Gesamtwertung40%/10 |
GrafikAusreichend SoundMangelhaft |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungMangelhaft |
Schneller Blechschaden
Schnelle Öfen, heiße Mädels und ewig die Spitzenposition vor Augen? Solch niedere Ideale einfacher Arcade-Racer gehörten mit dem Release von Destruction Derby im Jahre 1995 der Vergangenheit an. Im PSone-Releasetitel durfte man erstmals seiner Zerstörungswut in einem Rennspiel freien Lauf lassen und in riesigen Arenen möglichst stillvoll andere Vehikel rammen und in ihre Einzelteile zerlegen. Nach dem letzten PSone-Auftritt Raw wurde es jedoch verdächtig still um die Kultreihe und erst mit Arenas soll nun endlich ein PlayStation2-Comeback gefeiert werden.
Das Gameplay hat den Systemwechsel dabei ohne nennenswerte Änderungen überlebt. Noch immer ist das Spiel in zwei verschiedene Kategorien unterteilt. Im Zerstörungsrennen liefert ihr euch mehr oder minder konventionelle Wettrennen, während in den Vernichtungsarenen einzig der Blechschaden im Mittelpunkt des Spielerinteresses steht.
Wem die Anfangs stark begrenzte Fahrer- und Streckenauswahl nicht genügt, der darf zudem in der Meisterschaft nacheinander drei Wettrennen mit abschließendem Vernichtungsarenaduell bestehen, um so bessere Fahrzeuge, Fahrzeugteile und Kurse freizuschalten. Die Kunst bei der Meisterschaft liegt dabei darin verborgen, ein Fahrzeug auszuwählen, mit welchen man sowohl schnelle Rundenzeiten hinlegt, als auch in der finalen Crashorgie bestehen kann. Die Anforderungen an Mensch und Maschine sind bei den beiden Spielmodi grundverschieden.
Rundenrekord meets Punktejagd
Um in den Rennen als Erster durchs Ziel zu fahren, solltet ihr auf unliebsamen Kontakt mit gegnerischen Fahrzeugen verzichten, um nicht unnötig Geschwindigkeit einzubüßen oder euch gar im schlimmsten Fall zu drehen.
Da sich die Fahrzeuge unangenehm träge steuern lassen und schon beim kleinsten Kontakt mit anderen Boliden oder der Streckenbegrenzung ausbrechen, gilt es hier, möglichst vorausschauend zu fahren. Optional greift man auf diverse Bonusitems zurück, welche sich querverteilt auf der Fahrbahn finden lassen.
So setzt ihr euch mittels einer EMP-Waffe, welche heranrasende Gegner für einige Sekunden ausschaltet, zur Wehr, seid dank Schild kurzzeitig unverwundbar oder sprengt mittels TNT-Zünder gleich ganze Gebäude auf der Strecke, um Gegner darunter zu begraben. Pazifistische Fahrer erfreuen sich an aufnehmbaren Nitro-Boosts für den kleinen Geschwindigkeitsvorteil zwischendurch oder beheben selbst den größten Blechschaden am eigenen Gefährt dank hilfreichen Schraubenschlüsselitems in Windeseile.
Ist die Itemjagd somit schon im Rennen von enormer Gewichtung und entscheidet eher über Sieg oder Niederlage als das fahrerische Können, sind Schraubenschlüssel und Nitroboost spätestens in der Arena unverzichtbar. Hier gilt es nicht mehr als Erster die Ziellinie zu überschreiten, sondern vielmehr müsst innerhalb eines Zeitlimits möglichst viele Punkte abstauben ohne vorher das Zeitliche zu segnen.
Passt ihr eure Kollision mit anderen Fahrzeugen so ab, dass eure Gegner in eine unaufhaltbare Drehung versetzt werden, landen je nach Grad der Drehung mal mehr, mal weniger Punkte auf eurem Konto. Ebenfalls honoriert werden Sprünge über Rampen oder die komplette Vernichtung gegnerischer Fahrzeuge. Habt ihr am Ende des Zeitlimits schließlich die meisten Punkte auf eurem Konto, winken der Sieg der Meisterschaft und damit der Zugriff auf neue Strecken.
