Battlefield: Modern Combat

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Digital Illusions
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
16
Battlefield: Modern Combat [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

87%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Battlefield: Modern Combat

Battlefield? Das ist doch ein Multiplayerspiel!

Den größten Vorwurf, den man den Entwicklern der Battlefield-Serie in den letzten Jahren machen konnte, war der jeweils spartanische Singleplayer. Die Bots stellten sich meist dümmer an, als jeder Anfänger, taktisches Vorgehen konnte man kaum erkennen und außer den Multiplayermaps konnte man als geneigter Spieler nichts anderes zocken. Keine Story, keine Atmosphäre, nichts. Anscheinend haben sich die Entwickler diese Kritik aber zu Herzen genommen, denn Battlefield: Modern Combat besitzt einen “richtigen” Singleplayer mit eigener Geschichte. In kurzen Zwischensequenzen wird diese vorangetrieben, wird dabei allerdings nie besonders spannend und ist meist vorhersehbar.

Dabei hat der Spieler die Wahl zwischen vier Fraktionen, den U.S.A., China, den Mächten aus dem Nahen Osten und, sehr glaubhaft, der europäischen Union. In Form von Nachrichtensendungen wird die Propaganda der einzelnen Gegner deutlich und liefert so Hintergrundinformationen über die Geschichte. Im Großen und Ganzen interessiert die Story aber nicht wirklich, denn in Battlefield geht es darum, Gegner auszuschalten und Stützpunkte einzunehmen, mitten im Gefecht denkt man mit Sicherheit nicht mehr an den jeweiligen Führer und seine Ziele. Da man sich während der 20 Missionen auf einem simulierten Schlachtfeld befindet, kann man natürlich von überall ganz schnell mal erschossen oder zerbombt werden. Sobald dies geschehen ist oder man ganz einfach keine Lust mehr auf die gerade gespielte Klasse hat, kommt das neue Hotswap-Feature zum Einsatz.

Dieses erlaubt es dem Spieler, sich von einem Körper in einen anderen zu teleportieren und mit letzterem weiterzukämpfen. Aufgrund der fünf Klassen, Sturmsoldat, Scharfschütze, Pionier, Special Oop und Sanitäter, ist es natürlich wichtig, jeweils den Soldaten auszuwählen, dessen Klasse dem gegenwärtigen Problem am besten entgegenwirken kann. Dies beschert dem Spiel eine angenehm taktische Komponente. Insgesamt ist der Singleplayer aber äußerst Missionsbezogen. Man schlägt sich von Checkpoint zu Checkpoint, um dann letztlich das Primärziel zu erfüllen.

Dabei dürfte allen Kennern der Serie auffallen, dass das Spiel nicht mehr so stark auf Taktik setzt, wie die PC-Versionen. Das ganze Gameplay wirkt flotter, die Wege sind kürzer und überhaupt spielt sich der Titel ungewohnt flüssig und schnell von der Hand. Durch Abschluss einzelner Missionen und durch besondere Verdienste, etwa für besonders gute Zielgenauigkeit oder einen schönen Rampage, gibt es am Ende Orden. Auch kann man seinen militärischen Rang verbessern. Beginnend als Private ist es das Ziel, letztlich 5-Star-General zu werden. Im Singleplayer ist es gar möglich, Lebensenergie und Waffenstärke zu verbessern. Insgesamt ersetzt der Einzelspielermodus aber noch lange nicht solch atmosphärisch dichte Kampagnen, wie wir sie beispielsweise aus Medal of Honor: Frontline kennen dürften.

Im Multiplayer genial?

Natürlich ist der Multiplayermodus das Herzstück des Spiels. Auf über 14 Maps können sich jeweils zwei der vier Fraktionen gegenseitig bekriegen. Dabei sind einige Maps wirklich eine Meisterleistung des Leveldesigns und so ausgefeilt noch in keinem Konsolen-Spiel zu sehen gewesen. Wie im Singleplayer stehen dem Spieler die fünf Klassen zur Verfügung. Unabhängig von diesem startet man ebenfalls mit dem Rang Private. Im Netz ist es aber eine ganze Ecke schwerer Ränge aufzusteigen, denn taktisches Geschick ist gefragter denn je. Spieler, die einfach drauflos laufen, werden nicht lange überleben. Leider ist die Zahl der Spielmodi sehr begrenzt. Etwas Obligatorisches wie das Deathmatch gibt es nicht, lediglich der Eroberungsmodus und Capture the Flag werden von den Maps unterstützt. Aber das reicht eigentlich völlig aus, da ersteres bereits süchtig macht. Ziel dieser Spielvariante ist es, die Tickets der Gegner auf 0 zu verringern. Dies kann durch Abschüsse gelingen, aber auch durch das Einnehmen von Stützpunkten.

