Die Geheimnisse der Spiderwicks

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Vivendi
Entwickler
Stormfront Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
12
Die Geheimnisse der Spiderwicks [PS2 , looki.de]

Gesamtwertung

61%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Befriedigend

Die Geheimnisse der Spiderwicks

Spieleumsetzungen kommender beziehungsweise aktueller Filme haben es oft schwer gehabt: Unter Zeitdruck entwickelt, um möglichst parallel mit der Zelluloidfassung zu erscheinen, erntete ein Großteil an Versoftungen bisher miese bis durchschnittliche Pressestimmen – Ausnahmen wie das hervorragende King Kong bestätigten dabei die Regel. Und weil wir natürlich gerne weiter auf der Suche nach löblichen Ausnahmen sind, haben wir uns für Euch natürlich auch das Spiel zum kommenden Kinofilm Die Geheimnisse der Spiderwicks angeschaut. Ob die Geheimnisse besser geheim bleiben sollten, oder wir begeistert waren, erfahrt Ihr im Review.

Knirps mit Baseballschläger!

Die drei Geschwister Jared, Simon – im Film werden die Zwillinge übrigens von ein- und demselben Schauspieler gespielt - und die ältere Mallory ziehen mit ihrer Mutter in das schon etwas verfallene, geheimnisvoll anmutende Haus ihrer Großtante ein. Einst wohnte die Großtante mit ihrem Mann Arthur Spiderwick dort.

Als Jared eines Tages auf Erkundungstour durch das Haus geht, entdeckt er einen Speiseaufzug, der ihn in einen versteckten Raum bringt. Mithilfe eines dort gefundenen Schlüssels entnimmt er auf dem Dachboden des Hauses einer Kiste ein mysteriöses Buch. Ein handgeschriebener Brief warnt davor, das Buch zu öffnen, geschweige denn darin zu lesen. Doch Jared ist – wie Kinder nun mal so sind - neugierig und ignoriert die Warnung. Es ist das Buch von Arthur Spiderwick, das Jared den Zutritt in eine unsichtbare Welt offenbart. Der nicht so schöne Nebeneffekt: Der Zugang ist beiderseitig geöffnet und so sehen sich unsere drei Protagonisten, die wir im Spielverlauf übrigens alle steuern können, unter anderem mit bösen Goblins, Kobolden und einem Oger konfrontiert, die ihnen ans Leder wollen.

Doch nicht alle Lebewesen sind feindlich gesinnt: Wichtel und Feen können wir beispielsweise mit einem Kescher einfangen.

Haben wir diese mit dem Analogstick innerhalb eines vorgegeben Zeitlimits „aufgezeichnet“ - klingt schwieriger, als es ist – sind diese in unserem Besitz und füllen auf Knopfdruck entweder unsere Gesundheit auf, lenken Feinde ab, schenken uns einen plötzlichen Sprint oder verstärken unsere Durchschlagskraft.

Das Geschehen spielt sich dabei in der Verfolgerperspektive ab, die manuell justierbare Kamera stellt sich jedoch als Manko heraus. Nicht selten leidet die Übersicht, vor allem wenn wir durch engere Areale, wie eben im Haus, umherstreifen. So harmlos die drei Geschwister auch aussehen mögen, ganz unbeholfen sind sie nicht. Jared kann so beispielsweise schon früh auf einen Baseballschläger aus Holz zugreifen, der im weiteren Verlauf unter anderem durch eine Leichtmetall-Variante ersetzt wird – für die ganz Kleinen ist das freilich nicht geeignet, wenn man fiesen Kreaturen damit gehörig einen auf die Zwölf semmelt, aber dafür ist ja Die Geheimnisse der Spiderwicks auch – wie vermutlich auch der Film - erst ab 12 Jahren freigegeben.

