Gesamtwertung82%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Das Ding von John Carpenter hat nun schon 20 Jahre auf dem Buckel. Wurde auch endlich Zeit, dass sich jemand an eine Umsetzung dieses großartigen Films herangewagt hat. Ob die PlayStation 2 Version genau so gut ist, wie der Film und ob die Fortsetzung mit der gleichen Horror-Atmosphäre aufwarten kann, das erfahrt Ihr in unserem Test.
Vor genau 20 Jahren sorgte der Kinofilm Das Ding aus einer anderen Welt (FSK ab 16) von John Carpenter für offenstehende Münder der faszinierten Kinobesucher. Heute, zwanzig Jahre später, hat der horrorgeladene Science-Fiction-Thriller nichts von seiner beklemmenden und beängstigenden Atmosphäre verloren und glänzt immer noch durch hervorragende Special-Effects. Umso erfreulicher ist es, dass endlich eine Fortsetzung dieses sensationellen Films entwickelt wurde. Diese wird jedoch nicht für die Leinwand erscheinen, sondern auf der PlayStation 2 ihr Zuhause finden. Dass es viele Filme gibt, aus denen sich ein gutes Spiel entwickeln lassen würde, ist uns ja bekannt und lässt sich auch nicht leugnen. Leider gehen diese Versuche, eine filmreife Inszenierung auf dem Videospielmarkt zu veröffentlichen, oft in die Hose und lassen sich anschließend nur durch den guten Namen verkaufen. Bei Das Ding aus einer anderen Welt ist das jedoch nicht der Fall. Mit einer Mischung aus Action, Strategie und Survival-Horror ist es dem Entwicklerteam von Computer Artworks gelungen, eine filmreife Inszenierung auf den Markt zu bringen, die sich nicht hinter dem Film zu verstecken braucht. Universal Interactive hat es somit geschafft, eine gute und dem Film würdige Fortsetzung zu veröffentlichen und obendrein noch ein paar Innovationen mit in das Spiel einzubringen. Das Grauen kann endlich weiter gehen. Kommen wir aber erst einmal zur eigentlichen Geschichte des Vorgängers.
Es war einmal...
John Carpenters Remake des alten Schwarz-Weiß-Klassikers von 1951 handelt von einem amerikanischen Außenposten mitten in der Antarktis. MacReady, der Hubschrauberpilot des amerikanischen Forschungsteams (gespielt von Kurt Russel), beobachtet einige finnische Forscher des benachbarten Camps bei dem Versuch, einen Schlittenhund zu erschießen. Als jedoch durch die Schüsse eine Person aus MacReady´s Team verletzt wird, beschließen diese ebenfalls das Feuer zu erwidern. Dabei kommen die zwei finnischen Forscher ums Leben und der Schlittenhund wird von den Amerikanern adoptiert.
Durch das seltsame Vorhaben der Finnen verwundert, entschließt sich MacReady in deren Camp nach dem Rechten zu schauen.
Dort angekommen, macht er mit einem seiner Kollegen eine grausame Entdeckung: Alle Wissenschaftler des finnischen Teams sind tot und das Labor ist völlig verwüstet. Nach genaueren Untersuchungen stellen sie jedoch fest, das sich einige von ihnen selbst das Leben genommen haben. Desweiteren machen sie in einem der Nebenräume einen merkwürdigen Fund. Ein Eisblock liegt inmitten des Forschungsraumes. Als sie nachforschen, woher dieser Eisblock stammt, machen sie eine sensationelle Entdeckung. In der Nähe des finnischen Lagers ist vor mehreren tausend Jahren ein U.F.O. abgestürzt und war unter einer meterdicken Eisschicht verborgen. Die Finnen haben das unbekannte Raumschiff freigesprengt und anschließend den (in dem Eisblock eingeschlossenen) Piloten bergen können.
...vor nicht allzu langer Zeit
Kaum sind die zwei Amerikaner wieder in ihrem Camp angekommen, bricht auch schon der blanke Horror aus. Das Alien hatte sich im Körper des geretteten Schlittenhundes versteckt und ist im Zwinger der anderen Hunde zu einer wildgewordenen Bestie mutiert. Jetzt versteht man auch, warum die Finnen den Hund unbedingt töten wollten. Das Monster wird erlegt, kann sich aber trotzdem in einem menschlichen Körper einnisten. Schon nach wenigen Stunden weiß keiner der betroffenen Amerikaner mehr, wer Feind oder Freund ist. Jedoch nur eines wissen die Forscher, der außerirdische Organismus kann sich in jede Person oder Tierart einnisten und deren Körper vollständig klonen. Wenn es das Team nicht schafft, das Alien zu töten, wird es sich wieder einfrieren lassen, um erneut ein neues Forscher- bzw. Rettungsteam zu infizieren und so die gesamte Menschheit auszulöschen.
