Ejay Clubworld + Gewinnspiel

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
-
Entwickler
-
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
-
Ejay Clubworld + Gewinnspiel [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Ausreichend

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Ejay Clubworld + Gewinnspiel

10 Clubs Rund um die Welt

Ejay, mit Hauptsitz in Stuttgart, gibt dem Spieler, nicht ein, nicht zwei, sondern zehn der bekanntesten Clubs der Welt zur Auswahl. Jeder Club verfügt dabei über eigene, dem jeweiligen Musikstil entsprechende Samples. Die Auswahl reicht dabei von Ambient über Techno und Drum`n Base bis hin zu Hip Hop. Nach einem Intro, in dem DJ Carl Cox kurz die einzelnen Locations vorstellt, geht es auch schon los. Die Auswahl des jeweiligen Clubs erfolgt gleich nach dem Starten des Spiels, auf einem Globus sind dabei die unterschiedlichen Locations anwählbar, darunter auch das bekannte U 60311 in der Frankfurter City und das Amnesia auf Ibiza. In diesem Auswahlbildschirm erfahrt ihr auch alle wichtigen Eigenschaften der Clubs, vom Musikstil bis hin zum Fassungsvermögen und den ansässigen DJ`s. Selbstverständlich steht euch auch ein Tutorial zur Auswahl, das wirklich umfassend und verständlich die einzelnen Funktionen und Features des Programms erklärt. Leider sind hier lediglich die Untertitel Deutsch, die begleitende Sprachausgabe wurde auf Englisch belassen. Ab und zu verschwinden die Texte etwas zu schnell, ein interaktives Tutorial, in das der Spieler eingreifen und die erläuterten Funktionen direkt probieren kann, wäre wünschenswert gewesen. Das komplett deutsche Handbuch ist allerdings gelungen, so dass vieles noch einmal in Ruhe nachgelesen werden kann.

Der Arranger, der Kern des ganzen Spiels

Hat man nun den Club seiner Wahl betreten, gelangt man zuerst zum so genannten Arranger. Dieser ist quasi der musikalische Kern des Spiels, denn hier wird komponiert. Dazu stehen normalerweise 20 Tonspuren zur Verfügung in denen die einzelnen Samples angeordnet werden. Es gibt insgesamt über 10.000 Samples in DVD Qualität zur Auswahl. Diese werden im Baukastensystem aneinandergelegt, geschnitten und natürlich Probe gehört. Um für Übersicht zu sorgen, wurden die Samples in unterschiedlichen Klanggruppen angeordnet, so dass man in Ruhe nach dem passenden Sound suchen kann. Ist das entsprechende Musiksample gefunden, so wird es per einfachem Drag + Drop Prinzip auf die gewünschte Tonspur gelegt. Auch die Regelung von Lautstärke und Geschwindigkeit des Songs ist hier möglich. Die Steuerung wurde dabei sehr intuitiv gelöst. Der R1 Button ermöglicht den Wechsel zwischen den einzelnen Feldern des Arrangers, hier kann der Cursor mit Hilfe des D-Pad bewegt werden. Ein Infomenü zeigt dabei in der oberen, linken Ecke die jeweils verfügbaren Auswahlmöglichkeiten an. Auch eine Auswahl von mehreren Samples gleichzeitig mittels eines Kastens ist möglich. Es ist wohl schwer möglich, die Steuerung besser an den PS2 Controller anzupassen, trotzdem kam uns während des Tests öfter der Wunsch nach einer Maus in den Sinn. Etwas ärgerlich ist auch die Tatsache, dass man den in jedem Club bereits vorhandenen Demo-Song erst mühsam löschen muss; hier wäre ein Button zum „Leeren“ der Tonspuren wünschenswert gewesen.

Hört man sich dann sein Werk in der Gesamtheit an, ist man unter Garantie erstaunt, wie gut der selbst komponierte Mix klingt, auch wenn man von der gewählten Musikrichtung nur wenig Ahnung hat. Achtung, spätestens ab diesem Punkt beginnt Clubworld süchtig zu machen, denn man sucht stets nach dem perfekten Sample oder der optimalen Geschwindigkeit, um seinen Song zu perfektionieren. Dieser darf natürlich auf der Memorycard gespeichert werden, wobei die einzelnen Speicherstände angenehm klein sind. Es lassen sich also problemlos mehrere komplette Songs auf einer Speicherkarte dauerhaft sichern.

Die anderen Programmteile

Wer jetzt denkt, dass war schon alles, hat sich gewaltig getäuscht, denn obwohl der Arranger alleine schon für viel Spass sorgt, hat Ejay an die zur Feinabstimmung nötigen Komponenten gedacht.

