre
RPG
Grandia 3 [PS2 , Justgamers]

Grandia 3

Gleichberechtigung, liebe Leser, ist und bleibt ein wichtiges Thema in der heutigen Zeit. Gerade deswegen hält man auch im dritten Grandia-Teil daran fest, dass es eine weibliche und eine männliche Hauptfigur gibt.

Von bösen Brüdern und schlagkräftigen Müttern

Zum einen handelt es sich dabei um den sechzehnjährigen Yuuki. Er träumte schon immer davon, es seinem großen Idol, der Fliegerlegende Schmidt, gleichzutun. Schmidt flog immer die luxuriösesten und schnellsten Flugzeuge der Welt, ist jedoch mit den Jahren immer weiter in Vergessenheit geraten. Deshalb werkelte Yuuki eifrig mit seinem besten Freund Rotts in seiner Garage an einer eigenen Maschine, um damit von der Heimatinsel Titaross aus über das Meer zum Hauptkontinent Batorado zu fliegen.

Zum anderen handelt es sich um die ebenfalls sechzehnjährige Alfina. Das blonde Mädchen ist eine Priesterin und gleichzeitig eine Art göttliches Medium. Sie steht mit den Göttern in Verbindung und verbreitet deren Weisungen unter den anderen Menschen.

Ein wichtiger Charakter ist außerdem Emerius. Er ist Alfinas Bruder und wollte einst, genau wie sie, im Arcliff Schrein zum Priester/Medium ernannt werden. Doch Emerius verschwand plötzlich auf mysteriöse Weise und tauchte erst drei Jahre später wieder auf – komplett verändert. Wie einer Gehirnwäsche unterzogen, stellt sich Emerius als jemand ganz anderes dar. Er ist kaltherzig, erbarmungslos und verbreitet überall Angst. Er scheint also eine Rolle als Bösewicht in Grandia 3 zu spielen.

Ganz zu Anfang des Spiels erleben wir, wie Yuuki den Jungfernflug mit dem selbst gebastelten Flugzeug unternimmt. Alles scheint erst gut zu laufen, aber vielleicht ist Yuuki nicht gerade ein Heimwerkerkönig. Denn nach einiger Zeit in der Luft gibt die Maschine plötzlich den Geist auf und beginnt zu trudeln.Währenddessen ist Alfina mit ihrer Pferdekutsche auf dem Weg zum Arcliff Schrein, als sie von einem seltsamen weißhaarigen Mann verfolgt wird. Dieser Mann heißt anscheinend Dunkel und trägt zwei Schwerter. Seine genauere Bedeutung bleibt allerdings, im wahrsten Sinne des Wortes, „im Dunkeln“.Doch zurück zum Bruchpiloten: Im Rücksitz seines Flugzeuges hat sich ein blinder Passagier versteckt. Dabei handelt es sich um seine vierunddreißigjährige Mutter Miranda. Sie ist eine allein erziehende Mutter und hat es faustdick hinter den Ohren. Mit ihrer Hilfe gelingt es den beiden, das Flugzeug noch so gerade eben in einem Stück runter zu bringen. Dabei stoßen sie mit Alfinas Pferdekutsche zusammen.

Nachdem sich alle Beteiligten des Unfalls vom Schock erholt haben, scheint Alfinas Verfolger immer noch da zu sein. Miranda ist es schließlich, die mit ihren beiden Dolchen den Verfolger in die Flucht schlägt. Diese Mama kann also mit den Dolchen wirklich zur Gefahr werden und beweist, dass man mit Küchenmessern nicht nur Gurken schneiden kann. Sie ist daher neben ihrem Sohn Yuuki ein spielbares Mitglied der Party und nutzt neben ihren Dolchen auch Magie als Angriffstechnik.

Nach diesem schicksalsträchtigen Zusammenprall weicht Yuuki nicht mehr von Alfinas Seite und übernimmt die Rolle ihres Beschützers.

