DTM Race Driver

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Codemasters
Entwickler
Codemasters
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
-
DTM Race Driver [PS2 , looki.de]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

DTM Race Driver

Was Michael Schumacher für die „Formel 1“, ist „Gran Turismo“ für das Rennspielgenre. Der Kaiser unter den Racern. Aber das schreckt Neulinge nicht davon ab, auch mal ganz vorne mitfahren zu wollen. So schickte sich das Team von Codemasters an, dem Genrekönig Konkurrenz zu machen.

Als thematische Vorlage diente dazu die „Deutsche Tourenwagen Meisterschaft“, die wie dafür geschaffen ist, um einen actiongeladenen Racer in die Konsolenwelt zu bringen.

Wo sonst findet man so dramatische Kämpfe, spektakuläre Unfälle und haarsträubende Überholmanöver. Start-Ziel Siege gibt es hier auch nicht. Also beste Vorraussetzungen für einen Hit.

Mal was anderes...

...könnte man sagen, denn hier ist der Fahrer kein namen- und gesichtsloser Niemand, sondern der 19 jährige Ryan McKane. Als Kind musste er ansehen, wie sein Vater bei einem Autorennen starb und kennt seitdem nur noch ein Ziel. Der beste Rennfahrer zu werden. Doch am Anfang muss man erst mal „kleine Brötchen backen“. Das bedeutet: Kleine Rennserien, schwache Autos und sich langsam nach oben arbeiten.

Und damit dürfte man einiges zu tun haben, denn der Umfang des Spiels ist wahrlich gigantisch. 13 Weltmeisterschaften, 38 lizenzierte Rennstrecken, 42 Originale Touren- und Rennwagen und 13 internationale Meisterschaften, wie z.B. DTM, V8 Supercars aus Australien und die Britische Tourenwagen-Meisterschaft. Hier wurde eindeutig geklotzt und nicht gekleckert. Da macht es richtig Spaß, die ganzen Fahrzeuge und Strecken für den Arcade-Mode frei zu fahren. Aufgelockert wird das alles durch die interessante Story, die in beeindruckender Spielegrafik zwischen den Rennen erzählt wird.

Auch in Punkto Multiplayer hat man sich nicht lumpen lassen. Ein vier Spielermodus, per Multitap, ist möglich. Zwar wird die Grafik dann stark herunter geschraubt, aber dafür hat man dann wenigstens ein flüssiges Gameplay. Dazu lassen sich noch Computergegner hinzuschalten. Genau hier, können sich viele Spielehersteller eine fette Scheibe abschneiden. 4 Spieler-Modis sollten heut zu Tage eine Pflicht sein und nicht nur die Kür.

Hey, nicht drängeln

Wer zart besaitet ist, sollte hier erst gar nicht an den Start gehen. Hier wird gedrängelt, geschubst, gestossen, gerempelt, was das Zeug hält. Die Computerfahrer sind hier nicht so nett, wie bei anderen Racinggames. Sie bekriegen die menschlichen Fahrer und sie kämpfen auch untereinander. Gefährliche und waghalsige Überholmanöver sind hier in jeder Kurve an der Tagesordnung.

Blechschäden sind hierbei vorprogrammiert. Ruckzuck ist es passiert, dass Scheiben rausfliegen, Kotflügel zu gefährlichen Straßenhindernissen werden und wer oft genug Unfälle baut, kommt vielleicht gar nicht mehr ins Ziel. Das Schadensmodell nimmt also auch schweren Einfluss auf die Aerodynamik und das Fahrverhalten.

Eines sollte man noch mal deutlich betonen: Die künstliche Intelligenz der Computergegner ist beeindruckend. Nirgendwo sonst in einem Racing-Game findet man so clevere Mitfahrer, wie hier. Man darf das ruhig als Meilenstein im Genre sehen.

Wenn man dem computerisierten Unhold eine Nasenlänge voraus sein möchte, sollte man sich intensiven Studien zum Thema Tuning hingeben. Genau hier kann das Rennen eventuell schon entschieden werden, denn es werden einem sehr viele Möglichkeiten geboten, in das Setup des Wagens einzugreifen. Damit sollte man sich schon früh genug beschäftigen, da es in späteren Rennen zur Pflicht wird, den PS-Boliden auf die Strecke abzustimmen.

Grafik, Sound & Steuerung

Leider hat das Game auch seine Schattenseiten. Die Grafik dürfte hierbei das größte Manko sein. Die Randbebauungen wirken verwaschen und farbarm, Hintergründe bauen sich plötzlich vor einem auf und Popups fallen direkt ins Auge. Nicht gerade löblich ist auch die Tatsache, dass bei großem Gegneraufkommen die sonst stabile Framerate plötzlich durchsackt. Da wirkt das Kantenflimmern dagegen noch recht bescheiden. Hier wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen, selbst bei dem aufwendigen Schadensmodell.

