Gesamtwertung88%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Endlich ist die lange Zeit des Wartens vorbei! Denn seit dem 23. Februar ist Electronic Arts knallhartes Ego-Shooter-Projekt namens Black, auf das viele Spieler schon sehnsüchtig gewartet haben, erhältlich. Dass der actionlastige Titel geschichtlich nicht viel auf dem Kasten hat, dürfte inzwischen bekannt sein, aber wen stört das schon, wenn der sonstige Gesamteindruck stimmt!?
Jack Kellar - Der Demolition Man
Ihr schlüpft in Electronic Arts neustem Werk Black, das von den kreativen Köpfen von Criterion Games entwickelt wurde, in die Rolle des Sergeant Jack Kellar, einem erfahrenen Black-Ops-Kämpfer, und macht Jagd auf den Verräter William Lennox. Dieser abtrünnige amerikanische Ex-Agent hat nämlich die Seiten gewechselt und kurzerhand die Verbrecherorganisation Seventh Wave gegründet, die mit illegalen Waffen handelt und inzwischen den globalen Frieden bedroht. Euer Auftrag lautet: William Lennox aufspüren und ihn für immer unschädlich machen. Kein leichtes Unterfangen, wie ihr nach den ersten Spielminuten unschwer feststellen werdet.
Nach dem sehr schönen und mal etwas anderen Introvideo, das unter anderem mit echten Schauspielern daherkommt, geht es auch schon sofort los mit der Action. Und davon bietet Black eine Menge. Hier heißt es ballern, ballern und nochmals ballern oder ihr werdet abgeballert. Euer Einsatz startet in einem heruntergekommenen Gebäude, in dem bereits die Fensterscheiben vom Kugelhagel feindlichen Beschusses bersten. Ihr hechtet zur Stahltür, packt das davor abgelegte Gewehr und spendiert der verschlossenen Tür eine ordentliche Ladung Schrot, so dass diese aus der Verankerung fliegt. Bevor ihr die darauf folgende Treppe herabsteigt, verpasst ihr dem geparkten Fahrzeug, hinter dem ein feindlicher Soldat Stellung bezogen hat, eine volle Breitseite aus eurem Lauf. Der Wagen explodiert und die Druckwelle befördert den ahnungslosen Feind in den virtuellen Tod und schleudert ihn in die nächste Ecke. Ihr setzt euren Weg durch die verdreckten Straßen fort und kommt an ein Gebäude, aus dem mehrere angreifende Soldaten stürmen. Um der Überzahl entgegenwirken zu können, werft ihr schnell eine Splittergranate in deren Reihen.
Panische Schreie und wegrennen hilft jedoch nichts mehr, nach der Detonation und mehreren durch die Luft gewirbelten Angreifern ist der Weg ins Gebäude frei. Weit gefehlt! Kurz darauf könnt ihr aus der Ferne einen Rauchschweif erkennen, der ganz klar ankündigt, was euch in diesem Moment in den Sinn kommt. Eine Rakete! Bevor ihr reagieren und Deckung in der Umgebung suchen könnt, ist diese auch schon in der Wand neben euch eingeschlagen und der eben begonnene Einsatz ist so schnell gescheitert, wie er angefangen hat.
Folglich können Vorstadtrambos die Waffen und das rote Stirnband gleich wieder einpacken. EAs Black bietet zwar Non-Stop-Balleraction, ist jedoch nichts für orientierungslose und draufgängerische Ego-Shooter-Veteranen. Laufen, Schießen und Ducken sind zwar die wichtigsten Bestandteile dieses Titels, allerdings kann man sich den schießwütigen Angreifern nur mit taktischem Verhalten entgegenstellen. Die gegnerischen Einheiten laufen euch nämlich nicht planlos und unkoordiniert vor das Rohr, sondern agieren meistens äußerst realistisch und haben Dank der ausgeschlafenen Gegner-KI fast immer die passende Taktik auf Lager. Da wird in feindlichen Verbänden angegriffen, hinter Mauern oder Fahrzeugen Stellung bezogen und aus dem Hinterhalt angegriffen. Glücklicherweise kann euer Black-Ops-Elite-Kämpfer auf ein reichhaltiges Arsenal an Waffenkraft zurückgreifen und sich damit schlagkräftig zur Wehr setzen.
Angefangen bei der Pistole, über die Schrotflinte, dem Maschinengewehr, einem Scharfschützengewehr, Granaten sowie einem schweren Raketenwerfer, bietet Black so ziemlich alles an radikaler Waffengewalt, was Shooter-Fans begehren.
