Gesamtwertung41%/10 |
GrafikMangelhaft SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Erneut hat sich Ubi Soft, diesmal in Zusammenarbeit mit NEKO Entertainment, an die Umsetzung einer Filmvorlage gewagt. Die Entwickler haben sich hierzu von der Kultserie Charlie´s Angels aus den 70er Jahren inspirieren lassen. Was dabei herausgekommen ist, könnt Ihr hier in unserem Test nachlesen.
Das Spiel 3 Engel für Charlie: Volle Power basiert auf dem gleichnamigen Kinofilm, der hierzulande bereits in den Lichtspielhäusern angelaufen ist. Ihr übernehmt die Rollen von Alex, Dylan und Nathalie, den unbezwingbaren und überaus sexy anzusehenden Engeln. Es gilt eine Serie unerklärlicher Diebstähle aufzudecken, die die Welt in Atem hält. Das Power-Trio muss seine ganzen Kräfte und Kampfkünste einsetzen, um dem gut organisierten Verbrechen das Handwerk zu legen. Beginnen wir an dieser Stelle gleich einmal mit der Geschichte des Spiels.
Die Story
Es ist entsetzlich! Die gesamte Öffentlichkeit wird von einer Reihe unerklärlicher Ereignisse erschüttert. Die berühmtesten Baudenkmäler der Erde werden eines nach dem anderen auf spektakulärste Weise gestohlen. Der Steinkreis von Stonehenge, das Lincoln Memorial in Washington DC, der Triumphbogen in Paris, die chinesische Mauer und sogar die Freiheitsstatue in Manhattan verschwindet spurlos. Die Größe und auch das Gewicht des Diebesguts scheinen den Räubern bei ihrer beeindruckenden Tat kein Hindernis gewesen zu sein. Selbst die Polizei findet dafür keine rationale Erklärung und tappt weltweit auf allen Kontinenten völlig im Dunkeln.
Diese eigenartige Serie von mysteriösen Vorfällen schreit geradezu nach den drei Engeln, Alex Munday, Dylan Sanders und Nathalie Cook! Auf ihrer Jagd nach den gestohlenen Monumenten der Weltgeschichte und deren Räubern, werden sie an die unterschiedlichsten Schauplätze auf dem Globus geführt. Wir finden sie in Alaska, Mexiko, Kalifornien und Schottland, wo sie auf ihren alten Widersacher, den Thin Man treffen.
Zugegeben, das hört sich alles richtig interessant an, aber viel zu schnell wird man hier auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Das stimmige Intro kann leider nicht das halten, was uns Ubi Soft auf der Rückseite der Verpackung und auf deren Webseite versprochen hat. Hier heißt es: Erleben Sie die volle Power von Nathalie, Alex und Dylan in ihrem neuen Undercover-Einsatz. Nutzen Sie ihr Know-How in Sachen Tarnung, Spionage und Kampfkunst und räumen Sie ihren skrupellosen Feind aus dem Weg.
Weiter heißt es: Umfangreiches Kampfsystem, zahlreiche Bewegungs- und Kampfoptionen, unterschiedliche Combos und Waffen, für jeden Charakter in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Das ganze Universum der drei Engel in einem einzigartigen Videospiel: Hightech-Waffen, Martial Arts, sexy Outfits und der Stil der 70er Jahre.
Der Boden der Tatsachen!
Verwunderlich ist bei diesem Spiel eigentlich nur eines. Nichts von dem eben erwähnten trifft hier zu! Sehen die Zwischensequenzen und das Intro noch recht ansprechend aus, so ist der Rest eine einzige Zumutung. Von einem umfangreichen Kampfsystem, zahlreichen Bewegungs- und Kampfoptionen haben wir nichts zu sehen bekommen, ganz zu schweigen von der angepriesenen Martial Arts Kampfkunst. Die Protagonisten bewegen sich ziemlich unrealistisch über den Bildschirm, der obendrein noch durch eine seltsame Kameraführung ein andauerndes Wackelgefühl vermittelt.
Die Steuerung ist unpräzise, das Schlag- und Tretreportoire ist zu klein, die einzelnen Charaktere sind insgesamt zu kantig ausgefallen und auch die gegnerische K.I. ist zu niedrig. Das ganze wird obendrein während des gesamten Spielverlaufs von einem nervigem Kantenflimmern begleitet. Aber gehen wir an dieser Stelle etwas genauer ins Detail!
