Conflict Vietnam
Der vietnamesische Dschungel gehört mittlerweile scheinbar zu den Lieblingsspielwiesen der Entwickler. Auch im taktischen Conflic: Vietnam wird knallhart auf die Vietnamesen gefeuert. Ob der Vietnam noch interessant genug ist, erfahrt Ihr in diesem Bericht.
Nachdem uns Entwickler Pivotal Games mit der Reihe Conflict: Desert Storm zwei Mal in die Wüste geschickt hat, geht es nun in den Vietnam. In Conflict: Vietnam schlüpft Ihr in die Rolle von Cherry, einem Soldaten, der gerade in den Vietnamkrieg von 1967 eingezogen wurde und sich mit der neuen Situation anvertrauen muss. Auf dem Papier seid Ihr ein Neuling und daher nicht besonders angesehen bei den anderen Soldaten. Natürlich werdet Ihr Euren Kameraden schon noch zeigen, wie wichtig Ihr für sie seid.
Der erste Schritt
Direkt zu Spielbeginn müsst Ihr Euch erstmal in dem amerikanischen Stützpunkt zu Recht finden. Unterstützt werdet Ihr dabei von höherrangigen Soldaten, die Euch das Schießen, Befehlen und Verarzten lehren. Weiterhin könnt Ihr in Kontakt mit den anderen Soldaten treten, die größtenteils auf Euch herabschauen. Da sich Taktik-Shooter auf einer Konsole eben umständlicher spielen als auf dem PC, solltet Ihr Euch vor dem Verlassen des Stützpunktes bestens mit der Steuerung anvertrauen. Gerade für ungeübte Finger ist das unpräzise Zielen über die Analog-Sticks alles andere als einfach.
Planen und navigieren
Wenn Ihr die kleine Einführungsphase abgeschlossen habt, dann gilt es durch den Dschungel zu stapfen. Ihr habt die Kontrolle über vier Soldaten, die sich genretypisch einzeln bewegen lassen oder denen Ihr Befehle geben könnt. Bereits zu Beginn solltet Ihr entscheiden, welche Person welche Aufgabe übernimmt. Da
Conflict: Vietnam taktisch sehr anspruchsvoll ist, werdet Ihr sowohl einen Mediziner als auch einen Scharfschützen im Team neben den Sturmtruppen brauchen. Habt Ihr Euer Team zusammengestellt, kann es endlich losgehen. Ihr werdet schnell merken, dass der Dschungel ein sehr unangenehmes Areal ist, denn die gegnerischen Vietnamesen verstecken sich gut und sind so erst spät zu erkennen. Zusätzlich müsst Ihr aufpassen, dass Ihr einen Scharfschützen oder Mediziner nicht in die freie Schussbahn stellt. Generell bleibt es nicht aus, ein Auge auf Eure Kameraden zu werfen. Denn leider ist es so, dass diese nicht immer sehr intelligent agieren. So kommt es also vor, dass sie Euch behindern oder allesamt in eine Granate oder Miene rennen. Da Ihr natürlich auf niemanden verzichten könnt, müsst Ihr also konsequent die Truppe leiten und es möglichst vermeiden, die Kameraden nur hinterherlaufen zu lassen.
Übung macht den Meister
Aller Anfang ist natürlich schwer, da Ihr erstmals diese Truppe führt und nicht wisst, wann die Gegner aus ihren Verstecken kommen. Wenn dieses geschieht, dann empfiehlt es sich gerade zu Anfang mit Dauerfeuer auf den Gegner einzuschießen. Das ist zwar nicht elegant, aber damit kommt man erstaunlicherweise recht weit. Ihr könnt selber entscheiden, ob Ihr selber im Zoom-Modus aktiv werdet oder der künstlichen Intelligenz alles überlässt. Man sollte jedoch nicht außer Acht lassen, dass das eigene Zielen Eurem Widersacher mehr Schaden zufügen kann.Es gibt eine Vielzahl an Dingen, die zu Eurer Aufgabe gehören. Es kann immer vorkommen, dass Kameraden Eurer Truppe zu Tode kommen. Mit Hilfe von Medipacks könnt Ihr Eure Soldaten wieder auf die Beine stellen. Voraussetzung dafür ist, dass Ihr den Körper findet und Ihn in einer bestimmten Zeit versorgt habt. Zudem müsst Ihr die Vorsicht bewahren und ruhig das ein oder andere Mal abspeichern. Denn es könnte sein, dass die gesamte Truppe von einem Raketenwerfer oder eine Mine ausgeschaltet wird.
