Destroy All Humans!

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
THQ
Entwickler
Pandemic Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
16
Destroy All Humans! [PS2 , looki.de]

Gesamtwertung

80%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Destroy All Humans!

Erst kommen sie ins Kino, jetzt sind sie auch im Wohnzimmer: Die kleinen grünen … Pardon … grauen Männchen greifen an. In Destroy all Humans müssen diese aber erstmals nicht bekämpft werden, sondern benötigen zur kompletten Ausrottung des Menschen eure tatkräftige Unterstützung. Wir haben den Aliens schon einmal zumindest virtuell unter die Arme gegriffen und erstatten nun in unserem Review Bericht.

Ein großer Tritt für die Menschheit

Waren bislang nur der Kommunismus und ein schlechter Kleidungsstil als Todfeinde des Amerikas der 50er Jahre bekannt, muss sich nun die Menschheit in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts auch noch vor zwei kleinen Außerirdischen fürchten: Cryptosporidium-137 (Crypto) und Orthopox (Pox) sind die beiden Aliens, die zwar in erster Linie auf der Suche nach menschlicher DNS sind, ganz nebenbei aber die komplette Menschheit ausrotten wollen. Schon seit vielen Generationen fehlen den “Furons” die Geschlechtsteile, eine normale Fortpflanzung ist damit ausgeschlossen.

Nur durch die Herstellung von Klonen können sich die Außerirdischen noch reproduzieren, da aber mit jeder geklonten Generation die DNS immer schwächer wird, muss neues Genmaterial her. Dieses findet sich z.B. in den Hirnstämmen der Menschen, die vor vielen, vielen tausend Jahren schon einmal Kontakt mit den Aliens hatten und deren DNS der der Furons ähnelt. Weil Cryptos Vorgänger Cryptosporidium-136 auf seiner ersten Mission scheiterte und nahe einer bekannten Kleinstadt in Nevada abstürzte, schickt man nun gleich ein ganzes Mutterschiff, um das begehrte Material zu sammeln.

So eine Invasion will gut geplant sein. Deshalb kann sich unser “Held” Crypto auch nicht direkt ins menschliche Getümmel stürzen, sondern muss den Anweisungen seines Vorgesetzen Orthopox folgen. Dieser geht das Ganze lieber etwas langsamer an und unterteilt die Zerstörung der Erde in zahlreiche Missionen, die Crypto zu erfüllen hat. Dabei muss sich der Außerirdische nicht nur per Pedes oder mit dem Jetpack über die Oberfläche quälen, sondern sorgt auch mit seinem Raumschiff für Verwüstung.

Die großen Areale, in denen sich die Missionen abspielen, sind zwar nicht einmal annähernd mit denen von Spielen wie Grand Theft Auto vergleichbar, bieten jedoch mitunter auch genügend Gelegenheiten, sich zu verlaufen. Jedes Gebiet ist dabei nicht nur Austragungsort einer, sondern gleich mehrerer Missionen.

Steht man nicht gerade unter Zeitdruck, kann man sich auch erst einmal von der aktuellen Aufgabe abwenden und eine der zahlreichen Miniquests erledigen, die über die Karten verstreut sind.

Die ersten Gespräche mit den Erdlingen verlaufen eher zäh, hat Crypto doch gar keine Vorstellungen von den Menschen und versucht zunächst, in die Gedankenwelt von Kühen einzubrechen. Schnell sind dann aber ein paar primitive Bauern als Menschen ausgemacht und nach den ersten Todesopfern werden auch schießwütige Grundbesitzer und die Dorfpolizei auf euch aufmerksam. Doch diese stellen noch die geringste Bedrohung dar…

Je mehr Schaden unser grauer Furon-Held anrichtet, um so mehr interessieren sich zahlreiche staatliche Einrichtungen für unseren kleinen “Space Invader”. So informiert eine Fahndungslevelanzeige darüber, ob er nur ganz allgemein auffällig ist, die Polizei auf ihn Jagd macht, er für die Armee zum Abschuss freigegeben wurde oder eine Geheimorganisation namens “Majestic” an seinem Leichnam interessiert ist. Letztere wird im weiteren Verlauf immer wichtiger und gefährlicher, führen deren Anführer doch auch Böses mit der Menschheit im Schilde und machen den beiden Furons Konkurrenz.

