Gesamtwertung78%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Seit Jahren nun schon bekämpft Batman in Filmen, Comics und auf den verschiedenen Konsolen das Böse in Gotham City. Die meisten Umsetzungen leben ausschließlich von der Lizenz und haben spielerisch meist nur sehr wenig auf dem Kasten. Das wollen die Jungs von Eurocom jetzt ändern und schicken den Fledermausmann pünktlich zum Start des Kinofilms Batman Begins im gleichnamigen Spiel los, um wieder einmal für Recht und Ordnung im Superheldenuniversum zu sorgen.
Zum Glück hat Batman auch diesmal an eine handliche Auswahl an kleinen Spielzeugen gedacht, die ihm sein Vorankommen in den dunklen Gassen von Gotham merklich erleichtern. Der Batarang etwa wird als Wurfgeschoss eingesetzt und dient zum Durchtrennen von Kabeln oder zum Aktivieren von Maschinen, mit dem Enterhaken dagegen kann man spielend leicht Schwindel erregende Abgründe überfliegen und sich auf höher gelegene Plattformen ziehen. Mit einem Batsender kann man außerdem einen Schwarm Fledermäuse herbeirufen, um seine Widersacher in Angst und Schrecken zu versetzen und sie für eine Weile zu beschäftigen.
Neben diesen doch sehr speziellem Handwerkszeug für Superhelden hat Batman natürlich auch noch einige einfache Dietriche zum Öffnen von Schlössern in den Taschen seines Gürtels. Auch Rauch- und Gasgranten gehören zu seinem Inventar. Doch bevor ihr eine Tür knackt und den dahinter stehenden Wachen in die Arme rennt, solltet ihr mittels optischem Kabel einen Blick riskieren. Ist der einfache Weg zum Ziel zu gut bewacht, hilft nur noch der beschwerliche Umweg über Leitern und Rohre, an denen sich Batman dank Heldenpower und festem Schuhwerk relativ problemlos entlang hangeln kann. So kann man auch Gegnern aus dem Weg gehen oder sie bei ihren Unterhaltungen belauschen, welche oft in einer Art Bild-in-Bild-Technik eingeblendet werden.
Um dies zu vermeiden gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ihr greift die Männer mit Schusswaffen von hinten an und könnt sie so mit einem Stealthkill ohne Gegenwehr loswerden, oder aber ihr jagt ihnen Angst ein: Lasst mit Hilfe des Batarangs Kistenstapel umkippen, zerstört Rohre oder bringt Dampfkessel zum Explodieren. Haben die Gegner ordentlich Muffensausen, lassen sie ihre Waffen fallen und sind daher wesentlich leichter zu überwinden. Ein kleiner Balken gibt euch jederzeit Auskunft darüber, wieviel Angst man im jeweiligen Level vor euch hat. Über den Sinn dieser Anzeige kann man streiten, da sie nur wenig Einfluss auf das Spiel hat.
Letzteres ist wohl auch der größte Kritikpunkt an Batman Begins, denn insgesamt wird euch kaum Spielraum zum Erkunden und Interagieren gegeben. Der Reiz von Stealth-Titeln etwa aus der Splinter Cell-Serie liegt ja im Grunde darin, dass man dort mehrere Wege zum Ziel oder optionale Aufgaben hat, so etwas sucht man hier vergebens. Viele Wachen stehen einfach nur rum und glotzen die Wand an, und wenn sie doch mal patroulieren oder in Gruppen auftreten, dann steht garantiert irgendwo ein Gegenstand herum, den ihr in die Luft sprengen könnt, um ihnen Angst einzujagen. Dazu passt auch die stark vereinfachte Steuerung, mit der ihr Batman durch die Nacht hetzt. Man wird während des ganzen Spiels an die Hand genommen, alle manipulierbaren Objekte sind automatisch mit einem Cursor versehen und es wird euch gesagt, dass ihr euch hier mit dem Bathaken hochziehen oder dort ein Kabel mit dem Batarang durchtrennen könnt. Anfänger mögen ja dankbar sein für diese Hilfe, Profis aber werden sich sehr schnell mehr Handlungsfreiheit wünschen.
Wie schon in vielen anderen Batman-Titeln wird der Heldenalltag durch zwei rasante Rennen mit dem Batmobil aufgelockert. Einmal müsst ihr einen flüchtenden LKW von der Straße rammen, später dann schwingt der schwarze Rächer sich hinter das Steuer, um auf der Flucht vor der Polizei rechtzeitig seinen Unterschlupf aufzusuchen. Bei beiden Renneinlagen hat man sich kräftig beim aktuellen Burnout-Teil bedient, so wie zumindest einem Dauerzocker auch viele andere Elemente des Spiels seltsam vertraut vorkommen werden. Trotzdem machen sie Spaß und passen ins Konzept von Batman Begins.
Die Musik entspricht natürlich den Klängen aus dem Film, der bedrohliche Score untermalt die Schleicherei gekonnt und wird in den Action-Szenen gerne mal etwas wuchtiger. Nicht sonderlich aufregend sind dagegen die altbackenen Soundeffekte, dafür sind die Discs multilingual, wer Battie also schon immer mal z.B. französisch sprechen hören wollte, der hat jetzt die Gelegenheit dazu. Die Originalsprecher verstehen ihr Handwerk und sorgen für ordentlich Atmosphäre in den Dialogen, leider können die Stimmen der 0815-Bösewichte da nicht mithalten.
Batman Begins (13 Bilder)
Ebenso wichtig für eine waschechte Filmumsetzung sind die Filmschnipsel, von denen es diesmal nur recht wenige zu bestaunen gibt. Der weit überwiegende Teil der Story wird in Spielgrafik erzählt. Dafür könnt ihr die Ausschnitte jederzeit im Menü unter dem Punkt 'Bonus' ansehen, je weiter ihr im Spiel kommt, umso mehr Goodies werden freigeschaltet. Am witzigsten ist dabei die begehbare Galerie: Die Katakomben unter Wayne Manor können wie ein normaler Level durchlaufen werden. Hier finden sich sämtliche Gegnertypen, die ihr schon mindestens einmal besiegt hat, in Einzelzellen und rütteln wimmernd an den Gitterstäben.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Batman Begins im Test.
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