24: The Game

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Sony
Entwickler
Sony Cambridge
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
16
24: The Game [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

78%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Befriedigend

24: The Game

Filmumsetzungen gibt es wie Sand am Meer, wirklich gut gelungen sind davon allerdings leider nur die wenigsten. Nun gut, bei 24: The Game handelt es sich um eine TV-Serien-Umsetzung, was jetzt aber nicht gleich heißt, dass der Titel mit den gleichen Krankheiten zu kämpfen hat wie seine Genrekollegen aus dem Filmbusiness.

Der Beste Mann der CTU

Jack Bauer. Wer kennt ihn nicht, oder hat zumindest nicht schon einmal von ihm gehört? Mit den Worten: „Mein Name ist Jack Bauer – und heute ist der längste Tag meines Lebens“ leitete im Jahr 2001 der für die CTU (Counter Terrorist Unit) tätige Agent, gespielt von Schauspieler Kiefer Sutherland, eine der spannendsten und spektakulärsten TV-Serien aller Zeiten ein. In dieser erfolgreichen Serie, die der Zuschauer übrigens in Echtzeit verfolgen konnte, hatte der Anti-Terror-Agent gerade mal 24 Stunden Zeit, um die Welt vor einer globalen Katastrophe zu retten. Und in seinem ersten PS2-Einsatz, der von den SCEE Cambidge Studios entwickelt wurde, hat der knallharte Agent eine nicht minder einfache Aufgabe zu bewältigen und erlebt einen ganz neuen Tag in der CTU von Los Angeles. Der Plot setzt dabei sechs Monate nach Ende der zweiten Staffel und zweieinhalb Jahre vor Beginn der dritten Staffel von 24 ein und bildet so ein wichtiges Bindeglied zwischen den einzelnen Serien. Die Handlung ist folglich mehr als nur eine einfache Nebenstory und wird unter anderem einige Fragen, die im Laufe der TV-Serie aufkommen, sinngemäß aufdecken. Und da auch im Spiel genau wie in der Serie die Geschehnisse über 24 Stunden verteilt stattfinden, ist für echtes 24-Feeling gesorgt.

Mehr sogar noch: Fans der Serie wird es zudem freuen, dass die bekannten Darsteller Jack Bauer, dessen Tochter Kim, Chase Edmunds, Tony Almeida sowie Michelle Dessler ihren reellen Vorbildern enorm ähnlich sehen und speziell für das Spiel sogar die original Synchronsprecher vor das Mikro gerufen wurden.

Von dieser hervorragenden Entwicklerarbeit profitieren nicht nur die einzelnen Protagonisten, die mit tollen Gesichtsanimationen zu begeistern wissen, sondern auch das gesamte Spiel, das hier die Serie zu neuem Leben erweckt. Zudem wollten sich die Entwickler offensichtlich nicht auf ihren grafischen Lorbeeren ausruhen und haben sich darüber hinaus auch für den 24 Stunden-Einsatz auf der PS2 einiges einfallen lassen. In bester Agentenmanier erledigt ihr mit den einzelnen CTU-Einsatzkräften zahlreiche Missionen, verfolgt flüchtige Verdächtige, entschärft die eine oder andere Bombe und nehmt unter heftigem Beschuss mehrere Widersacher aufs Korn. Hilfreich dabei ist das gelungene Zielsystem, mit dem sich die Feinde wahlweise automatisch oder manuell anvisieren lassen. Steht ihr beispielsweise zahlreichen Gegnern im Gefecht gegenüber, empfiehlt sich das Automatische Zielsystem, da ihr mit diesem deutlich schneller agieren könnt. Einen kleinen Nachteil bringt das allerdings mit sich: Es arbeitet nicht immer so ganz präzise, was sich als Nachteil entpuppt, wenn ihr beispielsweise einen Geiselnehmer außer Gefecht setzen möchtet, der seine Geisel schützend vor sich hält. In solchen brenzligen Situationen macht ihr besser Gebrauch vom Manuellen Zielsystem, das sich mit dem rechten Analogstick kontrollieren lässt und präzisere Schüsse ermöglicht.

Der Agentenalltag im Detail

Während der einzelnen Missionen ist es zeitweise sogar von Nöten, Gebrauch von eurem Einsatzfahrzeug zu machen. In bester GTA-Manier besteigt ihr hierzu euer Gefährt, cruist in kurzen, dafür aber weiträumigen Streckennetzen durch die City und fahrt von Einsatzort zu Einsatzort.