Yuuki und Alfina sind also vergleichbar mit den Paaren Justin und Feena oder Ryudo und Elena aus den Prequels. Schließlich reisen die beiden um die Welt, wahrscheinlich um das Verschwinden und den plötzlichen Wandel ihres Bruders aufzuklären, wobei sie weitere Freunde finden, die sich der Party anschließen. Denn genauere Details zur Story sind immer noch unbekannt. Als allgemeine Themen, die in der Story von Grandia 3 eine Rolle spielen, äußerten die Entwickler von Game Arts „Abenteuer, Drama und Träume“. Man darf also gespannt bleiben.

Ein Fest für Globetrotter

Reisen bzw. Fliegen ist der Kern von Grandia 3. Zudem soll man auch Boote zur Fortbewegung nutzen können. Eine direkte Steuerung der Vehikel durch den Spieler ist anzunehmen, denn die offizielle Website zeigt in Videos und Screenshots, wie in einer Art Oberwelt Luftschiffe bewegt werden und per Tastendruck bestimmte Ziele angesteuert werden. Dies verweist auch auf einen eher non-linearen Spielablauf hin, in dem der Spieler die Welt erkunden kann und selbst herausfinden muss, wo es nun weiter geht.

Die Spielwelt von Grandia 3 macht einen äußert natürlichen Eindruck. Schöne, abwechslungsreiche Texturen werden verwendet und es gibt natürlich unterschiedliche Klimazonen, die grafisch dementsprechend gestaltet sind. Alles wirkt sehr verspielt und die Designer haben sich wirklich Mühe gegeben. Besonders die idyllischen Strände mit der tollen Wellenbrechung wissen zu gefallen. Yuuki und Alfina bereisen auf ihren Weg außerdem unterschiedliche Städte, von denen sich jede durch ihre kulturellen Eigenheiten optisch von den anderen unterscheidet. Yuukis Heimatstadt hat das typisch ländliche Flair, wogegen die später besuchte Stadt Mendie schon als Metropole zu bezeichnen wäre.

Der 3D-Umgebung sind natürlich beim Entdecken Grenzen gesetzt, da sich der Spieler auf einem Screen meist auf vorgegebenen Laufwegen bewegt, um die die dreidimensionale Umgebung herumgebaut ist. Als Vergleich dazu fällt einem sicher die Spielwelt von Final Fantasy X/X-2 ein: Die Umgebung ist dreidimensional und nicht in 2D gerendert, aber auch nicht komplett begehbar.

Anscheinend enthält die Welt des neuesten Grandia-Ablegers außerdem eine frei drehbare Kamera und einen Tag- und Nachtzyklus, wobei die wandernde Sonne immer tolle Echtzeitschatten auf die Charaktere wirft. Da kann sich selbst die Final Fantasy-Reihe eine Scheibe von abschneiden, wo es oftmals nur die altbekannten „Kreisschatten“ zu den Füßen der Charaktere gab.

Ein neues Feature soll außerdem das so genannte „G-Search-System“ sein, welches zusammen mit einem Radar funktioniert. Ob man damit versteckte Items finden kann oder ob es lediglich zur besseren Orientierung dient, kann bisher nur spekuliert werden.

Das (Un-)Glücksrad

Beim Kampfsystem wird das „Initiative Point System“ neu eingeführt. Während vorher eine Time Bar in Leistenform anzeigte, wann welcher Charakter oder Gegner einen Zug machen kann, haben wir nun ein Rad im der oberen, linken Bildschirmecke. Dieses Rad besteht aus drei Segmenten: einem blauen, einem roten und einem durchsichtigen Teil. Auf diesem Rad rotieren in bekannter Manier die Portraits der Charaktere und Gegner mit der Zeit herum. Im blauen Segment befinden sich die Figuren in der Warte-Phase. Während der roten Phase können Befehle erteilt werden, die in dem zeitlich folgenden, durchsichtigen Segment ausgeführt werden.

Um einen Strategie-Faktor einzubauen, gibt es spezielle Konter- oder Unterbrechungsattacken. Beides erklärt sich eigentlich von selbst. Konterattacken können nach gegnerischen Attacken ausgeführt werden und geschehen damit zeitlich bevor der Charakter eigentlich am Zug wäre. Dafür fällt die nächste Aktion des Charakters wohl aus. Unterbrechungsattacken befördern den Gegner wieder in die Wartephase und verzögern somit die Aktion des Gegners. Beide Angriffsformen stehen den Gegnern natürlich auch zur Verfügung.