Sein Zwillingsbruder Simon mag es da eher etwas indirekter: Der von Mechanik und Physik begeisterte Knirps bastelt sich im Spielverlauf eine Art Tomatensoße-Waffe, die einer Wasserkanone ähnelt und scharfe Geschosse auf Goblin-Leiber verteilt. Last but not least wäre da noch Mallory, die erst etwas später spielbar ist und im Kampf einen Degen einsetzt. Als überraschend herausfordernd gestalten sich die Duelle mit den flinken Gegnern: Oftmals werdet Ihr gleich von mehr als einer Kreatur angegriffen. Mag die allgemeine Steuerung noch voll und ganz in Ordnung gehen, kassiert man nicht zuletzt wegen einer mangelnden Übersicht im Kampf und fehlenden Rundum-Angriffen unnötig Treffer. Es gibt zwar die Möglichkeit eine Art Sprung als Ausweichmöglichkeit zu nutzen, doch so oder so muss man sich zu oft dem Kampf stellen und kann nicht davor fliehen. Schlimm auch, dass Feinde nicht fixiert werden können, Scharmützel driften deshalb nicht selten in wildes Gekloppe ab. Für Einsteiger und die ganz Kleinen ist das Spiel daher einen Tick zu schwer, obwohl Missionsziele und einige hilfreiche Tipps im jederzeit aufrufbaren Tagebuch zu finden sind – egal, bei den Kämpfen hilft das jedoch nichts.

Reimende Nervtöter...

Fast hätten wir den vierten spielbaren Charakter im Bunde vergessen: Das Wichtelmännchen Thimbletack, ein loyaler Diener des verstorbenen Spiderwicks im Miniformat. Mit diesen bestreitet ihr hier und da ein paar Missionen, die sich in Spiderwicks verstecktem Raum abspielen. Durch ein Loch kann das nur leidlich große Wesen hinter die Wände gelangen und so Bereiche betreten, an die kein anderer herankommt. Statt mit Kobolden oder Ähnlichem habt Ihr es hier mit Kakerlaken und klaffenden Löchern zu tun. Letztere werden entweder per Sprung oder Greifhaken überwunden – allerdings nicht von Euch selbst, sondern automatisch vom Programm.

Rätseleinlagen gibt es nur recht selten. Die meiste Zeit seid Ihr damit beschäftigt, Feinde zu kloppen und über die - recht hübschen - Szenerien verstreute Gegenstände einzusacken, die Ihr irgendwann noch mal irgendwie für irgendwas braucht. Dabei kann man Sekundärmissionen absolvieren, wie etwa das Finden von bestimmten Dingen, um Thumblethacks Haus etwas zu verschönern.

Ein kleines Highlight war eine Passage, in der man als Jared vor einem drachenähnlichen Monstrum über mehrere Ebenen flüchten musste. Wie bei typischen Umsetzungen nun mal so üblich, wurde auch die Handlung des Spiels mit echten Sequenzen des Films angereichert. Die deutsche Synchronisation im Spiel selbst ist dabei mitunter nervtötend, vor allem die von Jared und Simon - auch Thumblethack geht einen mit ständigen Reimen irgendwann auf den Keks. Ganz im Gegensatz dazu stehen die gute Hintergrundmusik und die ordentlichen Soundeffekte: Vor allem der fiese Einsatz des Baseballschlägers schmerzt schon beim reinen Hinhören. Wir sagten es bereits: Die Szenerien des Spiels hinterlassen einen stimmigen Eindruck, auch bei den optischen Effekten kann man eigentlich nicht meckern. Einbrüche der Performance oder Grafikfehler gibt es so gut wie gar nicht, so muss das sein! An sich ist Die Geheimnisse der Spiderwicks ein Spiel für Solisten, ein magerer Zwei Spieler-Modus hat sich aber dennoch eingeschlichen – uns wäre eine Koop-Kampagne lieber gewesen.

Fazit

Die Geheimnisse der Spiderwicks - auch als The Spiderwick Chronicles bekannt - ist entgegen den Erwartungen kein mittelmäßige Spielumsetzung für die Kleinen, sondern ein mittelmäßige Spielumsetzung für Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene geworden. Oberflächlich betrachtet hätte das Programm durchaus Potenzial, zu einer der besseren Adaptionen zu gehören. Weil aber der Schwierigkeitsgrad fröhlich zwischen zu leicht (Rätsel) und zu schwer (Kämpfe) pendelt, die Sprecher mitunter nerven wie das unendliche Release-Gezetere um Duke Nukem Forever und der Mehrspielermodus so nutzlos wie ein Blindenhund für Taubstumme ist, kann man auch über diese Umsetzung hinwegsehen. Ein Probespielchen dürfen beinhart Interessierte dennoch wagen.

Die Geheimnisse der Spiderwicks [PS2 , looki.de]

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