Technik vom anderen Stern

Die fliegende Untertasse, die euch als Crypto zur Verfügung steht, ist noch die “normalste” extraterrestrische Technik, die dem Spieler in Destroy all Humans begegnet. Neben eurer Standardwaffe, dem “Zap-O-Matik“, stellt euch Pox im Laufe des Spiels auch noch drei andere Handfeuerwaffen bereit: Der “Desintegrator-Strahl“ verbrennt lebende Ziele nach kurzem Draufhalten komplett und lässt nur noch einen Haufen Asche übrig. Mit dem “Ionenfetzer“ lassen sich Plasma-Ionen-Bomben verschießen, die nach kurzer Zeit explodieren und für reichlich Chaos und Zerstörung sorgen. Die “Analsonde“ hingegen lässt sich nur auf Menschen anwenden. Vor einem Schuss lang genug aufgeladen, bohrt sie sich durch den Hintern des Opfers bis in den Kopf und bringt ihn zum Platzen. Unschön ist dabei die Sauerei, die ein zerplatzender Menschenkopf anrichtet, schön hingegen, dass ihr aus der herumliegenden Hirnmasse gleich noch DNS einsammeln könnt. Wer stets fleißig DNS extrahiert, der kann die gesammelte Desoxyribonukleinsäure nach jeder Mission im Mutterschiff gegen Waffenupgrades oder eine Verbesserung des UFOs eintauschen. Vorausgesetzt natürlich, Pox hat die Entwicklung daran schon abgeschlossen.

Furons können aber nicht nur mit einer Vielzahl zerstörerischer Waffen umgehen, sondern haben Dank ihres überproportional großen Kopfes auch zahlreiche übernatürliche Fähigkeiten, die sie natürlich ebenfalls sämtlichst zum Leid der Menschen einsetzen. Mittels Psychokinese lassen sich z.B. sehr, sehr große Gegenstände anheben und meterweit werfen. Ein Gedanken-Scan verrät, was dem anvisierten Menschlein gerade im Kopf herumschwirrt und mittels Hypnose ist Crypto in der Lage, die Kontrolle über einen Menschen zu erlangen. Die “Holobob“-Fähigkeit verwandelt ihn für kurze Zeit in einen Erdenbewohner und lässt ihn sich weitestgehend unerkannt innerhalb der Stadt bewegen. Ein bereits umgebrachter, aber noch nicht “geernteter“ Homo Sapiens kann zudem der Hirnstamm und damit die wertvolle DNS entzogen werden. Dies dauert aber nicht nur länger als mit der Analsonde, sondern macht auch nicht annähernd so viel Spaß.

Crypto-137, 138, 139...

So empfindlich wie seine Kollegen aus Krieg der Welten, die sich von einem Grippevirus dahinraffen lassen,ist Crypto zwar nicht, dennoch kann ihm Mutter Erde samt der darauf befindlichen Menschheit trotz primitivster Technik gefährlich werden: Als notorischer Nichtschwimmer stirbt Crypto schon bei kurzem Wasserkontakt einen wenig heldenhaften Tod. Weil die Furons ihre Energie lieber in die Entwicklung großartiger Waffensysteme und nicht in die Herstellung abwehrkräftiger Schutzanzüge gesteckt haben, muss sich unser Außerirdischer zudem vor blauen Bleibohnen und Schlägen aufgebrachter Menschen fürchten. Sobald Crypto sich mit den Anzugträgern von Majestic anlegt, wird das graue Männchen zudem noch mit Waffen bedroht, die man so höchstens aus Men in Black kennt.

