Gesamtwertung86%/10 |
GrafikSehr gut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Ist die Story gerade zu Beginn des Spiels eher dünn und vernachlässigbar, sieht es da in spielerischer Hinsicht schon wesentlich innovativer aus, auch wenn die grundlegende Spielmechanik Freunden der Baldurs Gate-Reihe äußerst bekannt vorkommen wird. Nichtsdestotrotz werden aber auch diese Veteranen Gefallen an den Neuerungen finden, die im vorliegenden Titel implementiert wurden. So wird vom Spieler im Kampf gegen die Helfer des Bösen eine gehörige Portion Taktik gefordert. Stürmt ihr mit vorgehaltenem Schwert munter auf eine Horde Gegner los, so wird euch einer der fiesen Goblins seine Axt in den Rücken hauen, was den schnellen Bildschirmtod nach sich zieht. Die Fieslinge waren anscheinend im Trainingslager, denn ihre Intelligenz ist sprunghaft gestiegen. Je nach Gegner variieren dabei Angriffsmuster und Stärke, sodass ihr des Öfteren defensiv agieren müsst. Auch in der Offensive solltet ihr euch die Gegner zunächst ein wenig zurechtlegen. So könnt ihr einige von ihren Gruppen weglocken und in einer ruhigen Ecke erledigen, ohne dass euch die komplette Bande auf die Pelle rückt. Sorgsam solltet ihr auch bei der Wahl euerer Waffen sein.
Nicht nur müsst ihr darauf achten, stets das durchschlagkräftigste Hackebeil oder Schwert in den Händen zu halten, ihr könnt auch dafür sorgen, die Attribute eurer Lieblingswaffe mittels Zauber zu verbessern. So rüstet ihr euren Bogen oder Morgenstern mit Feuerzauber auf, der den Gegnern mehr Schaden zufügt. In gleicher Art und Weise lässt sich auch eure restliche Ausrüstung aufmotzen. Kopfschutz, Panzerung und Stiefel stehen allein zwischen eurem leiblichen Wohl und der rostigen Klinge eurer Widersacher, kümmert euch also stets darum, nur die besten Tücher um euren Körper zu spannen. Gut gerüstet wagt ihr euch dann auch in die Katakomben der Feinde, an deren Ende oftmals ein Obermotz auf seine Tracht Prügel wartet. Im Laufe des Abenteuers steigert ihr so eure Fähigkeiten und Attribute. Erst ab einem vorgegeben Charakter-Level ist es euch möglich, auch stärkere Zauber anzuwenden. So vermögt ihr in späteren Stufen toten Gegnern Energie abzusaugen sowie todbringende Angriffszauber einzusetzen. Lauft ihr einem Händler über den Weg, so nutzt die Möglichkeit, dort eure erbeuteten und für euch nutzlosen Waffen und weiteren Gegenstände gegen bare Münze zu tauschen und deckt euch dafür mit Mana- und Heiltränken ein, die euch im Kampf frische Lebens- und Magieenergie schenken. Beim Händler erhaltet ihr auch die wichtigen Portal-Rollen, die es euch erlauben, mittels Teleportation schnell vom einen an den anderen Ort zu begeben.
Champions of Norrath kommt sehr stimmig daher, die Atmosphäre und das Spielprinzip erinnern sogar an das erste Legay of Kain-Spiel namens Blood Omen. Hier wie dort sind die Kämpfe fesselnd, das Aufleveln fester Bestandteil des Spiels und die Gegnertypen vielfältig. Ein Teil der Dungeons wird übrigens mit Hilfe eines Zufallsgenerators erzeugt, was Motivation für mehrmaliges Durchspielen bringen soll. Allzu frappierend fallen die Unterschiede dann aber doch nicht aus. Gehört ihr übrigens zu den zart-besaiteten Naturen, habt ihr auch die Möglichkeit das Blut abzustellen, dazu findet ihr die entsprechende Option im Menü.
Löblicherweise schicken euch die Entwickler von Snowblind nicht komplett allein in den Kampf. Neben den unterstützenden Figuren, die ihr im spiel trefft und die euch helfen, die Gegner zu vermöbeln, könnt ihr auch bis zu drei menschliche Mitspieler um Hilfe in der Schlacht bitten. Mittels Multitap steigen diese ins Spiel mit ein und mischen bei der Monster-Hatz mit. Glücklicherweise kommt die Anpassungsfähigkeit der Figuren hier dem Spiel zugute, denn so kann sich jeder seinen Charakter anpassen, auch wenn Orientierungsprobleme und mangelnde Übersichtlichkeit damit immer noch existent sind. Habt ihr keinen freudigen Mitstreiter zur Hand, könnt ihr alternativ auch auf weit entfernte Freunde zurückgreifen. Vorraussetzung ist allerdings der BBA mitsamt Internet-Zugang. So könnt ihr euch dank der Netzwerk-Option auf einem der Server treffen und online gegen das Böse ins Feld ziehen. Leider gibt es keine Lobby, ihr könnt nur direkt ein Spiel joinen oder dieses selbst hosten. Immerhin könnt ihr euer USB-Headset verwenden, um euch mit euren Mitstreitern zu verständigen.
Auch die Musik-Untermalung kann hingegen wieder versöhnen, auch wenn die akustische Unterstützung durch Musik recht selten, dann aber prägnant ist. Wenigstens sind die Soundeffekte gut, das Scheppern des Schwerts gegen eine Eisenrüstung kommt schon recht authentisch herüber. In Sachen Steuerung gibt es wenig zu mäkeln, weiß man einmal welche Taste für welche Aktion zuständig ist, gibt es kaum Probleme.
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