Schließlich bestimmen Angst und Misstrauen den anschließenden Kampf ums nackte Überleben. Lediglich zwei Personen überleben den erbitterten Kampf, mussten jedoch zuvor den gesamten Forschungskomplex in die Luft sprengen. In der Hoffnung von einem neuen Team gerettet zu werden, warten die beiden verzweifelt in der eisigen Kälte der Antarktis. Zuvor hat jedoch MacReady den kompletten Vorfall auf ein Tonband aufgenommen, um die Nachwelt bei einem wahrscheinlichen Ableben trotzdem noch über die Vorfälle im Forschungskomplex informieren zu können.
...in der verschneiten Antarktis
Die Handlung des zweiten Teils setzt genau dort ein, wo der Vorgänger aufhört und knüpft somit perfekt an das Ende des ersten Teils an. Die U.S.-Regierung schickt (nachdem der Funkkontakt zum Außenposten Nr.31 abgerissen ist) eine Spezialeinheit in die Antarktis, um herauszufinden, was mit den Wissenschaftlern geschehen ist und weshalb der Funkkontakt abgebrochen wurde.
Ihr übernehmt dabei die Rolle von Captain Blake, dem Kommandanten des Rettungsteams. Eure Aufgabe besteht darin, nach Überlebenden zu suchen und diese zu retten. Während den Untersuchungen entdeckt Blake jedoch schnell, dass es die Wissenschaftler auf die außerirdische Lebensform abgesehen haben und das hinter dem ganzen Forschungsprojekt eine globale Verschwörung steckt, die das Überleben der gesamten Menschheit gefährden könnte.
Eine gelungene Umsetzung
Die Steuerung von Captain Blake ist denkbar einfach und geht deshalb sehr gut von der Hand. Mit dem linken Analogstick könnt ihr den Soldaten durch die Laborkomplexe bewegen, während Ihr hingegen die Schultertasten (L2 + R2) für seitliches agieren verwenden könnt. Die R1-Taste dient zum Zielen und wechselt bei Betätigung in eine Ego-Perspektive. Jedoch könnt ihr die Gegner auch ohne Ego-Ansicht mit der X-Taste angreifen, diese ist nämlich erst wirklich nützlich, wenn es u.a. darum geht, einen Brand gezielt mit dem Feuerlöscher zu löschen. Bei einem Druck auf die L1-Taste wird in das Waffenmenü gewechselt, hier könnt ihr euch über die einzelnen Waffen und deren Munitionsvorrat informieren. Mit dem Steuerkreuz könnt Ihr zwei Funktionen gleichzeitig nutzen. Hier könnt Ihr z.B. für die linke Hand die Taschenlampe auswählen und für die rechte Hand eine Pistole. Türen, Kisten und Computer werden mit der Kreis-Taste geöffnet bzw. aktiviert. Desweiteren könnt Ihr mit der Select-Taste noch Eure Missionsziele und die gefundenen Dokumente einsehen. Die wichtigste Funktion wird aber mit der Dreieck-Taste aktiviert, nämlich das Team-Interface. Dieses ist unglaublich wichtig, denn hier könnt Ihr Eure Begleitpersonen mit Waffen ausrüsten, Verwundete mit Medipaks heilen oder ihnen verschiedene Aufgaben (u.a. elektrische Leitungen zu reparieren) erteilen.
Darüber hinaus gibt Euch das Interface-Menü Auskunft über den Gemütszustand Eurer Begleiter. Diese werden z.B. nach einem Kampf manchmal nervös oder haben einfach Angst, ebenfalls zu einer Mutation zu werden. Sollte dies geschehen, entscheiden sie sich kurzer Hand, nicht mehr mit euch zu gehen. Dass das in einem heftigen Kampf sehr ungelegen kommt, versteht sich ja von selbst. Ihr müsst dann für die nötige Motivation sorgen und die verängstigte Person wieder zum mitgehen überreden. Eine ständige Team-Interface-Kontrolle ist also unbedingt notwendig, um das Spiel erfolgreich beenden zu können.
Filmreife Präsentation
Das die Grafik von Das Ding aus einer anderen Welt sich optisch zeitgemäß präsentiert, könnt Ihr ja anhand der Screenshots erkennen. Die Bilder sind gestochen scharf und die Farben wirken natürlich und kontrastreich. Die Charaktere im Spiel sind allesamt sehr schön animiert worden und bewegen sich durchaus realistisch. Die Gesichtszüge der einzelnen Personen wirken sehr fein und lassen auch deren Gemütszustand erkennen. Aber auch die Monster können sich sehen lassen. Diese sehen nämlich ebenfalls sehr gut aus und wurden fast perfekt denen aus dem Film nachgebildet. Lediglich die Bewegungsabläufe der kleinen Monster wirken etwas unausgeglichen und holprig. Leider durfte der Original-Soundtrack des Films aus rechtlichen Gründen nicht in das Spiel mit eingebunden werden. Trotzdem kann der improvisierte neue Soundtrack überzeugen, den dieser sorgt ohne Probleme für eine düstere und beklemmende Atmosphäre. Anzumerken wäre an dieser Stelle noch, das die Sprachausgabe komplett Deutsch ausgefallen ist. Das ist auch gut so, denn das wird mittlerweile schon von den PAL-Spielern erwartet und sollte eigentlich hierzulande in keinem Spiel mehr fehlen.
Das Ding im Test.
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