Cobra 11 in Disneyland
Die Kurse sind dabei überraschend abwechslungsreich und innovativ ausgefallen. Als Arenenschauplätze dienen unter anderem riesige Kolossen oder Vergnügungsparks, während die Rennen auf Flughäfen, stillgelegten Fabriken oder idyllischen Strandpromenaden ausgetragen werden. Allen Rennstrecken gemein sind dabei vielen animierten Hintergrunddetails und Streckenhindernissen. Neben ganzen Gebäudekomplexen, die auf Knopfdruck einstürzen können, gilt es Straßenbahnen auszuweichen oder heranrollenden Flugzeugen zu entgehen. Zudem sind viele Strecken so konzipiert, dass ihr gewisse Teilabschnitte in beide Rennrichtungen bestreiten müsst - Geisterfahrer und damit verbundene Karambolagen inklusive.
Die Steuerung der Fahrzeuge geht dabei leider äußerst schwerfällig von der Hand. Auf der einen Seite verhalten sich eure Boliden recht träge auf Lenkbewegungen, auf der anderen Seite ist kontrolliertes Driften beispielsweise durch den Einsatz der Handbremse kaum möglich, da euer Wagen bei zu starken Lenkbewegungen gnadenlos übersteuert und nur noch bedingt zu beherrschen ist. Frust entsteht dennoch nur selten, da die Gegner im Einzelspieler äußerst passiv fahren und nur äußerst selten eure Spitzenplatzierung gefährden.
Mit bis zu 6 Milliarden Mitspielern!
Wem es auf Dauer nach einer größeren Herausforderung dürstet, darf sich deshalb in verschiedenen Mehrspielermodi beweisen. Entweder mit einem weiteren Mitstreiter via Splitscreen oder online mit bis zu 19 zusätzlichen Gegnern geht es auf Rekordjagd. Während ihr euch ohne Online-Zugang hier mit den Standardmodi Arena und Rennen zufrieden geben müsst, stehen euch online vier weitere Modi zur Verfügung. Neben zwei Modifikationen zum eigentlichen Wettrennen oder der Karambolagejagd, gilt es in Erbeute die Trophäe und Gib die Bombe ab auf der Rennstrecke verteilte Objekte aufzusammeln und möglichst lange in eigenem Besitz zu behalten. Neben dem für die Onlinegefechte unabdingbaren Netzwerkadapter unterstützt Arenas dabei auch noch das SOCOM-Headset, mit welchem ihr euch vor jedem Rennen in der Lobby mit Gleichgesinnten unterhalten könnt.
Während die technische Umsetzung des Onlineparts ohne nennenswerte Latency-Zeiten bei einer DSL-Anbindung sowie der ordentlichen Einbindung der Sprachübermittlung durchaus überzeugen kann, ist die restliche Technik bestenfalls durchschnittlich. So können die rockige Musikuntermalung sowie die ordentliche Soundeffekte anfangs zwar durchaus überzeugen, die deutsche Sprachausgabe wiederum zählt zum Schlechtesten, was einem in den letzten Jahren bei einem Sony-Titel zu Ohren gekommen ist. Kaum besser sieht es da bei der Optik aus.
Die knallbunte Bonbongrafik mag zwar sicherlich eine Frage des Geschmacks sein und einige nette Effekte wie die Spieglungen in dem Lack der Fahrzeuge deuten zumindest ansatzweise die Leistung der PlayStation2 an, insgesamt fehlt es den Wagen und vor allem den Strecken an Details. Zudem wird Arenas von einigen heftigen Framerate-Einbrüchen geplagt, die so bei einem Rennspiel schlicht nicht vorkommen dürfen. Abschließend sorgen noch einige Detailmängel in der Menüführung und bei der Thirdperson-Kamera für unnötigen Frust beim Spieler. Wieso anno 2004 Spielfortschritte immer noch nicht automatisch gespeichert werden kann und man nach jedem Rennen aufs Neue seinen Name für die Highscore-Liste eintragen muss, wissen wohl nur die Entwickler.
In Seafight erforschst Du die abenteuerliche Karibik auf der Suche nach versteckten Schätzen und leicher Beute. 10.000 € auf den besten Spieler! zum Spiel...
Destruction Derby Arenas im Test.
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