Die Geistervilla

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Disney Interactive
Entwickler
TDK Mediactive
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
6
Die Geistervilla [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

76%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Befriedigend

Die Geistervilla

Kleinanzeigen lügen nicht?

Da Arbeitslosigkeit nicht erst seit dem 21. Jahrhundert ein Problem ist, bemüht sich unser Protagonist Zeke bereits im Jahre 1879 um einen Job, der ihn über die Runden bringen soll. Dabei begibt sich der schüchterne und verträumte Hobbyautor zu einer Villa im Hinterland von New Orleans, um dort den in einer Kleinanzeige angepriesenen Job des stellvertretenden Hausverwalters anzunehmen. Was Zeke jedoch nicht wissen konnte: diese Villa wird von einigen freundlichen Geistern bewohnt. An sich kein Problem, wenn da nicht der böse Atticus Thorn wäre, der die Gedanken der Geister durcheinander bringt, um diese für seine finsteren Zwecke zu benutzen. Im Endeffekt sind nur sechs freundliche Geister, sowie die in einer Kristallkugel gefangene Madame Leota, welche sich bereits zum Anfang des Spieles als wahres Reimemonster entpuppt, weitestgehend von den fiesen Machenschaften Thorns verschont geblieben. Madame Leota ist es dann auch, die Zeke über seine wahre Aufgabe aufklärt: der Befreiung der geschrumpften Seelen. Disneybegeisterte Kinogänger erkennen bereits nach dem Intro, dass das Spiel wenig mit dem eigentlichen Film gemeinsam hat.

Komm ins Licht!

Um alle geschrumpften Seelen zu fangen muss in jedem der 25 Räume der Lichtschalter betätigt werden, um die lichtempfindlichen Geister mittels der Signallaterne einzufangen.

Klingt langweilig, ist es aber nicht. Um in einem Raum den Lichtschalter zu finden bedarf es nämlich der Lösung abwechslungsreicher und kniffliger Rätsel. Vom bekannten Spiegel-Sonne-Rätsel, bis hin zu verhexten Räumen, deren Wände sich verschieben. Selbst ein Harry Potter wird neidisch, wenn Zeke, von fliegenden Büchern unterstützt, den Weg zum Lichtschalter auf sich nimmt. Außerdem schickt Thorn, welcher auch gern als Zwischenboss erscheint, böse Geister, Spinnen und lebendige Ritterrüstungen aus, um die Tapferkeitsanzeige von Zeke durch Angriffe zu senken. Zur Gegenwehr kann mit der Signallaterne auf böse Zeitgenossen geschossen werden. Die anfangs noch schwache Laterne lässt sich mit Hilfe von Seelensteinen aufmotzen. Um einen neuen Seelenstein von einem der sechs verbliebenen freundlichen Poltergeister zu erlangen, muss deren Totenschein gesammelt und übergeben werden. Da dies im linearen Spielverlauf automatisch passiert, muss sich um die Stärke des Signals keine Sorgen gemacht werden. Das Zielsystem macht dabei keinen sonderlich ausgereiften Eindruck. Aus sicherer Entfernung mag das bei vereinzelten Gegnern noch funktionieren, befindet man sich jedoch inmitten einer großen Gegnerschar, werden deutliche Probleme bemerkbar. Sobald der Lichtschalter eines Zimmers betätigt wurde, wächst Zekes Tapferkeitsanzeige, die durch herumliegende Tränke auch wieder aufgefüllt werden kann. Außerdem spenden gefundene Wahrsagerkarten zusätzliches Leben, sowie Zauberpuppen einen dauerhaften Tapferkeitsbonus. Um einen erleuchteten Raum erfolgreich abzuschließen, müssen die geschrumpften Seelen des Raumes gefunden werden. Die vorher bekannt gegebene Anzahl an Seelen versteckt sich in Gegenständen des Zimmers. Nach deren Auffinden können diese mit der Signallaterne eingefangen werden. Da jedes Zimmer eine gewisse Anzahl der insgesamt 999 Seelen voraussetzt ist der Spielverlauf leider extrem linear. Selbst ungeübte Spieler brauchen für das Sammeln aller Seelen nur wenige Stunden.

Schaurige Grafik - gute Übersetzung

Die an vielen Schauplätzen gelungene, düstere Grafik sorgt in Verbindung mit überraschenden Schockmomenten für die passende Atmosphäre. Disneytypisch wurden alle Charaktere liebevoll in Szene gesetzt. Einzig die gegnerischen Geister, Spinnen und Monster, sowie die Lippensynchronisation der Hauptcharaktere hätten besser ausfallen können. Trotzdem ist die gute Grafik einer der Pluspunkte des Spieles, hinter der sich auch der Sound nicht verstecken muss. Abseits des nervigen Gedudels im Pause-Menü wird das Spielgeschehen mit gruslig schöner Musik, passend zu jeder Situation, untermalt. Die komplett in Deutsch gehaltene Sprachausgabe ist schön anzuhören, dämpft den Eindruck aber durch gelegentliche Ruckler im Spiel. Auch positiv zu erwähnen ist die gelungene Kamerasteuerung mittels rechtem Analogstick.

Fazit

Disneys „Die Geistervilla“ gehört im Endeffekt zu den besseren Filmumsetzungen. Tolle Rätsel beleben das Spiel rund um den jungen Zeke, doch leider zieht die kurze Spielzeit die Wertung etwas herunter. Gelungene Rätsel hin oder her, ob mit dem schnell drögen Lichtschalterprinzip eine weitaus längere Spielzeit zu verkraften gewesen wäre, ist schwer zu beurteilen. Das Spielsystem krankt ein wenig an mangelnder Abwechslung. Gelungene Schockmomente und die erwähnten, durchdachten Rätsel machen das Spiel aber auch für ältere Spieler interessant. Wer also schon bei Luigis Mansion seinen Spaß hatte, kann auch mit dem für nur 30 Euro erhältlichen Disney-Spiel keine große Fehlinvestition tätigen. Da die Story des Spieles keine Parallelen zum gleichnamigen Film aufweist, ist das Kennen des Leinwandvorgängers auch nicht vorausgesetzt.

Die Geistervilla [PS2 , Justgamers]

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