Viel Zeit für Sightseeing habt ihr während der eingestreuten und etwas auflockernden Automissionen in Los Angeles allerdings nicht, da ihr immer wieder andere Wagen verfolgen müsst, beziehungsweise selbst zum Verfolgten werdet. Leider können die einzelnen Automissionen jedoch in keinster Weise fesseln, da hierzu einfach euer Handlungsfreiraum zu eingeschränkt ist und es diesen an grafischen Spielereien fehlt. Auch kommt bei den Verfolgungsjagden kein Geschwindigkeitsgefühl auf. Permanent hat man das Gefühl, mit schlappen 50-Sachen über die Piste zu tuckern. Während dessen werdet ihr von einem lauen Motorgebrumme begleitet, das euch das Gefühl vermittelt, als währt ihr mit einem Elektrorasenmäher der Marke Gardena unterwegs, der zudem mit einem unrealistischen Fahrverhalten daherkommt. Kurz gesagt: Hier hätten sich die Entwickler etwas mehr Mühe geben und auch mehr Pep mit ins Spiel einbinden können.

Anders hingegen sieht es da bei den zahlreichen Minispielen aus. Zeitweise müsst ihr in diesen unter Zeitdruck die verschiedensten Aufgaben lösen und vor allem beweisen, dass ihr über schnelle Reflexe verfügt. Hier gilt es unter anderem, Sicherheitssysteme zu hacken, indem ihr Buchstabenwirrwarr wieder in die richtige Reihenfolge bringt, Bomben zu entschärfen und Verhöre durchzuführen. Wollt ihr wichtige Daten retten, müsst ihr rechtzeitig die eingeblendeten Tasten drücken. Per Satellitenverbindung kann nach Attentätern gefahndet werden, und so weiter. Ihr seht, es gibt allerhand voll zu tun und auch für Abwechslung im Agentenalltag dürfte reichlich gesorgt sein.

Solide Technik, aber eben nicht perfekt!

Technisch betrachtet präsentiert sich 24: The Game nicht perfekt, aber dafür durchaus solide. Während die Zwischensequenzen noch erstklassig inszeniert daherkommen, muss sich die sonstige grafische Präsentation etwas Kritik gefallen lassen. Zeitweise wirken einige Levelabschnitte nämlich nicht fertig gestellt und glänzen nicht mit schönen Details, die beispielsweise bei anderen Missionen noch zu sehen waren. Auch die künstliche Intelligenz der kriminellen Protagonisten ist nicht ausgereift, da sich diese manchmal arg doof positionieren, keine Deckung suchen und daher oftmals als plumpes Kanonenfutter herhalten. Die Steuerung ist ebenfalls nicht makellos und erweist sich stellenweise in einigen Situationen als unausgereift. Zwar funktioniert das innovative Zielsystem recht gut, dafür reagiert euer Serienheld aber nicht immer so, wie ihr es vielleicht im betreffenden Moment gerade wollt. Da wird halt nicht sofort geduckt oder an die nächste Wand gelehnt, sondern eben erst beim zweiten Befehl, weshalb ihr manchmal eigentlich unnötige Treffer kassieren müsst. Einige Pluspunkte kann der Titel allerdings doch noch verbuchen.

Da wäre zum einen die kinoreife akustische Sounduntermalung in Dolby Surround, die mit stimmigen Musikeinlagen und den original Synchronsprechern aufwartet. Und zum anderen, der gute spielerische Gesamteindruck, der dank eines 4:3/16:9 und 50/60 Hertz-Modus, sowie einer echten Progressive Scan-Unterstützung echtes 24-Feeling aufkommen lässt

Fazit

Als alten Serienhasen hat mich 24: The Game ehrlich gesagt ein klein wenig enttäuscht. Die optische und akustische Präsentation stehen dem Serienpendant zwar in fast nichts nach und lassen auch echte 24-Stimmung aufkommen, um dem Spiel aber die Krone aufzusetzen, fehlt es einfach an Innovationen und einer ausgereiften Steuerung. Trotz der kleinen technischen Patzer dürfte der Titel gerade für 24-Fans sehr interessant sein, da hier einige Details aufgedeckt werden, die in der Fernsehserie nicht geklärt wurden. Nur hier erfahrt ihr, wie Jack beispielsweise seinen neuen Partner Chase Edmunds kennen lernt. Wer ein Fan der Serie ist, sollte sich diesen 24-Stunden-Einsatz von Jack Bauer und seinen CTU-Kollegen keinesfalls entgehen lassen. Und denjenigen, die eben nicht die Rosarote-24-Fanbrille aufgesetzt haben sei gesagt, dass 24: The Game gerade für eine Lizenz-Versoftung als durchaus gelungen bezeichnet werden kann. Auch wenn es hier und da einige kleine Mängel zu vermerken gibt, sollte man zumindest mal einen Blick riskiert haben.

24: The Game [PS2 , Justgamers]

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