Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Menschen Vs. Deimos
Die Geschichte von Arc: Twilight of the Spirits spielt nicht wie gewohnt aus der Sicht eines einzelnen Charakters, sondern führt euch zunächst in das Leben von zwei äußerst unterschiedlichen Protagonisten ein. So wechselt ihr in der in einzelne Kapitel unterteilten Story zwischen dem menschlichen Königssohn Kharg und dem versklavten Deimos-Sprössling Darc hin und her und erlebt die die Geschichte der beiden verfeindeten Rassen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Nach einer Weile treffen die beiden ungleichen Helden allerdings aufeinander und beschließen, sich gemeinsam gegen die heranstürmende Supermacht Dilzwelt, welche die wertvollen Geistersteinvorräte beider Kulturen ausbeuten will, zur Wehr zu setzen. Die Handlung ist dabei streng vorgegeben, richtige Entscheidungsfreiheiten stehen euch nur selten zur Verfügung.
Strategische Kämpfe
Wie in vielen anderen Rollenspielen nehmen die Kämpfe einen gewichtigen Teil des Spielablaufs ein allerdings überrascht das knifflige Kampfsystem durch zahlreiche taktische Facetten. Während eines rundenbasierten Schlagabtauschs steht jedem Charakter ein Aktionsradius zur Verfügung, innerhalb dessen ihr handeln könnt. Steht ein feindliches Monster außerhalb eurer Reichweite, kann dieses nur via magischem Fernangriff oder frühestens beim nächsten Zug auf direkte Weise mit einer Waffe attackiert werden. Dabei solltet ihr genau überlegen, wo ihr eure verschiedenen Figuren auf dem Spielfeld platziert: Steht ihr mit dem Rücken zum Gegner, nehmt ihr bei physischen Angriffen stärkeren Schaden. Versammelt ihr mehrere Charaktere an einer Stelle, so nehmt ihr die Gefahr auf euch, einen Kollektivschaden zu erleiden alternativ könnt ihr in einer solchen Situation starke Teammanöver einsetzen, wenn eure Motivationsleisten gefüllt sind. Magische Angriffe zehren dabei kräftig an eurem Vorrat an Geistersteinen, welche die klassischen MP-Punkte anderer Rollenspiele ersetzen. Sind eure Ressourcen aufgebraucht, könnt ihr entweder in einem Shop neue Geistersteine erwerben oder selbige während den Kämpfen einsammeln. Manche Monster verlieren nach dem Zufallsprinzip Gegenstände, welche allerdings nicht sofort in euren Besitz übergehen vielmehr müsst ihr diese erst mit einer gesonderten Aktion aufheben und riskiert somit je nach Lage der Items einen wertvollen Spielzug zu verlieren, da ihr euch nach dem Aufheben der Gegenstände nicht mehr weiterbewegen dürft. Sind alle feindlich gesonnenen Krieger von euch besiegt worden, verschwinden auch die restlichen verlorenen Stücke von dem Kampfschauplatz und können nicht mehr geborgen werden strategisches Vorgehen ist also äußerst ratsam.
Anime-Grafik und deutsche Lokalisation
Grafisch präsentiert sich Arc: Twilight of the Spirits auf den ersten Blick solide, auch wenn Landschaften und Effekte im Vergleich zu Branchenprimus Final Fantasy X-2 klar den Kürzeren ziehen und auch vorgerenderte Zwischensequenzen vergeblich gesucht werden. Trotzdem wirken die unterschiedlichen Gebiete liebevoll und sind mit netten Details geschmückt, die für eine plausible Märchenatmosphäre sorgen. Halten sich die grafischen Effekte während den häufigen Kampfsequenzen dezent zurück, können zumindest die Gestaltung der unterschiedlichen Charaktere sowie die Lokalisation überzeugen.
Publisher SCED hat sich sehr viel Mühe mit der Anpassung an deutsche Verhältnisse gemacht, ergo besitzt das Spiel eine größtenteils überzeugende deutsche Sprachausgabe sowie deutsche Bildschirmtexte. Die Spielgeschwindigkeit ist flüssig, störende schwarze PAL-Balken gehören bei Arc: Twilight of the Spirits glücklicherweise ebenfalls der Vergangenheit an, eine ja leider nicht allzu selbstverständliche Tatsache in hiesigen Gefilden. Soundtechnisch wirkt der Titel unspektakulär, statt aufwendiger Kompositionen beherrschen dezente und sich regelmäßig wiederholende Musikstücke und Melodien das Geschehen, ohne aber störend oder gar nervig zu werden.
Längere Fußmärsche über Stock, Stein und Wiese sind also nicht vorhanden, was Morrowind-erprobte Forschernaturen nicht gefallen dürfte. Auch sonst verläuft die Handlung sehr linear, lohnenswerte Entdeckungen abseits der Hauptstory könnt ihr also nur selten machen. Dafür locken Abschnitte wie ein Kolosseum, in dem ihr euch nach Lust und Laune duellieren und wertvolle Prämien abstauben könnt. Insgesamt ein gutes Spiel mit einigen Schwächen, über die kampfeslustige Rollenspielfans im mit Rollenspielen nur spärlichen besetzten deutschen Markt aber ruhig hinwegsehen dürfen wir begrüßen jedenfalls die Entscheidung von SCEE, die traditionsbehaftete Serie in Europa zu veröffentlichen und hoffen, dass dieser Trend weitere Früchte trägt.
Arc: Twilight of the Spirits im Test.
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