Ab und an dürft Ihr auch die Kontrolle über andere Dinge übernehmen, wie z.B. von einem stehenden Geschütz. Dummerweise wird das Navigieren oft durch die schwammige Steuerung erschwert.
Das Gewöhnen an die Steuerung lohnt sich jedoch auch, denn wenn man erstmal richtig im Spiel ist, dann kommt durchaus eine Menge Spaß auf. Gerade durch die sehr gute Atmosphäre und den großen taktischen Einfluss kann Conflict: Vietnam punkten.
Umfangreich und schwer beladen
Conflict: Vietnam hat ansonsten einiges zu bieten. So verzeichnet es 12 lange Szenarien, vier Schwierigkeitsgrade und einen Haufen an Waffen. Die Entwickler haben die Waffen in vier Klassen unterteilt. Die erste Klasse besteht aus zwei verschiedenen Messern und eignet sich lediglich für Schleichattacken aus dem Hinterhalt. In der zweiten Klasse haben wir es mit Pistolen zu tun. Zu Auswahl stehen immerhin 6 verschiedene Exemplare. In der dritten Klasse geht es um die Gewehre, unter denen sich bekannte Modelle wie die AK-47 finden lassen. Insgesamt kommt die Gewehrklasse auf eine stattliche Anzahl von 13. Die vierte und letzte Klasse setzt sich aus besonders schweren Waffen zusammen. Hier findet Ihr z.B. einen Raketenwerfer oder eine Panzerfaust. Zudem könnt Ihr vor Beginn einer Mission noch die erwirtschafteten Erfahrungspunkte auf Eure Leute verteilen. Diese hängt stark davon ab, wie gut Eure Statistik in dem jeweiligen Level war. Bonuspunkte lassen sich z.B. rausschlagen, wenn Ihr einen Soldaten mit einem Messer tötet und Euch zuvor angeschlichen habt.Wer mag, der kann das Spiel auch mit einem Freund im kooperativen Modus zusammen durchspielen. Auf der
PlayStation 2 bringt der Modus jedoch recht wenig, da der Bildschirm geteilt wird und die Soldaten jeweils die Sicht versperren. Außerdem sinkt die Bildrate oft sehr stark ab, so dass es zum Ruckeln kommt.
An die Grenzen
Technisch ist der Titel auf allerneustem Stand. Die Optik besticht durch sehr viele Details und sehr geschmeidigen Bewegungen. Besonders gelungen ist die vietnamesische Spielwelt, die das Spiel sehr glaubhaft macht. Schade nur, dass es lediglich einen 50 Hertz-Modus gibt und der Titel nicht immer ganz flüssig läuft. Scheinbar stößt die
PlayStation 2 immer stärker an die Grenzen.
Auch nicht allzu viel zu kritisieren gibt es im akustischen Bereich. Zwar wird das Spiel von gerade Mal vier Oldie-Hits untermalt, doch dass können die gelungene deutsche Sprachausgabe sowie die vielen Soundeffekte ausmerzen.
Fazit
Eigentlich kann man das Szenario Vietnam schon gar nicht mehr sehen. Doch
Conflict: Vietnam stellt zweifelsfrei eine Bereicherung dar. Auch wenn das Spiel an einigen Stellen ausbaufähiger gewesen wären und es an einigen Schönheitsfehlern leider, es gibt kaum ein vergleichbarer Titel auf der
PlayStation 2, der taktisch so anspruchsvoll ist wie der neuste Ableger der
Conflict-Reihe. Dazu wird das Spiel durch sehr gute Technik geprägt und sorgt im Dschungel für eine sehr gute und authentische Atmosphäre. Im Großen und Ganzen entpuppt sich
Conflict Vietnam als ein sehr guter Taktik-Shooter, der bedenkenlos zu empfehlen ist.
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