Sobald eine Fraktion die Überhand gewinnt und mehr als die Hälfte der einnehmbaren Punkte besetzt hat, sinkt die Zahl der Tickets des Gegners automatisch. Dass man “nur” mit bis zu 23 anderen menschlichen Spielern zocken kann, mutet zunächst etwas verunsichernd an. Doch da die Maps nicht so gigantisch sind, wie in den PC-Versionen, dabei aber dennoch genügend Platz für Luft- und Seekriege bieten, bleibt das Ganze übersichtlich und bietet vor allem einen schnellen Einstieg und ein gezieltes Kennenlernen der Locations. Und nur wer seine Umgebung kennt, kann überleben.

Die Waffen- und Vehikelvielfalt sticht vor allem ins Auge. Noch nie bot ein Spiel auf einer Konsole so viele verschiedene Möglichkeiten, einen anderen Spieler zu überraschen und zu töten. Da erwischt einen mal ein Artillerieschlag, mal eine Bombe und mal eine Kugel eines Scharfschützen, den man nicht mal im Entferntesten bemerkt hatte. Leider stellt sich das Zielen zumindest anfangs als recht gewöhnungsbedürftig heraus. Da Battlefield: Modern Combat aber der erste Titel der Serie auf dieser Plattform ist, sollte man solch kleine Kinderkrankheiten nicht so übel nehmen.

Mit Zunahme der Spieldauer wird auch das Zielvermögen des Spielers deutlich besser. Sobald man die relativ simple Steuerung der Flugzeuge erlernt hat, kann man auch in der Luft für Tumult sorgen. Dabei sollte man aber immer darauf achten, dass Vehikel von mehreren Teammitgliedern besetzt werden können. So ist beispielsweise während eines Fluges einer für das Steuern und Bombenabwerfen zuständig, ein anderer feuert aus dem Flugzeug auf Gegner am Boden und wieder ein anderer wartet nur darauf im feindlichen Gebiet abzuspringen und mit dem Fallschirm zu landen.

Dadurch fühlt man sich nicht selten für seine Teammates verantwortlich und spielt so automatisch taktischer und vorsichtiger, was dem Gameplay nur gut tut. Nach jeder Runde werden die Besten mit Orden prämiert.

Battlefield: Modern Combat (10 Bilder)

Im übrigen erhält man für Abschüsse und andere Leistungen, wie Einnehmen von Stützpunkten oder Erringen der gegnerischen Flagge Punkte, durch die man dann Ränge aufsteigen, aber auch seine Platzierung in der weltweiten Rangliste verbessern kann. Alles in allem, also ein Gameplay, das ausgefeilter und fesselnder nicht sein könnte.

Technisch auf der Höhe der Zeit?

Wie schon angesprochen, wurden die Maps zum großen Teil einfach genial designt. Natürlich spielt da auch die grafische Gestaltung mit hinein. Diese wirkt einladend und teilweise einfach nur schön. Man sprintet, schleicht oder kriecht gern durch die Welten von Battlefield: Modern Combat. Zwar gibt es hier und da einige Probleme mit der Kantenglättung und auch die Pings sind nicht immer die besten, dennoch haben es die Entwickler geschafft, die begrenzten technischen Möglichkeiten der “alten” Konsolen so zu nutzen, dass das Spiel auch mit 24 Zockern immer flüssig läuft und keine “Framerateeinbrüche” zu beklagen sind. Fragt sich nun, was bei schöner Spielwelt und flüssigem Gameplay eigentlich der Technik der Konsole zum Opfer fiel? Nun, es sind die Spielercharaktere. Die sind nämlich ziemlich hässlich, Gesichtszüge sind nicht zu erkennen, aber wer will schon seinen Gegner lachen sehen, wenn er einen gerade erschossen hat?

Musikalisch und soundtechnisch gehört der Titel beinahe schon traditionsgemäß zum besten, was das Actiongenre zu bieten hat. Die Sounds der Waffen klingen spektakulär und die musikalische Untermalung perfektioniert die geniale Atmosphäre, die vor allem im Multiplayermodus aufkommt, wenn neben einem Bomben einschlagen und ein Kugelgewitter auf die Teamkameraden niederprasselt.

Fazit

Zwar bietet Battlefield: Modern Combat noch immer keinen wirklich fesselnden Singleplayermodus, dafür erwartet den geneigten Spieler online ein Spielerlebnis, das ihn so schnell nicht wieder loslassen wird. Die riesige Waffen- und Vehikelauswahl, sowie das an sich geniale Gameplay, die sehr gute technische Seite, die himmlische Atmosphäre und das Teamgefühl zerschlagen alle Zweifel auf Anhieb und lassen kleinere Kritikpunkte, wie die recht ungenaue Zielfunktion und die eingeschränkte Kommunikation schnell vergessen. Battlefield: Modern Combat darf sich zu Recht als DAS “Multiplayeractiongame” für die Konsolen bezeichnen!

Battlefield: Modern Combat [PS2 , Justgamers]

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