Bratz - The Movie

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
THQ
Entwickler
Disney Interactive
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
0
Bratz - The Movie [PS2 , looki.de]

Gesamtwertung

66%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Bratz - The Movie

Mann muss Cloe, Jade, Sasha und Yasmin und mit Bratz das passende Franchise dazu nicht kennen. Zumindest nicht, wenn man weder weiblich, noch blutjung ist und keinen Sinn für die neusten Styles respektive die nötige „Passion for Fashion“ hat. Das heißt nicht, dass die Fangemeinde um die Trendy-Girls nicht groß genug wäre, um einen weiteren Softwaretitel rund um Stylesville für PlayStation 2 und Wii zu bringen. Die Vorgänger waren für die „kleinen Mädchen“ durchaus einen Blick wert, mit Bratz – The Movie möchte THQ nun stilsicher erneut kleine Prinzessinnen begeistern. Ob das gelingt?

Pink ist das neue Schwarz

Cloe, von ihren Freundinnen liebevoll Angel genannt, hat es nicht leicht. Ihr Notendurchsdroht unter die magische zwei zu rutschen und das sehen ihre Eltern gar nicht gerne. Um auch weiterhin hip und gestylt durch Stylesville mit ihren BFF (Best friends forever) durch die Modeläden tingeln zu dürfen muss eine eins her, um den Schnitt zu retten. Welches Fach böte sich da besser an, als der Modekurs? Leider haben die vier Modedamen die Rechnung ohne Lehrerin Burdine gemacht, die nicht viel von den Vieren hält und ihnen den ein oder anderen Schuh in den Weg wirft. Genug Stoff, für jede Menge Minispiele und einen ganzen Sack voll modischer Tücken. Die Story ist übrigens nicht mit der des gleichnamigen Films (Angelaufen im August diesen Jahres in den USA) identisch, der in Deutschland nicht in den Kinos lief und wohl auch nicht laufen wird.

Zu Beginn fällt das auf, was viele (vermeintlich) mittelmäßige Spiele verfolgt: (Unter-)durchschnittliche Optik und eine miese Steuerung. Warum vermutet man (zu Recht) bei „solchen“ Spielen immer vorher, dass es gerade an diesen beiden Dingen hapert? „Angel“ Cloe, „Bunny Boo“ Sasha, „Pretty Princess“ Yasmin und „Kool Kat“ Jade sehen nicht mehr zeitgemäß aus und bewegen sich so schwammig, das „richtige“ Spieler den Damen Bruce Darnell als Lauflehrer an die Hand wünschen. Die Umgebungen sind zwar hübsch bunt, aber wenig belebt. Immerhin gibt es kaum Ladezeiten. Die Sounds aus der Serie kommen Außenstehenden etwas nervig vor, passen aber gut zum Popimage. Etwas mehr als drei Stücke wären trotzdem gut gewesen. Die „Shufflefunktion“ wirkt bei der geringen Auswahl ungewollt komisch.

Die Zielgruppe wird vor lauter Mode, Pink und neuen Frisuren diesen Mankos wenig Beachtung schenken, schade ist es trotzdem. Denn an sich ist die Idee hinter Bratz – The Movie nicht schlecht. In einzelnen, übersichtlichen Missionen arbeiten alle vier Barbiekonkurrentinnen an der Fertigstellung des Magazins und später vielleicht sogar am eigenen Filmauftritt. Durch gute Erklärungen, einfach zu durchschauende Aufgaben und den übersichtlichen Ausmaßen der Stadt werden selbst die kleinsten Spielerinnen schnell Erfolge verbuchen. In gut strukturierten Editoren entwerfen die Modedesignerinnern von morgen per Knopfdruck neue Klamotten (Oberteile, Jacken, Schuhe, Kleider usw.) für das Quartett, ein Plakat für den großen Auftritt auf der Bühne oder schminken die holde Dame mit Lippenstift, Mascara und Lidschatten. Recht schnell bekommt ihr ein Haustier (Hund oder Katze) an die Seite, das auf Befehl Kunststücke vorführt und mit Leckerli belohnt werden kann. Diese kreiert ihr im „Treatz“ über ein kleines Minispiele im Stile des klassischen Mastermind. In zehn versuchen muss aus fünf Zutaten die richtige Dreier-Kombination gefunden werden, durch leuchtende Punkte wird euch dabei angezeigt, wie viele der aktuell gewählten Zutaten schon richtig sind. Knöpfchen gedrückt werden darf auch bei den Tiershows, Musikauftritten mit Gitarren und der Modeshow. Links auf dem Bildschirm wird eine Kombination aus drei Knöpfen gezeigt, die korrekt nachgedrückt werden muss. Dann spielen Cloe und Kumpanen fleißig rockige Sounds, der kleine Hund hüpft im Kreis und bei der Modenschau glänzen die Girls mit trendy Posen – Kleiner Einsatz, große Wirkung!

Einen Großteil des Spielspaßes kommt durch das Erstellen eigener Kollektionen und den Kauf diverser Kollektionen, mit denen sich die Mädels einkleiden lassen. Das Geld dazu findet sich auf der Straße (Münzen tauchen immer direkt in der Nähe der Bratz auf) oder wird bei den Tierwettbewerben verdient. Geldmangel herrscht nie, sodass die jungen Spieler sich nicht zwischen der neusten Sonnebrille oder dem schicken grünen Schuhen entscheiden müssen – hier wird einfach beides gekauft! Für das kleine Haustier gibt es natürlich eigene Kollektionen.

Fazit

Einfache Missionen, ständige Hilfestellungen, ein Kompass, der die Spielerin stets an den richtigen Ort führt. Bratz – The Movie punktet da, wo es wichtig ist. Das Gameplay ist sehr eingängig, einsteigerfreundlich und ohne Hürden. Kleine Damen werden schnell in den Genuss voller Kleiderschränke und hübsch bemalter Gesichter kommen – Alles in deutscher Sprache. Die Übersetzung ist zwar nicht die Beste, aber immerhin ist eine vorhanden. Leider wurden den Feinheiten der deutschen Sprache nicht immer die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Immerhin sind die Bratz für viele kleine Mädchen Vorbilder und was die sagen, muss irgendwie richtig sein. Wenn dann Sätze à la „Phobee muss lernen, die Arbeit nicht zu ernst zu nehmen“ oder „Ist dein Tier unzufrieden? Vielleicht hat es ja Hunger...“ zu lesen sind, kommt man ins Grübeln. Weitere Mängel sind nicht von der Hand zu weisen. Gerade Steuerung, Optik und Sound fallen aus der Reihe. Aber stört das kleine Modedesignerinnen? Nein. Sie sehen pink, rosa und ihre vier Vorbilder aus der TV-Serie.

Bratz - The Movie [PS2 , looki.de]

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