Onimusha - Dawn of Dreams
Doch, Nobunaga ist tot und wird wohl auch nicht mehr zurückkehren. Wir befinden uns zeitlich gesehen 15 Jahre nach Nobunagas Tod. Allerdings beweist Capcom, dass es nicht nur immer den einen bösen Obermotz geben muss. Hideyoshi Toyotomi ist Nobunagas Erbe. Mit Hilfe der Genma-Kräfte versucht er Japan im Namen des Bösen zurückzuerobern.
Soki, ein Krieger mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, hat sich geschworen, Toyotomi ein Ende zu setzen. Unterstützt wird er dabei von fünf weiteren Streitern, die auch alle spielbar sein werden.
Samanosuke wird allerdings nicht dabei sein, was eine der Neuerungen bei Onimusha 4 darstellt. Ganz ohne bekannte Gesichter werden die Fans der Serie trotzdem nicht auskommen müssen, denn einige Nebencharaktere werden auch wieder mit dabei sein und man wird mehr über sie erfahren. Die Entwickler betonen jedoch, dass wir uns in einem komplett anderen Setting befinden, im Vergleich zu den Teilen davor, weswegen auch die bekannten Gesichter auf besondere Art in diese Welt geraten sind. Allerdings wird es keine japanischen Zeitritter mehr geben Zeitreisen kommen im vierten Teil nicht vor.
Dawn of Dreams wird einige bekannte Story-Elemente aus der Nobunaga Trilogie aufgreifen, aber ansonsten nichts weiter damit zu tun haben. Es fühlt sich immer noch an wie Onimusha, ist aber etwas Neues.
Wie bereits gesagt, hat der Spieler die Kontrolle über insgesamt sechs Charaktere, von denen allerdings bisher nur fünf auf den Artworks zu erkennen waren. Dies stellt auch ein neues Zentrum im Gameplay von Onimusha 4 dar. So werden die bekannten Puzzle-Einlagen wohl weiter in den Hintergrund treten, wogegen es mehr auf koordinierte Aktionen der Charaktere ankommt.
Während der Blondschopf Soki etwa mit großer Kraft Hindernisse gut zerhackstückeln kann, kann die springfreudige Anke prima über Kanten springen und Orte erreichen, die den anderen Charakteren verwehrt bleiben.
Per Knopfdruck kann man immer zwischen den Charakteren hin- und herwechseln. Wer keine Lust hat, alles ständig direkt zu steuern, kann anscheinend den anderen Charakteren auch Befehle erteilen, die diese dann selbstständig ausführen.
Jeder Charakter hat natürlich individuelle Kampftechnicken und Special Moves. Coole Angriffe lassen sich zudem im Duett als Combo vollführen und werden als Ultimate Attacks bezeichnet. Wir erhalten hier also nicht nur ein interessanteres Kampfsystem, sondern bekommen auch einen Grund, um über einen möglichen 2-Spieler-Coop-Modus zu spekulieren. Über den schweigt sich Capcom nämlich bisher aus, obwohl definitiv drüber nachgedacht wurde.Die starre Kamera aus den vorigen Teilen weicht einer komplett drehbaren Kamera, mit der man sich das altertümliche Japan aus unterschiedlichen Perspektiven genau anschauen kann. Das soll weniger dazu dienen, dass man sieht, wo das Schwert beim Durchstechen des blöden Zombies rauskommt, sondern viel mehr, wo der Recke entlang gehen kann bzw. wo man es könnte. Denn die frei drehbare Kamera geht mit einem Game Design einher, welches etwas weniger linear ist als die Prequels.
Wo man vorher immer genau gezeigt bekam, wo es weitergeht, muss sich der Spieler jetzt genauer umsehen und dabei die neue Kamera benutzen. Einige Wege bleiben natürlich nur Charakteren mit entsprechenden Fähigkeiten vorbehalten, weswegen man manchmal dorthin mit einem anderen Charakter zurückkehren kann. Grundsätzlich soll der Spieler ein wenig mehr entdecken dürfen und auch alternative Wege einschlagen. Ein komplett non-lineares Gameplay sollte man trotzdem nicht erwarten, aber es scheint deutlich für Abwechslung gesorgt zu sein.