Bloß gut, dass Crypto über eine Technik verfügt, die nach nur kurzer Zeit seine Lebensenergie regeneriert. Waren die Männer in Schwarz oder vielleicht sogar die Kleinstadtpolizisten doch einmal zu schnell und konnten Crypto erledigen, bedeutet das nicht, dass die Invasion schon vorbei ist. Prompt wird auf dem Mutterschiff ein neuer Klon erstellt. Dieser trägt dann zwar nicht den Namen Cryptosporidium-137, sondern wird mit einer fortlaufenden Nummer versehen, unterscheidet sich aber im Äußeren und dem sadistischen Wunsch, die Menschheit zu grillen, kein bisschen von seinem Vorgänger. Lediglich die begonnene Mission muss noch einmal neu gestartet werden. Da sich eine Mission oft aus mehreren Teilaufgaben zusammensetzt, kann dies mitunter sehr schmerzlich sein, da man die aktuelle Aufgabenserie komplett neu beginnen muss. Gespeichert wird nämlich auf dem Mutterschiff, das nur zwischen euren zerstörerischen Aufträgen erreichbar ist.

Grafikpracht auf primitiver Erdentechnik

So mysteriös wie auch das plötzliche Auftauchen unbekannter Flugobjekte ist, so urplötzlich tauchen im Spiel viele Objekte aus dem Nichts auf. Besonders Fahrzeuge und Menschlein rücken oft erst recht spät ins Sichtfeld. Besonders störend ist das, wenn ihr euch im UFO über der Stadt befindet und eigentlich einen guten Überblick über das darunter liegende Areal haben solltet. Majestic-Mitglieder oder Militärfahrzeuge sind dennoch erst zu sehen, wenn ihr fast schon unmittelbar über ihnen schwebt. Trotz dieser kleinen Darstellungsschwäche macht der Titel optisch doch noch einiges her. Die Effekte der Waffen sind recht hübsch gemacht, außerdem muss man Destroy all Humans zugestehen, dass es zu jeder Zeit flüssig läuft und die Framerate stabil bleibt.

Es ist wohl kein Zufall, dass Crypto und Pox gerade im Amerika der Fünfziger zuschlagen. Zahlreiche trashige Alien-Filme entstanden aufgrund vermeintlicher UFO-Sichtungen in dieser merkwürdigen Zeit und gaben den Männern und Frauen von Pandemic wohl genügend Anlass, die Handlung von Destroy all Humans in die Mitte des vorherigen Jahrhunderts zu legen. Besonders gelungen ist in diesem Zusammenhang die Musikkulisse, die so stark an as Gedudel diverser Alien-Low-Budget-Filme erinnert, dass sie eigentlich kaum auszuhalten ist. Als ebenfalls gelungen lassen sich die im Filmposter-Stil gehaltenen Ladebildchen und witzigen Zeitungsausschnitte bezeichnen, die die ohnehin recht kurzen Ladezeiten verkürzen sollen. Jede Mission wartet dabei mit einer anderen Grafik auf. Stirbt Crypto einmal einen unverhofften Tod, reagieren die Zeitungen darauf mit einer Schlagzeile, die je nach Todesursache verschieden, aber dennoch sehr humorvoll ist.

Allein im Weltraum

Eine Erdinvasion ist eine einsame Sache. Weil Orthopox und Crypto keine Nebenbuhler dulden, beschränkt sich Destroy all Humans auch nur auf einen Singleplayermodus. Als kleines Trostpflaster für den fehlenden Mehrspielermodus gibt es dann aber auch zahlreiches Bonusmaterial. So sind neben Filmausschnitten aus trashigen 50er-Filmen auch ein Making Of und zahlreiche Grafiken zu finden, die zum Großteil aber erst freigeschaltet werden wollen.

Fazit

Der Kampf um die Erde einmal anders. Statt sich wieder in die Situation bedrohter Menschen zu versetzen und den bösen Aliens den Krieg zu erklären, muss der Spieler als Crypto selbst zerstörerisch tätig werden; der Spieß wird in Destroy all Humans also einfach umgedreht. Die beiden Außerirdischen sind dabei aber trotzdem immer noch so böse, wie das Spiel gewitzt und mit frischen Ideen gewürzt ist. Zwar ist Destroy all Humans technisch nicht überragend, bietet aber dank des relativ neuen Konzeptes mehr Spaß und Unterhaltung als vergleichbare Titel. Somit ist das Spiel nicht nur für Fans trashiger Alien-Streifen einen Blick wert.

Destroy All Humans! [PS2 , looki.de]

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