Everblue
Wer sich gefragt hat wie es unter dem Meeresspiegel aussieht und keine nassen Füße bekommen wollte, der sollte einen Blick auf Capcom´s neuestes Spiel Everblue werfen. Dieses Spielgenre ist zum ersten mal auf der PS2 vertreten und gehört zweifellos zu den kurioseren Titel. Es lässt sich ein wenig mit Ecco the Dolphin vergleichen, nur dass ihr einen Taucher steuert. Doch was ist das Ziel eines Tauch-Adventures? Bietet solch ein Thema genügend Stoff für ein gutes Spiel? Eines steht schon mal fest, es weckt großes Interesse. Wenn die Entwickler dem Spiel eine gute Story und packende Atmosphäre verpasst haben, kann man gespannt sein.
Der Alptraum
Die Handlung des Spiels läuft am Daedalus Meer ab. Ein paradiesischer Ort, der wie geschaffen für Taucher ist. Der Hauptcharakter des Spiels ist Leonardo Dolphin, der seit seiner Geburt sich zum Meer hingezogen fühlt . Klar, dass das Tauchen für ihn sehr wichtig ist. Doch Nacht für Nacht plagt ihn ein Traum vom Verschwinden seines Freundes. Leo meint, dass er nur unter Wasser eine Antwort auf das Schicksal seines Freundes findet.
Mit Hilfe seines alten Freundes Marco, zieht er umher und durchsucht die Gewässer um endlich eine Antwort zu erhalten. Marco ist ein treuer Freund der ihn unterstützt und mit Informationen versorgt. Ob es Leo gelingt das Geheimnis des Daedalus Meeres zu lüften?
Die Kunst des Tauchens
Ihr startet das Spiel in einer Traumsequenz, in der ihr euren verlorenen Freund Cao seht. Ihr befindet euch unter Wasser in der versunkenen Stadt Geneapolis. Danach wacht ihr auf und trefft Marco am Hafen. Marco hat die Aufgabe euch ins Spiel einzuweißen. Er erklärt euch die Vorgänge die beim Tauchen zu beachten sind. Es gibt im Spiel zwei Welten. Die Welt unter Wasser und die Welt an Land. Unter Wasser bewegt ihr euch aus der Ich-Perspektive. Und an Land steuert ihr eine interaktive Hand mit der ihr Leute anklicken könnt um sich mit ihnen zu Unterhalten. Habt ihr euch mit der Steuerung vertraut gemacht so kann es los gehen. Unter Wasser habt ihr das Ziel so viele Schätze wie möglich zu finden. Bei diesem Vorgang ist euch der Multi-Sonar behilflich. Hier kann man Elemente zur Erfassung von Metallen oder Holz anschließen. Der Sonar meldet sich sobald er einen Gegenstand entdeckt hat.
Wenn ihr wieder auftaucht müsst ihr euren Schatz erst auf die Höhe des Wertes untersuchen lassen. Danach kann man ihn bei einem Händler verkaufen. Ihr könnt solange unter Wasser bleiben bis ihr keinen Sauerstoff mehr habt oder eure Staminaanzeige auf 0 gefallen ist.
Dies passiert wenn euer Anzug zu niedrigen Temperaturen ausgesetzt ist oder ihr tiefer taucht als das es gesund für euch wäre. Mit dem erworbenen Geld lassen sich immer bessere Ausrüstungsgegenstände kaufen, damit ihr immer tiefer ins Meer vordringen könnt.
Tauchsimulation ?
Everblue verkörpert keine hochkomplizierte Tauchsimulation, doch trotzdem muss man sich mit den Anzeigen auskennen. Es gibt einen Kompass, der sehr hilfreich ist, wenn ihr ein Wrack suchen müsst da manche Stadtbewohner euch nützliche Tipps zur Lage geben. Auch ein Druckmesser ist vorhanden der euch anzeigt wie weit ihr gehen könnt. Der Tiefenmesser funktioniert in Verbindung mit dem Druckmesser und zeigt euch die momentane Tiefe an. Neben diesen Anzeigen gibt es noch eine Sauerstoff- und Staminaanzeige. Everblue steuert sich recht einfach und ist mit einem Konsolen Ego-Shooter zu vergleichen. Mit dem rechten Analogstick schaut man sich um, mit dem anderen bewegt man sich.
Der L1-Button ist für den Multisonar zuständig, der pro Druck einen Ton ausendet der dann möglicherweise einen Gegenstand entdeckt. Mit dem R1 Button kann man diese Gegenstände einsammeln. Everblue hat einen sehr niedrigen Schwierigkeitsgrad, da es keine Gegner gibt. Die einzige Schwierigkeit besteht, darin die jeweiligen Schätze zu finden. Dies ist aber keinesfalls als etwas negatives zu verstehen, da das Spiel auch für jüngere Zocker so bestens geeignet ist.
Eintönige Planscherei
Everblue ist ein Spiel in dem es ganz friedlich zugeht. Es kann eine interessante Story und eine neuartige Idee vorweißen. Die Jagd nach den verschollenen Gegenständen macht zwar anfänglichen Spaß, kann aber durch die fehlende Abwechslung dauerhaft nicht überzeugen. Neben den herkömmlichen Schätzen gilt es auch verschollene Wracks zu erkunden. Solche und andere Aufträge erhaltet ihr von den Bewohnern der Stadt. Die Atmosphäre unter Wasser ist gut gelungen. Man denkt stellenweiße wirklich dass man sich unter dem Meer befindet. Doch das Spiel läuft immer nach dem selben Prinzip ab: Schätze suchen, verkaufen und den nächsten Auftrag abholen. So lässt sich sagen das Everblue anfangs Spaß macht, aber aufgrund mangelnder Abwechslung auf der Strecke bleibt.
Bezaubernde Unterwasserwelt
In Sachen Grafik weiß man nicht genau wie man Everblue einschätzen soll. Die Unterwasserwelten sind interessant aber stellenweiße etwas detailarm gestaltet worden. Ansonsten lassen sich kleinere Fischschwärme und pflanzenbewachsene Felslandschaften bewundern. Auch die Wracks, die es zu besuchen gilt, sind passend zur Unterwasserwelt gestaltet worden. An Land ist die Grafik aber komplett verändert worden. Die 3D-Grafik wurde gestrichen und durch eine 2D-Grafik ersetzt, die man von SNES-Rollenspielen kennt. Durch diesen Grafikwechsel entsteht ein Kontrast der gewöhnungsbedürftig ist. Soundtechnisch wurde gute Arbeit geleistet. Die Unterwassermelodie wirken entspannend und sehr harmonisch. Auch leises Blubbern der Luftblasen kann man erkennen. Solche und andere Details vermitteln dem Spieler einen atmosphärischen Unterwassereindruck.
Bildquelle: playfrance
Fazit
Everblue ist ein Adventure, dass durch die Tauchthematik neue Wege geht. Es weiß den Spieler durch interessante Unterwasserwelten zu verzaubern. Auch der Wechsel zwischen Land- und Wasseraufenthalten hat ihren Reiz. Doch auf Dauer verliert die Jagd nach dem Schatz ihre Prisanz. Grafisch kann Everblue mit aktuellen Titel nicht ganz mithalten. Zwar sind die Unterwasserwelten gut gelungen werden aber durch eine gewöhnungsbedürftigen Landansicht getrübt. Schließlich lässt sich sagen, dass Everblue ein ideales Spiel für jüngere Zocker ist. Für Leute die nicht genau wissen woran sie sind, empfehle ich ein ausgiebiges Probespiel.
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