Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Eine spannende Geschichte, exotische Schauplätze, über 30 Waffen, intelligente KI sowie realistische Darstellung. Mit diesen Features probierte Vivendi uns Swordfishs neuen PS2-Shooter Cold Winter schmackhaft zu machen. Wir haben uns selbstverständlich unser Pad geschnappt, um mit Agent Sterling die fiesen Terroristen zu durchlöchern. Unseren Eindruck erfahrt ihr im Review
Sowas passiert, wenn man einen Agenten ohne einen Joypadakrobaten im Hintergrund losziehen lässt. Damit ist es jetzt auch schon vorbei, denn ihr dürft Sterling von nun an steuern und ihm zeigen, wie man als richtiger Agent vorgeht. Bevor ihr euch an den ersten Schergen rächt, solltet ihr euch noch bei eurer recht hübschen Freundin Kim bedanken, die in feinster Sam Fisher Manier euch doch noch - oh welch ein Wunder - vor der Hinrichtung rettet. Schwein gehabt.
Folglich begebt ihr euch im Auftrag von Kims privatem Sicherheitsdienst in 16 Missionen an sechs verschiedene Schauplätze, um den Terroristen den Garaus zu machen. Hierbei gibt es allerdings leider kaum Überraschungen, was die Lage bzw. Art der Areale anbelangt. Ein nordafrikanisches Städtchen oder auch eine Forschungsanlage gab es in Ego-Shootern schon zu genüge. Dennoch erwartet euch in den einzelnen Haupt- und Nebenmissionen mehr als nur blinde Ballerei. Okay, die gehört auch dazu. Wenn ihr aber mal nicht Soldaten mit der AK niedermäht oder Hubschrauber mit Hilfe eines Geschützturmes vom Himmel holt, könnt ihr euch einen Teil der Ausrüstung selbst zusammenbasteln. Stellenweise ist dies sogar zum Weiterkommen notwendig.
Neben den zwei Waffen, die ihr gleichzeitig tragen könnt, findet Agent Sterling auch Gefallen an Granaten und sonstigen Agentengimmicks. Letztere werden euch aber nicht auf dem Silbertablett serviert, stattdessen müsst ihr euch die nützlichen Gegenstände selbst bauen: Kombiniert einfach eine Flasche mit Stofffetzen und Treibstoff für einen Molotow Cocktail oder baut euch einen Dietrich für verschlossene Türen oder ein handliches Minensuchgerät, das ihr zwar nicht für die Berliner Wiesen, die voller Tretminen von schlecht erzogenen Hunden sind, gebrauchen könnt, aber mit dem ihr dafür sicher durch die verminten Straßen in Cold Winter gelangt. An die benötigten Items kommt ihr, in dem ihr erledigte Gegner plündert oder Kisten zerstört.
Ersteres ist für den weiteren Spielverlauf unabdingbar, denn nur so kommt ihr wirklich an ausreichend Munition, um die knapp 30 im Spiel vorhandenen Waffen mit genügend bleihaltigen Argumenten zu füttern. Auch eure Rüstung wird durch das Plündern wieder aufgeladen. Um eure Gesundheit aufzufrischen müsst ihr nicht wie von einigen Shootern gewohnt diverse Aufladestationen finden. Hierfür tragt ihr stets ein Medikit bei euch, das ihr so oft wie ihr wollt benutzen könnt. Da die Anwendung eurer mobilen Apotheke einiges an Zeit kostet, ist die Verwendung unter Beschuss nicht immer sinnvoll. Stattdessen solltet ihr Tische umkippen und diese dann als Deckung benutzen, um euer Medikit in Ruhe anwenden zu können. Doch Vorsicht: Eure Gegner machen sich diesen Vorteil auch gern von Nutzen, während wiederum andere plump in der Gegend rum stehen und somit ein gefundenes Fressen für den gekonnten Schützen darstellen. Neben unterschiedlich guter KI haben eure Widersacher auch verschiedene Trefferzonen. Wer Zeit, Munition und somit auch Gesundheit sparen möchte, sollte lieber genau zielen. Das hat außerdem den Vorteil, dass die Rüstung des Gegners gut erhalten bleibt und eure Rüstungsleiste beim anschließenden Leichen fleddern um einiges mehr gefüllt wird.
Abseits des Singleplayer-Modus kann sich der Hobbyagent mit drei anderen Spielern via Splitscreen (bei mehr als zwei Spielern wird ein Multitap benötigt) oder auch zu acht online auf 12 Maps mit anderen Gleichgesinnten messen. 30 verschiedene Skins sorgen dafür, dass es keine Verwechslungen gibt. Gespielt wird in den bekannten Multiplayermodi wie Herr des Hügels und bis zum letzten Mann - wahlweise auch als Team.
Aus grafischer Sicht präsentiert sich Cold Winter recht mau. Die für die sehr lineare Levelarchitektur verwendete Renderware-Engine zeichnet sich leider für verwaschene Texturen und detailarme Charaktere verantwortlich, dafür sorgt die Karma-Physikengine für einen recht hohen Grad an Realismus. So fallen Gegenstände glaubwürdig um, Autos explodieren und auch die Flugbahn gesprengter Terroristen ist okay. Weiterhin können Gegenstände den Widersachern entgegen geschleudert werden, auch wenn es im Endeffekt nicht viel Nutzen nach sich zieht. Dank des Ragdoll-Systems schickt ihr eure Gegner außerdem realistisch zu Boden.
Die Story wird in regelmäßigen Videosequenzen ordentlich und mit stimmiger Atmosphäre voran getrieben. Das liegt vor allem an den guten Synchronsprechern: Wer öfters mal einen Film schaut, der merkt schnell, dass hier professionelle Synchronsprecher am Werk sind. Und zwar keine geringeren als die deutschen Sprecher von Nicolas Cage, der aus The Rock, Con Air, Face/Off, Nur noch 60 Sekunden und Das Vermächtnis der Tempelritter durchaus bekannt sein dürfte, und Gillian Anderson, die Scully in Akte X spielte.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Cold Winter im Test.
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