Luftattacken werden auch dabei sein, die zu ganzen Combos verkettet werden können. Bei diesen wird der Gegner in die Luft geschleudert, wonach besonders verheerende Attacken folgen können, die auch sehr cool aussehen.

Ausrüstbar sind nicht nur Waffen, sondern auch Schuhe, Panzerung, ein Amulett, sowie das bereits bekannte Mana-Ei und ein Skillbook. Mit den Mana-Eiern kann man durch Synthetisieren neue, stärkere Zauber gewinnen. Überhaupt hat jeder Charakter eigene Spezialattacken, die er im Laufe des Spiels aufleveln kann.

Grafik und Sound vom Feinsten

Grafisch braucht sich dieses Grandia nicht hinter anderen Genrevertretern zu verstecken. Die Spielcharaktere und die NPCs, die eher dem jugendlichen Anime-Stil entsprechen, haben stets ihren eigenen Charme und ihre Ausdrucksstärke wird von einer gewissen Art von Mimik ebenfalls unterstrichen. Verantwortlich für das Charakter-Design ist dieses Mal You Yoshinari, der zusammen mit dem aktuellen Script Writer Takahiro Hasebe schon bereits beim ersten Grandia dabei war. Man geht also allgemein ein bisschen „back to the roots“ mit Grandia 3, allerdings soll es deutlich erwachsener zugehen, mit größeren Abenteuern, wie Game Arts verspricht. Der ehemalige Art Director des zweiten Teils, Hidenobu Takahashi, ist übrigens der Leiter des Projekts.

Um die Story weiterzuerzählen, werden CQ-Sequenzen benutzt, deren Stil sich ziemlich an der Spielgrafik orientiert. Dabei wurde auf hochqualifiziertes Personal zurückgegriffen. So angelte man sich Mikitaka Kurasawa von ROBOT, der für die bombastischen CQ-Sequenzen in Capcoms Onimusha-Reihe verantwortlich ist.

Im Kampf feuert Grandia 3 sein ganzes Effektfeuerwerk ab. Tolle Animationen, mit ausladenden Beschwörungsaktionen und spektakulären Spezialattacken verwöhnen das Auge. Bei den Zaubern kracht es so richtig und der Bildschirm erstrahlt in bunten Farben, dass die Netzhaut schon fast Ermüdungserscheinungen hat. Wirklich jeder Zauber ist einzigartig animiert und kann vollends begeistern. Zusammen mit den Echtzeitschatten und den Lens-Flair-Effekten entstehen sehr atmosphärische Settings. Dies ist besonders auf einem Screenshot zu sehen, auf dem Alfina in der langsam untergehenden Sonne eine Echse verprügelt.

Mit von der Partie sind auch Synchronisationen. Dabei werden die Passagen, in denen die Story wohl entscheidende Wendungen nimmt, mit gesprochenen Texten versehen. Bei den Synchronsprechern ist man besonders stolz darauf, Masaya Matsukaze mit an Board zu haben. Er sprach in Segas Hit Shenmue den Hauptcharakter Ryu Hazuki.

Zu den anderen, normalen Dialogen im Spiel wird es wieder Textfenster geben, zu denen Portraits des jeweils sprechenden Charakters eingeblendet werden. Diese Portraits spiegeln je nach Situation die Stimmung des Charakters wieder. Schon zu Beginn der Nippon-RPG Zeit waren solcherlei Textfenster ein typisches Merkmal, die durch die weitere Nutzung bei Grandia echtes Retro-Feeling aufkommen lassen.

Grandia 3 (41 Bilder)

Die Musik weiß auch zu gefallen. Sie scheint allerdings hörbar vom Synthesizer zu kommen, und klingt ein bisschen nach künstlichem Tingel-Tangel-Sound. Von dem bisher gehörten kommt vielleicht nichts an die beeindruckenderen Kompositionen von Nobuo Uematsu (Final Fantasy), Harry Gregson-Williams (Metal Gear Solid) oder Koji Kondo (diverse Nintendo Spiele) heran, aber es ist trotzdem abwechslungsreich und gehörfreundlich.