Capcoms Mastermind Keiji Inafune, der Erfinder von Mega Man, steckte hinter den ersten drei Onimusha Titeln und verspricht für den vierten Teil insgesamt zehn Prozent mehr Action. Vorher hätte der Action-Anteil bei ca. achtzig Prozent gelegen und nun würde man diesen auf neunzig Prozent anheben.
Laut Inafune ist Onimusha 4 bzw. Shin Onimusha, wie es in Japan bezeichnet wird, eine Folge der Veränderungen in der japanischen Gaming-Community. Während man früher meist Casual Gamer vorfand, die mit Onimusha eigentlich angesprochen werden sollten, kristallisierten sich immer mehr Semi-Hardcore- oder waschechte Hardcore-Gamer heraus, die höhere Ansprüche stellen. Ein neues Spiel muss mehr Tiefe haben und es muss mehr Interaktionen mit der Spielwelt geben. Neben den bereits genannten Features wird es auch ein weiter ausgefeiltes, komplexeres Power-Up System geben, mit dem sich die Charaktere stärken lassen. Zusammen mit dem Wechsel der Charaktere bekommt Onimusha nun einen weitaus strategischeren Touch. Hardcore-Zocker werden sich ebenso über den deutlich angehobenen Schwierigkeitsgrad freuen, der einen deutlich länger an den Bildschirm fesseln wird.
Vorher wurden laut Inafune Spieler auch durch bekannte Gesichter der Hauptcharaktere vom Spiel angezogen. Jacques Blancs Rolle wurde durch Frankreichs Actionstar Jean Reno besetzt und Samanosuke durch den japanischen Schauspieler Takeshi Kaneshiro. Das ändert sich jetzt: Bei dem Charaker Design von Soki wurde für den kommenden Titel mehr auf Coolness gesetzt. Zwar sollen die Charaktere auch weiterhin mit historischen Namen besetzt werden, um eine gewisse Authentizität zu wahren, allerdings wird ein gewisser Anime-Stil angepeilt, welcher Übertreibungen und Unrealismus womöglich einschließt. Dies ist auch schon den Artworks im Manga-Stil zu entnehmen. Und wer sich vorher schon fragte, wie viel Blut aus so einem stinkigen Zombie denn noch herausspritzen kann, der darf schon mal die Messbecher bereithalten: es wird deutlich mehr! Auch das mal wieder soll das Spiel cooler aussehen lassen.
Keiji Inafune vergleicht die Änderungen bei Onimusha gerne mit denen bei Resident Evil, wo durch Änderungen wie das neue Kamerasystem im vierten Teil aus einem Action-Adventure ein reiner Action-Titel entstanden sei. Bei Onimusha handle es sich jedoch von Anfang an um ein Action-Spiel, was durch die Neuerungen weiter hervorgehoben werden würde.
Ersteindruck
Es scheint, als könnte Capcom mit Dawn of Dreams ein weiterer Geniestreich gelingen. Anstatt die Messlatte auf altem Terrain noch weiter nach oben stecken zu müssen, erzeugen die Entwickler mit den vielen Neuerungen frischen Wind. Abzuwarten bleibt jedoch, ob das ständige Hin- und Herwechseln zwischen den Charakteren, zur Lösung der Rätsel, die Action nicht eher ins Stocken bringt und die Idee mit den Befehlen zusammen mit der KI aufgeht. Die japanische Vorstellung von Coolness könnte auf Leute im Westen ab einem gewissen Level vielleicht lächerlich wirken, wogegen mir der schmale Grad zwischen Fantasy und echtem Samurai-Feeling in den Prequels genau als richtig erschien. Trotzdem macht das Spiel bisher einen sehr interessanten Eindruck und es scheint, als wolle Capcom aus den Bahnen eines simplen Metzelspiels ausbrechen. Die Grafik ist auf jeden Fall wieder top und die Welt wurde prima in eine echte 3D-Welt umgesetzt. Ich bin zumindest gespannt und freue mich darauf, bald wieder zum Schwert zu greifen und durch Japan zu ziehen Natürlich nur im Spiel.

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