Beach Spikers
Vom Unfang her bietet Beach Spikers das, was man von einem klassischen Arcadetitel erwartet. Zuerst sollte man sich in das Tutorial begeben, da dort alle Regeln und Steuerungsarten des Spiels erlernt und trainiert werden können. Dies geschieht auf eine sehr motivierende Weise und wird zu keinem Zeitpunkt langweilig, da die Entwickler den Schwierigkeitsgrad der einzelnen Übungen genau in der richtigen Höhe angesetzt haben. Hinzu kommt eine intuitive und leicht erlernbare Steuerung, die man bereits nach wenigen Minuten beherrscht. Während man seine Spielfigur mit dem Analogstick über das Feld bewegt, benötigt der Spieler nur zwei Buttons, um sämtliche Aktionen der Sportlerinnen durchzuführen. So kann man durch zeitlich geschicktes Drücken des A bzw. des B Knopfes alle vom Volleyballsport her bekannten Bewegungsarten nachahmen, was dem Spiel eine leichte Erlernbarkeit und eine hohe Einsteigerfreundlichkeit verschafft. Grundsätzlich reagieren die Spielerinnen sehr akkurat auf die Eingaben des Controllers, und durch das sinnvolle Layout ist die Steuerung wirklich als optimal zu bezeichnen.
Frauen an die Macht
Des Weiteren gibt es den World Tour Modus, den inhaltlichen Kern von Beach Spikers. Hier stellt man sich sein eigenes Team von zwei Sportlerinnen zusammen, die sich vom Aussehen und der Nationalität frei nach den persönlichen Wünschen des Spielers konfigurieren lassen. Hat man sein eigenes Dream-Team fertig gestellt, muss man dieses durch eifrige Teilnahme an Turnieren und Wettkämpfen langsam an die Weltspitze heranführen. Interessant ist hier die Entwicklung der beiden Spielerinnen, denn diese verändern sich im Laufe der Zeit stark. Während man von Beginn an die Steuerung eines Charakters übernimmt, übernimmt die CPU die Kontrolle seiner Mitspielerin. Leider ist die Partnerin am Anfang noch alles andere als austrainiert und steht eher nutzlos als hilfreich im Spielfeld herum. Nach jedem Sieg gegen gegnerische Mannschaften kann man aber gewisse Attribute wie Kraft, Schnelligkeit und Reaktion seiner Mitspielerin verbessern, so dass diese nach einigen Erfolgen zur echten Profispielerin mutiert. Auch wenn man sich bei Spielbeginn ab und zu über leichtsinnige Fehler der Partnerin ärgern mag, entwickelt man nach einer gewissen Spieldauer ein echtes Teamgefühl, was sicherlich zu größten Teilen diesem Aufbaufeature zu verdanken ist.
Multiplayerfun en masse
Weiteres Highlight von Beach Spikers ist wie bei fast jedem Arcadetitel selbstverständlich der Multiplayermodus. Hier hat sich Sega an seine alten Tugenden erinnert und einen spaßigen und leicht zugänglichen 4 Spieler Modus integriert, welcher von der Qualität her an Klassiker wie Virtua Tennis heranreicht. Aufgrund der einfachen Steuerung und der unkomplizierten Spielmechanik kommt man so schnell nicht mehr von Bildschirm weg, hat man sich einmal mit seinen Freunden auf hitzige Matches eingestellt. Weiteren Spielspass versprechen die zuerst noch versteckten Bonusmodi, welche dem Mehrspielermodus noch mehr an Qualität verleihen. Sind der Beach Flag und der Beach Point Kick Modus noch relativ durchschnittlich, konnte uns vor allem der Beach Countdown begeistern. Hier hat man als Spielgerät anstatt eines traditionellen Volleyballes eine Bombe, deren Zeit gnadenlos herunter tickt. Hier macht es mit 4 Spielern wirklich jede Menge Spaß, sich gegenseitig die Bombe zuzupassen und im richtigen Zeitpunkt zum gegnerischen Team zu spielen. Da pro Ballbesitz ja bekanntlich nicht mehr als drei Berührungen der jeweiligen Mannschaft erlaubt sind, kommt es mitunter zu ganz spannenden und daher umso lustigeren Ballwechseln.
Gute Grafik & mieser Sound
Auch von technischer Seite kann Beach Spikers in fast allen Punkten überzeugen, da sich die Entwickler bei Sega wirklich viel Mühe mit einer realistischen und ansprechenden Darstellung des Spielgeschehens gemacht haben. Die Sportlerinnen selbst sehen teilweise schon fast zu real und zu verführerisch aus, als es dem Spieler lieb sein kann. Da wird es zeitweise schwer, das Auge auf die wichtigen Dinge zu richten
wer allerdings eine gleiche Darstellung an Erotik wie bei Dead or Alive Beach Volleyball erhofft, der wird leicht enttäuscht werden, da Sega seine Sporttitel auf einem ansprechenden Niveau präsentieren möchte. Trotz allem wirken die Spielerinnen aufgrund knappen Bikinis, tollen Figuren und aufreizenden Siegesposen sehr verführerisch, was wohl niemanden wirklich stören wird. Auch die Hintergründe und Zuschauer sind ansprechend modelliert und wirken sehr lebendig, genauso wie die Animationen der Volleyballerinnen. Diese hinterlassen beim Laufen im Sand die von Virtua Fighter 4 her bekannten Fußspuren, was dem Titel etwas mehr an Authentizität verleiht und Segas Liebe zum Detail zeigt. Lediglich die Kameraführung wirkt ab und zu etwas ungeschickt, da man nicht immer Überblick über das ganze Spielfeld und die Positionen seiner Charaktere hat, was aber glücklicherweise nur selten vorkommt.
Etwas mehr Liebe und Sorgfalt hätten die Entwickler allerdings in den Sound von Beach Spikers stecken können, da dieser nur unterdurchschnittlich ist. Die Anzahl der Soundeffekte während eines Spiels ist überschaubar, und auch die kurzen Dialoge zwischen den Spielerinnen und des Kommentators wirken oft fehl platziert und schlecht aufgenommen. Gleiches gilt für die Hintergrundstücke, da diese sehr monoton und eintönig wirken und aufgrund mangelnder Abwechslung wenig Flair vermitteln.
Fazit
Sega hat mit Beach Spikers einmal mehr ein überzeugendes Produkt auf den Markt gebracht. Wer auf der Suche nach einem leicht zugänglichen und unkomplizierten Beachvolleyballspiel ist, der braucht nicht mehr weiterzusuchen, da Beach Spikers in fast allen relevanten Punkten von hoher Qualität ist. Die Steuerung ist einfach und intuitiv, der Umfang für ein Arcadespiel ausreichend und der Spielspaß bleibt vor allem im Mehrspielermodus aufgrund eines einfachen und schnellen Gameplays immer auf beachtlicher Höhe. Der höchstens durchschnittliche Sound von Beach Spikers lässt sich ohne weiteres verschmerzen, da dieser für den Spielspaß fast nicht von Bedeutung ist und man aus der Spielhalle ohnehin nur wenig anderes kennt. Freunden von multiplayerorientierten und arcadelastigen Sportspielen können wir Beach Spikers also uneingeschränkt empfehlen, Liebhaber von realistischen Simulationen sollten sicher allerdings woanders umsehen.
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