Das Spiel bekommt außerdem von der japanischen Sängerin Miz einen eigenen Song spendiert. Dieser heißt treffenderweise „In the Sky“ und handelt von einem Jungen, der die Lüfte erobern will. Allerdings ist der Song nicht extra für das Spiel geschrieben worden, sondern schon zwei Jahre alt. Er wird für Grandia 3 nur ins Japanische übersetzt. Der Song ist wirklich nett anzuhören und hat eine euphorische, positive Stimmung. Wer will, kann sich Teile des Musikvideos anschauen, in das auch Zwischensequenzen von Grandia 3 eingebaut sind (Die Links findet ihr unter dem Ersteindruck).

Ersteindruck

Wer hätte gedacht, dass sich Square Enix im Bezug auf die Final Fantasy Serie mit Grandia 3 selbst Konkurrenz machen könnte? Denn genau das könnte dieses Mal der Fall sein. Grandia 3 sieht super aus, verspricht Spaß beim Spielen und es sind genau die Leute an der Arbeit, die die erfolgreichsten Teile der Serie produziert haben. Waren Square Enix und Game Arts früher noch Konkurrenten als Entwickler von Marken-RPGs, so darf sich Square Enix heute glücklich schätzen, entsprechende Hits von fremden Entwicklern auch selbst publishen zu können. Jetzt darf man nur noch den baldigen Release in Japan abwarten und hoffen, dass das Spiel auch dementsprechend gut lokalisiert in Europa erscheint.

Links

Musikvideo

Stream: Real Player

Stream: Windows Media Player

Grandia 3 [PS2 , Justgamers]

Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:

Hilfe?

 

 

Yahoo! Highlights:

Filmblog
Spiele Highlights
Video Suche
DFB Pokal
Autonews
Reiseplaner
Mehr...

 

Aktuelle Videospiele News:

Stormrise
X360: Sonys Peter Dille: Final Fantasy X...
Games for Windows Live
Eledees: The Adventures of Kai and Zero
S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky
PC: Rise of the Argonauts auch ungeschni...
X360: Infinite Undiscovery zu einem spät...
Mercenaries 2: World in Flames
Call of Duty: World at War
X360: Halo Wars erscheint erst 2009
PS3: Pixel Junk Eden: Demo ab heute
Wolfenstein 2
WII: Bully klagt wegen Bully
Crysis Warhead
XBOX: Jade Empire wird Xbox Original

Weitere Spiele Reviews:

Tabaluga: Grünland in Gefahr [DS , ...
Rock Band [X360 , looki.de]
DS: Ace Attorney: Apollo Justice
FF Tactics A2 : Grimoire of the Rift [DS...
Kabus 22 [PC , looki.de]
Aces of the Galaxy [X360 , looki.de]
WII: Operation Wolf, Mega Turrican, C64
PC: 13th Century: Death or Glory
Big Beach Sports [WII , looki.de]
Geheimakte Tunguska [DS , looki.de]
Dragon Quest Swords [WII , Mag64]
Lost Planet: Extreme Condition [PS3 , lo...
Tour de France 2008 [PC , looki.de]
WII: LostWinds
Secret Agent Clank [PSP , looki.de]

Vorschau auf neue Spiele:

WII: Bully – Die Ehrenrunde
Medieval II: Total War [PC , Justgamers]
PS3: Hei$t
Splinter Cell: Conviction [X360 , looki....
WII: Super Mario Galaxy
PS3: Resident Evil 5
Penumbra: Im Halbschatten [PC , looki.de...
World in Conflict [PC , looki.de]
Die Siedler DS [DS , Justgamers]
PS3: echochrome
GTA 4 [X360 , looki.de]
Sparta: Ancient Wars [PC , looki.de]
Prototype [PC , looki.de]
Velvet Assassin [PC , looki.de]
X360: Call of Duty 4: Modern Warfare