Der Sound ist wiederum gut. Die Musik ist atmosphärisch und passt sich gut an das Renngeschehen an. Die Motoren klingen manchmal etwas befremdlich, aber ein Tourenwagen hört sich halt eben nicht wie ein normaler Straßenwagen an. Das alles ist in ein ordentliches Dolby Surround eingepackt, genauso, wie in eine lupenreine deutsche Sprachausgabe, was es ja leider nicht allzu oft gibt.

Bei der Steuerung hab ich mich sehr geärgert. Erst mal war die Freude groß, als ich sah, dass mein „GT Force Feedback Wheel“ von Logitech unterstützt wird. Mein Blick verfinsterte sich aber, als ich die unnötig komplizierten Einstellungsmöglichkeiten im Menü sah. Eine einfache Kalibrierung wäre besser gewesen. Im Rennen offenbarte sich dann das ganze Grauen. Das Lenkrad lag nichtssagend in der Hand, wie ein durchgeweichtes Fischbrötchen. Markante Punkte für das Ausbrechen und Gegenlenken suchte ich vergebens. Oft passierte es, dass selbst auf gerader Straße, mein Race Car einen Ausflug ins Kiesbett machte. Für jemanden, der 120 Euro für so ein Lenkrad ausgegeben hat, wird „DTM Race Driver“ eine bittere Pille werden. Und dabei haben es doch schon viele Genrekollegen erfolgreich vorgemacht: Gran Turismo, Burnout, Smugglers Run 2.

Die Handhabung per Pad dagegen gestaltet sich einwandfrei und liegt wunderbar in der Hand. Bringt aber nichts, wenn man permanent in die Ecke zum Lenkrad schauen muss.

Fazit

Für „DTM Race Driver“ verdient Codemasters Lob, wie auch Tadel. Der innovative Storymodus bringt eine ganz neue Art der Motivation ins Rennen. Die Schadensmodelle wirken realistisch und die Umsetzung der Crashs auf das Fahrverhalten wirkt sehr gelungen. Die „künstliche Intelligenz“ ist zur Zeit konkurrenzlos und stellt jedes andere Rennspiel in den Schatten. Auch gut gelungen ist der 4-Spieler-Modus, bei dem sich auch die Computergegner noch zuschalten lassen. Das alles kann man in „Dolby Surround“ geniessen, was ja nicht allzu oft vorkommt.

Das sehr gute Gesamtbild wird aber durch ein paar unangenehme Seiten schwer getrübt. So wirken die Umgebungsgrafiken und Texturen arg verwaschen und farbarm und die detaillierten Wagen heben sich dadurch stark von der Rennstrecke ab. Hinzu kommen noch merklich Popups und Hintergründe, die sich plötzlich aufbauen. Ich weiß, dass die Screenshots genial aussehen, das ändert sich aber, wenn man das alles in Bewegung sieht. Die sonst flüssige Framerate von 50 Bildern pro Sekunde geht bei stärkerem Gegneraufkommen merklich in die Knie und die sonst kritiklose Steuerung per Pad, wird mit dem „GT Force Feedback Wheel“ zu einem echten Albtraum. Wo man bei Spielen wie, Gran Turismo, Burnout und Smugglers Run 2 deutlich spürt, auf was für einem Untergrund man fährt und ein sehr gutes Gefühl für das Wagenverhalten mit bekommt, lässt die Umsetzung des Lenkverhaltens bei „DTM Race Driver“ schwer zu wünschen übrig. So lässt sich das Force Feedback hier eher mit einem kaputten Rasierapparat vergleichen. Es fehlen einfach die markanten Lenkpunkte und so kann es selbst auf gerader Strecke passieren, dass der Wagen ungewollt einen Ausflug ins Grün macht. Das Wagenverhalten in der Kurve kann außerdem hier und da mal ein Stirnrunzeln hervorrufen, da das Kurvenverhalten nicht immer ganz realistisch ist

Nichts, desto trotz hat Codemasters hier einen Hit abgeliefert, der wieder frischen Wind in das Rennspielgenre bringt. Ein „Gran Turismo“-Killer ist es zwar nicht, wird aber dennoch für einige spannende Wochen sorgen, da der Umfang des Spiels nicht gerade zu klein geraten ist.

Anbei möchte ich dem Mediastore in Darmstadt und seinem Chef, Maik Löwer, danken, dass sie uns den Titel kostenlos zur Verfügung gestellt haben.

DTM Race Driver [PS2 , looki.de]

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