Gesamtwertung83%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Back to Baghdad, so der Unterttitel der US-Version von Conflict Desert Storm 2, zeigt deutlich, um was es bei dem Taktik-Shooter von Pivotal Games geht. Als Team des britischen SAS oder der amerikanischen Delta Forces führt Euer Weg zum zweiten Mal direkt in das Herz des Iraks, denn im Vorgänger trug die Vier-Mann-Elite-Einheit einen wichtigen Teil dazu bei, den zweiten Golfkrieg rasch zu beenden. Nach dem Konflikt sind allerdings noch etliche Fragen ungeklärt: Was geschah mit den amerikanischen Kriegsgefangenen? Hat der irakische Diktator ABC-Waffen in seinem Arsenal? Die Missionen in Conflict Desert Storm 2 sind um diese Ungereimtheiten herum aufgebaut und führen den Spieler immer weiter in irakisches Terrain.
Als teambasiertes Taktikspiel liegt bei Conflict Desert Storm 2 der Schwerpunkt auf fordernden Missionen, die ein gewisses taktisches Vorgehen zur Bewältigung voraussetzen. Die Missionen sind allesamt sehr lang, aber auch vor allem abwechslungsreich gehalten. Einfache Missionen, bei denen man lediglich sämtliche Gegner töten muss, wird man hier nicht finden. Es gilt immer wieder neue Herausforderungen zu überstehen. Speziell die spannenden Häuserkämpfe machen erforderlich, das gesamte Team, das aus vier Mann besteht, gekonnt einzusetzen. Während beispielsweise der Sprengstoffexperte ein wichtiges Gebäude mit C4 in die Luft jagen kann, muss er gleichzeitig von den Teamkollegen beschützt werden. Im Idealfall kümmert sich ein Scharfschütze um die entfernten Gegner und die übrigen Mitglieder erledigen mit ihren Maschinengewehren die heranrückenden Garden der Republikanischen Armee. Was sich allerdings recht einfach liest, erfordert im Spiel eine recht große Konzentration, denn sobald ein Teammitglied das Zeitliche segnet, gilt die Mission als gescheitert. Sollte ein Soldat zu Boden gehen, besteht aber immerhin noch die Möglichkeit, den Verwundeten zu verarzten und somit die Mission doch noch zu retten.
Erfreulich ist, wie einfach heutzutage taktische Actionspiele zu erlernen und zu steuern sind. Mittels weniger Tasten kontrolliert Ihr eine ganze Spezialeinheit und behaltet stets den Überblick. Mit dem digitalen Steuerkreuz wählt Ihr die verschiedenen Soldaten aus und kontrolliert diese dann in gewohnter 3rd-Person-Steuerung. Das bedeutet, der linke Analogstick dient der Fortbewegung und der Rechte der manuellen Kamerajustierung. Sämtliche Tasten wurden sinnvoll belegt, so dass der Spieler alle Gründe für das Scheitern einer Mission bei sich suchen muss. Vorbereitet auf die Steuerung werdet Ihr von einem Drill-Sergeant in einem Tutorial. Dort werden Euch sämtliche Finessen der Steuerung erläutert und auf unterhaltsame Weise beigebracht. Auch wenn dieses Boot-Camp quasi komplett aus dem Vorgänger übernommen wurde, erfüllt es seinen Zweck mehr als zur Genüge.
Hervorstechend bei Conflict Desert Storm 2 ist die künstliche Intelligenz, die zwar keine Maßstäbe setzt, aber dennoch mit zum Besten gehört, was Videospiele derzeit zu bieten haben. Die eigenen Teamgefährten verhalten sich stets passend und eröffnen sobald sie angegriffen werden das Feuer.
Sie feuern aber nicht nur zurück, sondern gehen auch gekonnt in Deckung, um den Feind aus sicherer Position zu bekämpfen. Doch auch die gegnerischen Einheiten sind nicht auf den Kopf gefallen. Auch sie verschanzen sich sobald sie attackiert werden und machen es dem Spieler nicht gerade einfach, an bestimmten Passagen vorwärts zu kommen.
Eine interessante und vor allem sehr unterhaltsame Möglichkeit Conflict Desert Storm 2 zu spielen ist der Kooperativ-Modus. Hier könnt Ihr die Missionen der Kampagne zu zweit nochmals erleben. Via Split-Screen übernimmt dabei jeder Spieler die Rolle von zwei Soldaten der Spezialeinheit.
Technisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger doch einiges getan. Auch wenn das Wüstenszenario eigentlich eine gewisse Tristesse vermuten lässt, überraschen die Entwickler mit durchaus abwechslungsreichen Landschaften. Auf dem Weg durch die Wüste trifft man oft auf typische Vegetation und kleinere Dörfer, in denen es dann meistens in Form eines Häuserkampfes zur Sache geht. Speziell aber in den reinen Stadtmissionen kann die Grafik stellenweise sehr überzeugen. Die Gebäude wurden größtenteils sehr detailliert in Szene gesetzt.
Für die Praxis bedeutet das eben, dass sie möglichst realistisch also zerbombt dargestellt wurden. Störend wirkt dabei nur, dass die Gebäudetexturen sich doch sehr schnell wiederholen. Da Spezialeinheiten vornehmlich im Dunkeln agieren, ist das Spiel auch größtenteils sehr düster gehalten. Davon profitieren vor allem die Explosionen, die bei Nacht ihre ganze Pracht zeigen können und von den Entwicklern besonders bedacht wurden. Granaten schleudern beispielsweise nicht nur Gegner durch die Luft, sondern lassen auch den Sand im Detonationsradius aufwirbeln. Allerdings muss speziell die PS2 für das grafisch recht anspruchsvolle Spiel Tribut bezahlen. Vor allem wenn in einer Mission gerade eine Menge passiert, kommt das Spiel doch deutlich ins Stocken. Der Spielfluss wird dadurch zwar nicht gestört, dennoch fällt es aber negativ auf. Nur durchschnittlich sind die Animationen in Conflict Desert Storm 2. Sämtliche Bewegungsabläufe sind zwar flüssig, dennoch wird man nie den Eindruck los, dass diese um einiges besser möglich gewesen wären.
Soundtechnisch muss man den Entwicklern attestieren, eine ordentliche Arbeit geleistet zu haben. Vor allem das Mittendrin, statt nur dabei -Gefühl wurde dank Dolby Pro Logic 2 auf der PS2 beziehungsweise Dolby Digital 5.1 auf der Xbox sehr gut umgesetzt. Dies ist allerdings nicht nur sehr gut anzuhören, sondern verhilft dem Spieler auch akustisch stets den Überblick zu behalten. Ebenfalls sehr gelungen ist die deutsche Sprachausgabe, die Euch über sämtliche Geschehnisse auf dem Schlachtfeld informiert. So weit man dies als Spieler beurteilen kann, sind auch die Waffengeräusche sehr gut umgesetzt worden. Alle Waffen haben ihren charakteristischen Klang und lassen den Spieler schon am Geräusch erkennen, welche Waffe er benutzt. Einzig die Musik fällt während den Missionen etwas störend auf, kann jedoch optional deaktiviert werden.
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