Im Mixer ist dabei nicht nur die separate Lautstärkenregelung der einzelnen Spuren möglich, sondern es können auch Effekte, wie Chorus oder Delay zugeschaltet und die Balance geregelt werden. Allein mit dem Abmischen eines Songs kann man hier Stunden verbringen. Aufgebaut ist der Mixer wie eine Art virtuelles Mischpult, die Steuerung funktioniert genauso wie beim Arranger. Sicher sind nicht alle Funktionen eines Profi-Mischpults verfügbar, aber das Reportoire und vor allem die erzielten Ergebnisse sind doch beachtlich. Einzig und allein die Übersicht leidet etwas unter der geringen Bildschirmauflösung der Konsole. Aus diesem Grund raten wir dringend zu einem RGB Kabel , welches für eine schärfere Bilddarstellung sorgt, da sich sonst die Position der einzelnen Drehregler oft nicht genau erkennen lässt.

Zwei Clubs, nämlich das U 60311 und das Amnesia, verfügen über einen sogenannten Hyper Generator, in dem eigene Synthesizersequenzen erstellt werden können. Mittels eines virtuellen Keyboards kann man die hier erstellten Sequenzen speichern und in einer extra dafür vorhandenen Tonspur in den Arranger einfügen. Das Erstellen der eigenen Sequenzen erweist sich leider als zeitaufwendig und etwas kompliziert, denn bis die passenden Töne gefunden sind, vergeht teilweise viel Zeit und man fragt sich, ob es nicht doch noch ein passenderen Sample gegeben hätte...

Im Queen Club und im Londoner Club 'The End' gibt es anstelle des Hyper Generators einen Groove Generator, welcher im Prinzip ein Drum-Computer ist. Hier können Schlagzeugloops arrangiert und ebenfalls auf eine gesonderte Spur im Arranger eingefügt werden. Hier gilt ähnliches wie beim Hyper Generator: ein absolut vielseitiges Tool, welches denjenigen, die sich intensiv damit Beschäftigen, viel Freude machen wird, für den „normalen“ Spieler aber etwas zu kompliziert und zeitintensiv in der Bedienung ist. Schliesslich darf im Brooklyn Bride Club sogar noch gescratched werden.

Was gibt es noch?

Der Video-Modus erlaubt es, einem seiner Songs eine Videowiedergabe zuzuordnen, die sich individuell an die Musik anpasst, ähnlich den bekannten Visualisierungen, wie wir sie z.B. vom Windows Media Player her kennen. Du hast Freunde zu Besuch? Auch das ist kein Problem, denn beim Live Jam können bis zu vier Spieler gleichzeitig eine heisse Live Session hinlegen. Dazu werden bis zu acht Sounds den einzelnen Controllern zugeordnet, sodass sich Songs aus bis zu 32 Sounds arrangieren lassen. Der Modus macht wirklich Spass, besonders wenn einer der Freunde gänzlich unmusikalisch ist und man deshalb zwei oder mehr Controller steuern muss. Natürlich kann man auch die musikalischen Ergebnisse aus diesen Sessions speichern und für die Nachwelt konservieren.

Nichts für Grafik-Fanatiker...

Da es sich bei Clubworld um ein Musikprogramm handelt, ist die grafische Präsentation nur als zweckmässig zu bezeichnen. Man hätte sich ein paar mehr Videos der Clubs und der Dj`s gewünscht, um die Präsentation nicht ganz so bieder erscheinen zu lassen. Da reißt auch der Video-Modus nicht mehr viel raus. Für Spieler die Wert auf visuelle Erlebnisse legen, ist der Titel also wenig geeignet, für all diejenigen denen Langzeitmotivation und gute Musik wichtig sind, dafür umso mehr.

GEWINNSPIEL

Du möchtest an unserem Gewinnspiel teilnehmen? Justgamers verlost in Zusammenarbeit mit Ejay 3 Clubworld Vollversionen für deine PlayStation 2! Du musst nur folgende Frage beantworten, die Du, nachdem Du den Bericht ausführlich gelesen hast, sicher locker beantworten kannst:

In welcher deutschen Stadt ist der Hauptsitz von EJAY?

a) München

b) Stuttgart

c) Hamburg

Alle Antworten schickt Ihr bitte per Email an:

tg@justgamers.com

Einsendeschluss ist der 30. November 2002!

Fazit

Ejay Clubworld ist nicht nur für wirkliche Musikkenner geeignet, auch der normale Spieler wird sehr schnell beeindruckende Ergebnisse erzielen. So macht das Programm trotz der biederen grafischen Präsentation einfach einen riesigen Spass, die Langzeitmotivation ist beachtlich. Wer will, kann Tage an seinem Arrangement feilen. Für einen Nachfolger wünschen wir uns besonders Verbesserungen am Tutorial und eine intuitivere Benutzerführung in manchen Teilen des Programms. Dennoch kann der Titel nur als absolut gelungen bezeichnet werden, denn der Untertitel „The Music making experience“ trifft völlig zu. Ejay Clubworld ist eine Erfahrung, die man machen sollte.

Ejay Clubworld + Gewinnspiel [PS2 , Justgamers]

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