Gesamtwertung85%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Das Comeback der Belmonts
Storymäßig präsentiert sich Castlevania gewohnt schwachbrüstig mehr als eine kurz ausgeschmückte Hintergrundgeschichte ist auch dieses Mal nicht drin. Im neusten Spross der Serie schlüpft ihr in die Haut von Kreuzritter Leon Belmont, ein weiterer Abkömmling der legendären Belmont-Familie. Eigentlich hat der smarte Jüngling wenig mit Vampiren und ähnlichen Bösewichten zu tun, hätte nicht Fiesling Walter Bernhard seine Verlobte Sara entführt und sich mit ihr in einem verwunschenen Schloss verschanzt.
Gründe für die Entführung werden im Intro keine genannt, trotzdem ist es für Leon natürlich selbstverständlich, sich auf die Suche nach seiner Sara zu begeben und sie aus den Klauen des bösen Bernhard zu entwenden. Hilfreich steht ihm dabei Rinaldo zur Seite, der Leon in seinem Shop mit allerlei nützlichen Gegenständen und Tränken unterstützt die dafür benötigten Geldmünzen findet ihr überall im Schloss verstreut.
Hat euch das kurze Intro in die Geschichte eingeführt, geht das eigentliche Spiel auch gleich los: Nach wenigen Schritten habt ihr das mystische Gemäuer erreicht und betretet die ersten Eingangshallen. Nach einer kurzen Einführung für die wichtigsten Grundmanöver mit der Peitsche erreicht ihr einen Raum, der eine Verbindungsstelle zu fünf separaten Themengebieten darstellt. Mittels Magieportal begebt ihr euch gleich in den ersten Abschnitt, im dem auch schon einige Monster auf euch warten.
Castlevania-typisch steht die Action dabei klar im Vordergrund: auf taktische Spielereien wird größtenteils verzichtet, dafür stehen regelmäßige Hack&Slay Sequenzen an der Tagesordnung anfallende Vergleiche mit Devil May Cry von Capcom sind dabei die logische, aber nicht wirklich gerechtfertigte Konsequenz.
Sado-masochistische Vampirjäger-Praktiken
Damit ihr eure Widersacher in die ewigen Jagdgründe schicken könnt, stehen euch mehrere Alternativen zur Verfügung. Erste Wahl ist dabei die altbekannte Peitsche, mit der ihr angreifende Skelette mit gleich reihenweise eliminiert. Im Laufe des Spiels erlernt ihr zudem weitere Manöver, so dass jeder Bösewicht individuell bearbeitet werden kann.
Die von der Serie bekannten Sup-Weapons finden auch im aktuellen Ableger ihren Einsatz: Traditionsgemäß handelt es sich dabei um Dolch, Schwert, Weihwasser, Kristall und Kruzifix, von denen ihr aber immer nur eine mit euch führen könnt. Habt ihr genügend Herze gesammelt, könnt ihr die verschiedenen Items zur effektiven Monsterbeseitigung einsetzen eine Kombination mit farbigen Orbs erhöht die Zerstörungskraft dabei um ein Vielfaches.
Diese Kristallkugeln erhaltet ihr durch das Besiegen eines Bossgegners, der am Ende jedes Abschnittes auf euch wartet und im Gegensatz zu normalen Gegnern durchaus ein taktisches Vorgehen erfordert. Habt ihr einen Abschnitt schließlich komplettiert, findet ihr euch im ursprünglichen Schloss von wieder und teleportiert euch in das nächste finstere Gewölbe, bis schließlich der finale Showdown erreicht ist.
Aufmerksamkeit wird belohnt
Neben dem sehr linearen Spielverlauf wird auch ein aufmerksamer Forscherdrang belohnt: So existieren diverse Geheimräume und Abschnitte, welche ihr erst später mit der richtigen Ausrüstung oder einem passenden Schlüssel erreichen könnt. Dort findet ihr Gegenstände, mit denen ihr eure Lebensleiste verlängern könnt oder gar Ausrüstungsgegenstände wie eine Rüstung oder Ringe, die körperliche Attribute des Protagonisten verbessern.
Die Erforschung dieser Geheimnisse ist für das Komplettieren des Spiels zwar nicht essentiell, sorgt aber für die notwendige Abwechslung im sonst sehr monotonen Spielablauf. Damit das stetige Kämpfen mit den vielfältigen Monsterarten nicht zu träge wird, haben die Entwickler ein paar Rätsel in den Spielablauf integriert: Einfache Schalter- oder Statuenrätsel sorgen für kurze Denkpausen, fordern den Geist des Spielers aufgrund ihrer simplen Struktur aber nur geringfügig.
Technisch zeigt sich Castlevania keineswegs von einer mittelalterlichen Seite, sondern gefällt bis auf kleine Probleme durchaus. Abwechslungsreiche und fantasievoll gestaltete Bösewichte paaren sich mit schönen Lichteffekten und überzeugenden Animationen. Lediglich die etwas sterilen und abwechslungsarmen Kellergewölbe benötigen trotz teils wunderschöner Texturen etwas mehr künstlerische Fantasie: Ohne das gelungene Kartensystem würdet ihr euch mangels fehlender Orientierungsmöglichkeiten regelmäßig verlaufen. Eine weitere Rüge verdient die Kamera, so ist diese leider nicht manuell justierbar und sorgt in einigen Situationen daher für mangelnde Übersichtlichkeit, was in manchen Kampf- und Hüpfsequenzen durchaus negativ zu Buche schlägt.
Ähnliches gilt für die Steuerung des Titels: Zwar geht diese in den üblichen Metzeleien locker von der Hand, in gelegentlich auftretenden Sprungabschnitten mangelt es jedoch etwas an Präzision, was in Kombination mit der starren Kameraperspektive für frustige Momente sorgt.
Löblich ist die Sounduntermalung des Spiels, überrascht diese doch mit einer vielfältigen Präsentation. Von stimmigen Orgelmelodien hin zu rocklastigen schnelleren Titeln wird Abwechslung großgeschrieben allerdings schwankt die Qualität zwischen den einzelnen Stücken merklich, eine höhere Anzahl an Melodien wäre ebenfalls wünschenswert.
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