Das gute Intro und auch die recht schön anzusehenden Zwischensequenzen, die nach jeder erfolgreich absolvierten Mission gezeigt werden, wissen zu gefallen. Hier bekommt der Spieler lippensynchrones Sprechen und eine ansprechende gute deutsche Vertonung präsentiert. Selbst die drei Engel sehen ihren Originalen ziemlich ähnlich, wobei man bei der Oberweite von Nathalie doch etwas übertrieben hat. Im Spiel selbst ist hiervon leider nichts mehr zu sehen. Hier bewegen sich die Charaktere zu steif und haben auch sonst nicht wirklich erwähnenswertes zu bieten. Wenn man einen Engel einen Moment stehen lässt, beginnt dieser zu Posen. Hier hat man zwar auf die einzelnen Charaktermerkmale geachtet, beispielsweise tanzt Nathalie und Dylan spielt mit ihrem heiß geliebten Feuerzeug. Das Ganze sieht aber eher lächerlich aus und hätte man besser weggelassen. Darüber hinaus wechseln die Engel von Mission zu Mission das Outfit, schöner werden sie dadurch allerdings nicht. Überhaupt ist alles was hier mit Bewegungsabläufen zu tun, nicht gut animiert worden. Die Leitern werden im Schneckentempo empor gestiegen, dabei werden die Streben nicht 100%ig wahrgenommen, was bedeutet dass man mitten zwischen zwei Streben heraufklettert. Hat man eine Waffe in der Hand und steigt damit eine Leiter hoch, so verschwindet diese während des Klettervorgangs. Nach Beendigung ist sie aber plötzlich wieder da. Auch besitzen die Protagonisten im Spiel keine Mimik, das heißt, bei handlungsweisenden Gesprächen bleiben die Lippen geschlossen. Selbst die Umgebungsgrafik wirkt irgendwie unfertig. Das kann man unter anderem an den eckigen Rädern der umherstehenden Fahrzeuge gut erkennen.
Das angeblich unfangreiche Kampfsystem
Obwohl die Steuerung ziemlich unpräzise von Statten geht, so ist diese trotzdem denkbar einfach. Die Engel werden mit dem linken Analog-Stick bewegt. Eine frei schwenkbare Kamera gibt es dabei nicht, diese wird automatisch vom Spiel festgelegt. Mit der L2-Taste kann die Zielerfassung für feindliche Widersacher an- bzw. ausgeschaltet werden. Mit dem L1-Button kann man den nächsten Gegner anvisieren, sofern man vorher die Zielerfassung aktiviert hat. Die Dreieck-Taste wird zum Schlagen, die Viereck-Taste zum Treten verwendet. Durch abwechselndes Drücken auf diese zwei Tasten lassen sich ab der zweiten Mission Combos schlagen. Mit dem Kreis-Button wird gesprungen und mit der X-Taste können Gegenstände aufgenommen, Aktionen ausgeführt oder ein Ausweichen im Kampf vorgenommen werden. Durch gemeinsames Drücken der X- und Viereck-Taste können gegnerische Einheiten geworfen werden. Kisten und Tonnen, die in der Umgebung stehen, können durch einen Druck auf die Aktionstaste gegen die Feinde getreten bzw. geworfen werden. Das Gleiche gilt auch für am Boden liegende Waffen, welche ebenfalls gegen euren Gegner eingesetzt werden können. Hier waren die Entwickler nicht so zimperlich und haben eine Menge nützlicher Utensilien ins Spiel eingebracht. Es gibt Schaufeln, Stöcke, Rohre, Schraubenschlüssel und sogar Granaten, insgesamt werdet Ihr im Spiel über zehn verschiedene Waffen finden. Trotz dieser Vielzahl an Waffen gestaltet sich der eigentliche Kampfablauf ziemlich langweilig. Ihr könnt euren Gegner nur mit einer kleinen Zahl von Combos attackieren, was sich im weiteren Spielverlauf als zu anspruchslos gestaltet. Auch die Gegner haben immer die gleichen Angriffstaktiken, was vermutlich an der sehr niedrigen K.I. liegt.
Der Ton macht die Musik!
Die deutsche Synchronisation kann man, obwohl nicht die gleichen Sprecher wie im Film verwendet wurden, als durchaus gelungen bezeichnen. Die Charaktere sprechen deutlich, wenn auch manchmal etwas wirres Zeug. Beispielsweise kann es euch passieren, wenn Ihr eine gegnerische Frau K.O. schlagt, dass euer Engel dann sagt: Ich liebe Männer, die mir zu Füssen liegen! Abgesehen von diesem etwas unlogischen Wortspiel gibt es ansonsten diesbezüglich nichts zu bemängeln.
Die Musikuntermalung während des Spiels kann leider nur als mittelprächtig bezeichnet werden, da hier nicht wirklich etwas fürs Ohr geboten wird. Die Melodien klingen nämlich zu eintönig und dröhnen auch nur in Stereo aus den heimischen Boxen.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
3 Engel für Charlie: Volle Power im Test.
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