Gesamtwertung65%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Knapp zwei Jahre ist es nun her, als uns Konamis Castlevania-Mastermind Koji 'Iga' Igarashi das letzte Castlevania für die PlayStation 2 beschert hat. Und da der Vorgänger recht erfolgreich gewesen ist bekam damals bei uns satte 85% und einen JG-Award verliehen wird diesem selbstverständlich ein Nachfolger spendiert.
In Curse of Darkness schlüpft ihr dieses Mal jedoch nicht in die Rolle des Kreuzritters Leon Belmont, sondern übernehmt den Part von Hector, einem einstigen treuen Untergebenen des Vampirfürsten Dracula. Seinerzeit war Hector ein Devil Forgemaster, der zusammen mit seinem Kollegen und seinem besten Freund Isaac zum engsten Kreis des Grafen Dracula gehörte. Allerdings hatte er irgendwann keinen Bock mehr, ständig den Handlanger für seinen Meister zu spielen und flüchtete desillusioniert von den Idealen seines Mentors aus der Wallachai. Nun, drei Jahre später, Dracula ist inzwischen in einem Kampf gegen die Belmonts besiegt worden, kehrt plötzlich Isaac zurück, erklärt Hectors Frau Rosaly zur Hexe und lässt diese in ihrem Heimatdorf öffentlich verbrennen. Voller Zorn und angetrieben von Rache begibt sich Hector zurück in die Wallachai, um Isaac in Draculas ehemaligem Schloss für den Tod seiner geliebten Frau büßen zu lassen.
Auf eurer Reise durch die finsteren Dungeons seid ihr allerdings nicht alleine, sondern es begleiten euch die so genannten Unschuldsteufel. Diese mystischen Kreaturen verfügen über diverse spezielle Fähigkeiten, stehen euch im Kampf tatkräftig zur Seite und sind eine der Hauptneuerungen, die das Spiel zu bieten hat. Tummeln sich zu viele Gegner auf dem Bildschirm könnt ihr beispielsweise den Steingolem Maikia heraufbeschwören, der mit seinen riesigen Fäusten und einem Hieb gleich mehrere Feinde zurück in den Hades schickt.
Oder habt ihr Probleme mit eurem Energiebalken, ist die kleine Fee Hugh zur Stelle und heilt euch mit ihrem mitgeführten Zauberstab. Die einzelnen Fähigkeiten der Unschuldsteufel können darüber hinaus aber auch noch ausgebaut werden. Jeder erledigte Gegner bringt Erfahrungspunkte, die gutgeschrieben werden, um eure hilfreichen Kampfpartner später automatisch Hochzustufen und mit neuen Talenten zu versorgen. Auch Hector erhält für jede entsorgte Höllenkreatur Erfahrungspunkte, mit denen er ebenfalls automatisch dazulernt. Die getöteten Biester bringen allerdings nicht nur Erfahrungspunkte, sondern verlieren zudem verschiedene Rohstoffe wie Stahl, Eisen oder Bronze, mit denen sich euer Held in einer weiteren erwähnenswerten Neuerung diverse Gegenstände selbst schmieden kann. Hierzu wechselt ihr ins Inventar und baut aus dem hinterlassenen Material unter anderem Schwerter, Äxte, Speere und diverse Rüstungsgegenstände wie zum Beispiel einen Thrakischen Helm. Ein eigentlich feines Feature.
Trotz der Neuerungen und dem Feature sich seine Waffen selbst zu schmieden, will bei Castlevania: Curse of Darkness kein richtiger und vor allem fordernder Spielspaß aufkommen. Schuld daran sind die teils lieblos dahingeschluderten Spielabschnitte, welche jedes professionelle Leveldesign vermissen lassen und die völlig überholte grafische Präsentation des Titels. Verpixelte Hintergründe, mittelalterliche Texturen und zum Teil schlecht animierte Gegner, die hier an der Tagesordnung stehen, können in dieser Form heutzutage nicht mehr begeistern.
Lediglich die neuen Bossgegner zeugen in Sachen Design und Taktik von etwas Qualität und liefern in den Kämpfen das, was dem Titel ansonsten zuhauf fehlt: Abwechslung. Auch der Soundtrack kann der im Spiel herrschenden düsteren Atmosphäre nicht immer gerecht werden und zerrt mit seinen teils öden Musikstücken des Öfteren am Nervenkostüm. Als positiv zu werten sind jedoch die gut in Szene gesetzten Videosequenzen, der 50/60 Hz-Modus, der größtenteils flimmerfreie Bilder auf den Bildschirm wirft und die englische Sprachausgabe mit ihren gut ins Deutsche übersetzten Untertiteln.
Hätte Konami den Titel als Low Budget-Spiel für 30 Euronen in den Handel gebracht, wäre das in Ordnung gewesen. Die geforderten 60 Euro ist der Titel jedoch keinesfalls wert, weshalb ich an dieser Stelle auch keine Kaufempfehlung aussprechen kann. Anfangs macht das Spiel zwar noch Spaß, jedoch sollten Genreinteressierte besser in die Devil May Cry-Serie von Capcom investieren. Da bekommt ihr für das gleiche Geld nämlich zwei Spiele für, die aus technischer- und spielerischer Sicht heraus deutlich imposanter sind und einen Spielspaß für längere Zeit bieten. Ende der Durchsage!