Gesamtwertung80%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Welcher Action-Fan kennt ihn nicht? John McLane, wohl einer der coolsten Cops der Filmgeschichte. Die Stirb Langsam Filme waren einer der größten Erfolge von Bruce Willis, welcher den Superbullen verkörperte. Die Bits Studio haben sich der Thematik angetan und John McLane einen eigenen Ego-Shooter entwickelt. Das Spiel Die Hard Vendetta erschien bereits vor einigen Monaten auf Nintendos Gamecube, hat aber nun auch den Weg auf die Playstation 2 und X-Box geschafft. Wie gut die Umsetzung gelungen ist und welche Verbesserungen es gegenüber der Gamcube Fassung gibt, erfahrt Ihr hier in unserem ausführlichen Test.
Zur falschen Zeit am falschen Ort!
Die Geschichte von Die Hard Vendetta spielt einige Zeit nach dem Ende des letzten Filmes. John McLane hat mittlerweile seinen Dienst bei der Polizei quittiert und sich mehr und mehr zurückgezogen. Dagegen hat seine Tochter Lucy McLane ihre Ausbildung bei der Polizei erfolgreich abgeschlossen und ist als Polizistin tätig. Als John McLane eines Tages in seinem Appartement vorm Fernseher sitzt erfährt er in den News von einer Geiselname bei der Eröffnung der Kunstausstellung. Unglücklicherweise ist auch seine Tochter, die bei der Eröffnung als Polizistin anwesend war, unter den Geiseln und setzt somit die Tradition ihres Vaters fort, immer zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Als John McLane erfährt, wer hinter der Geiselnahme steckt, wird ihm einiges klar. Der Anführer hört auf den Namen Piet Gruber und will sich an ihm für den Mord an seinem Vater Hans Gruber rächen. Dieser wurde von dem Ex-Cop im ersten Stirb Langsam Film im Nakatomi Tower erschossen, als er dort Geiseln nahm. Dies erklärt im übrigen auch den Zusatz Vendetta im Spieltitel, übersetzt bedeutet dies nämlich Blutrache.
Natürlich macht sich John ohne zu zögern sofort auf zum Ort des Geschehens um seiner Tochter zu helfen und sie aus der Gewalt der Geiselnehmer zu befreien. Am Kunstmuseum angekommen, trifft er auf den Leiter der Polizei-Sondereinheit der für diesen Einsatz verantwortlich ist. Nach einer kurzen Unterredung lässt dieser sich überzeugen und gewährt John den Zutritt ins Gebäude. Im Inneren des Kunstmuseums angekommen, beginnt nun endlich das Spiel und Ihr könnt jetzt selbst aktiv in das Geschehen eingreifen. Wer allerdings nicht direkt ins kalte Wasser springen möchte, dem bietet sich die Möglichkeit innerhalb eines sehr umfangreichen Tutorials alle grundlegenden Elemente von Die Hard Vendetta zu erlernen. In diesem Tutorial erlernt ihr neben der Steuerung auch den Umgang mit allen im Spiel auftauchenden Waffen und Granaten. Das Hauptspiel besteht aus elf, meist linear verlaufenden Levels, die zum Grossteil auf Action ausgelegt sind. Andere Elemente wie kleinere Rätsel- oder Sprungeinlagen sind bedauerlicherweise eher die Seltenheit.
Was wäre ein Ego-Shooter ohne ordentliche Waffen? Damit Ihr euch gegen eure Widersacher kräftig zur Wehr setzen könnt, steht ein breit gefächertes Waffenarsenal zur Verfügung. Die Palette reicht von der normalen Pistole über Maschinenpistole oder Scharschützengewehr bis hin zu Flammen- und Raketenwerfern. Ihr habt bei fast allen Waffen auch die Möglichkeit diese beidseitig zu benutzen (dann braucht ihr sie natürlich auch zwei mal) und somit eure Gegner mit der doppelten Feuerrate zu bekämpfen. Des weiteren verfügt ihr über die Möglichkeit einen sogenannten Hero-Mode zu aktivieren, dieser bewirkt eine deutliche Verlangsamung der Spielgeschwindigkeit und gibt euch somit die Möglichkeit größere Gegnerhorden einfacher zu erledigen.
Wieder eine lieblose Lizenz-Umsetzung?
Dies ist sicher die bange Frage, die sich mancher Spieler stellt, wenn er von einer Spielumsetzung irgend einer Filmlizenz hört. Bei all der schlechten Lizenzgurken der letzten Zeit ist dies auch nicht ganz unangebracht. Mit diesen Titeln darf man Die Hard Vendetta allerdings nicht in einen Topf werfen, denn zumindest in Sachen Lokalisierung sollte man den Entwicklern gratulieren. Die deutsche Version enthält neben deutschen Bildschirmtexten auch eine komplett deutsche Sprachausgabe. Genial dabei ist, das der Hauptcharakter des Spiels von keinem geringeren als Manfred Lehman, der deutschen Stimme von Bruce Willis, synchronisiert wurde, der ebenso wie in der Filmvorlage durch seine lockeren Sprüche jeder noch so ausweglosen Situation etwas positives abgewinnen kann.
Natürlich fehlen auch seine berüchtigten Wutausbrüche im Spiel nicht, bei der Kraftausdrücke wie Motherfucker oder Arschloch nur eine kleine Auswahl aus dem deftigen Repertoire von John McLane sind. Die deutsche Version fiel allerdings etwas der Schere zum Opfer und deshalb fliest auch während des gesamten Spiels kein einziger Tropfen Blut. Da der Rest des Spiels allerdings von Verstümmelungen verschont blieb und auch an der Geschichte nichts geschnitten wurde, ist dies nicht weiter tragisch und kann verschmerzt werden. Technisch kann der Ego-Shooter leider ganz und gar nicht überzeugen. Lag die Grafik schon bei der Gamecube-Fassung deutlich unter den Möglichkeiten der Konsole, sieht dies bei der Umsetzung leider nicht anders aus. Die Bits Studios haben grafisch überhaupt nichts gegenüber der Gamecube-Fassung geändert. Die Charaktergestaltung gelang den Entwicklern zwar recht ordentlich, jedoch sehen sie meist sehr kantig aus und die Animationen wirken sehr unausgereift.
Nicht viel besser sieht es mit der Umgebungsgrafik aus, welche eher langweilig daherkommt und nichts spektakuläres bietet. Dazu kommen noch die häufigen Ruckler innerhalb des Spiels. Nur selten läuft das Spielgeschehen für längere Zeit flüssig über den Bildschirm. Das ist eine Enttäuschung, vor allem wenn man bedenkt, wie lange sich die Entwickler mit der Umsetzung Zeit gelassen haben.
Da hätte man sicher die Möglichkeit gehabt, die Grafik zumindest ein wenig aufzupolieren. Die einzige Neuerung, die man in Die Hard Vendetta findet, besteht im Multiplayer-Part. Dieser war in der Gamecube Fassung gar nicht vorhanden. Ihr könnt euch in allen typischen Ego-Shooter Mehrspielervarianten, wie z.B. Deathmatch, Team Deathmatch, King of the Hill und Capture the Bagde zusammen mit Euren Freunden vorm Fernseher austoben. Es stehen 14 neue Levels, 100 Charakter sowie neue Waffen gegenüber dem Einzelspielermodus zur Verfügung. Eine Online-Variante wurde dagegen leider nicht ins Spiel integriert.
Die Hard Vendetta im Test.
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