Dumm ist dabei allerdings, dass ihr lediglich zwei dieser Bleipusten gleichzeitig mit euch tragen könnt, was jedoch den Realismusgrad nach oben schraubt. Eine feine Sache hingegen ist, dass euch in Bezug auf die Handhabung der Waffen fast keine Grenzen gesetzt sind.
Eine wahre Zerstörungsorgie
Egal ob ihr den Tank eines Fahrzeugs in die Luft jagt, in einem Minenfeld eine verheerende Kettenreaktion auslöst, explosive Fässer unter Beschuss nehmt oder eine Hausfassade zum Einsturz bringt und unvorsichtige Soldaten von herabstürzenden Mauerwerk erschlagen lasst, Black bietet zahlreiche Möglichkeiten, diverse Probleme oder Gegner aus dem Weg zu räumen. Alles was ihr dazu tun müsst, ist, die Augen offen zu halten und die Umgebung nach entsprechenden Gelegenheiten abzusuchen.
Audiovisuell zeigt sich das Ballerspektakel von seiner allerschönsten Seite! Wer Black das erste Mal zu Gesicht bekommt, wird verwundert sein, wie so ein Grafikfeuerwerk ohne größere Ruckeleinlagen auf der inzwischen sechs Jahre alten Hardware der guten alten PlayStation 2 überhaupt möglich ist. Hier haben die Entwickler von Criterion einmal mehr bewiesen, dass die PS2 noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Die weitläufigen Levelareale, die animierten Kämpfer, Explosionen, aufgewirbelter Staub, das Mündungsfeuer eurer Waffe und die einstürzenden Hausfassaden sehen einfach bombastisch aus. Allen voran die wirklich coolen und gelungen aussehenden Nachladesequenzen, mit ihrem verschwommenen Hintergrund, zeugen von Detailverliebtheit und Können seitens Criterion, die sich mit Black auf Ego-Shooter-Neuland begeben haben. Beim Sound gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln und ordentlich etwas auf die Ohren. Der eingebundene Pro Logic II-Sound sorgt dafür, dass euch aus jedem Kanal Kugeln und druckvolle Explosionen um die Ohren fliegen und vermittelt euch zudem das Gefühl, permanent mitten im Geschehen zu stehen. Eine gute deutsche Synchronisation und zwischendurch eingesetzte Musikstücke begleiten währenddessen die schon fast perfekte Inszenierung.
Zusätzlich runden die eingängige, durchdachte und unkomplizierte Steuerung, die 50/60 Hertz-Option sowie ein Widescreen-Modus das Technikpaket positiv ab. Hier wurde seitens der Entwickler alles richtig gemacht.
Nicht alles ist Gold was glänzt!
Leider haben wir auch einige negative Aspekte im Spiel zu vermelden. Von den langen Ladezeiten und den vielen Treffern, die eure Feinde einstecken können, bevor sie zu Boden gehen, einmal abgesehen, stört es, dass ihr in eurer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt seid. Euer Held kann weder springen, noch klettern, lediglich laufen, ducken und schießen beherrscht der Superagent. Angeprangert werden kann auch der unausgeglichene Schwierigkeitsgrad, der gerade im letzten Viertel des Spiels extrem anzieht. Rar gesäte Speicherpunkte erschweren zudem gegen Ende des Spiels das Vorankommen. Schade ist außerdem, dass eindeutig zu wenig Abwechslung geboten wird. Ihr werdet beispielsweise nie von einem Hubschrauber aus der Luft angegriffen, es fahren keine mit Standgewehren ausgerüsteten Fahrzeuge herum und auch die stationären Geschütze dürfen lediglich von der gegnerischen Seite benutzt werden. Hauptkritikpunkt ist allerdings die fehlende Online- beziehungsweise Mehrspielerunterstützung, mit der das Spiel nicht nur abwechslungsreicher, sondern auch deutlich länger gewesen wäre. Genrekenner werden nämlich schon nach knapp acht Spielstunden den Abspann über den Bildschirm flimmern sehen. Auch der Wiederspielwert hält sich in Grenzen, da neben zwei weiteren Schwierigkeitsgraden lediglich einige neue Waffen freigeschaltet werden. Zugegeben, das alles sind nur kleine Mankos die sich nicht wirklich negativ auf den Spielspaß auswirken, trotzdem verwehren sie dem Titel eine höhere Wertung.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Black##zitat| ein technisch sensationelles und hochimposantes Ballerspektakel ist, das kurzzeitig einen Heidenspaß bereitet und das man einfach gezockt haben muss. Also: Holt euch dieses brachiale Teil!