Fifa 2003
Typisch EA-Sports:
Bekannt und typisch für die Fifa-Serie ist wieder einmal, dass über 16 lizenzierte Ligen, 450 lizenzierte Teams und über 10.000 lizenzierte Spieler das Spiel bestreiten.
Realität Pur
Fifa 2003 ist Fußball pur. Noch nie war das meistverkaufte Fußballgame so realistisch. Schon am Anfang, wenn man ein z.B. Freundschaftsspiel startet, sieht man, wie echt Fifa 2003 wirkt. Auf dem Rasen werden die Wappen, sowie der aktuelle Torstand der spielenden Mannschaften eingeblendet. Bei einem Freistoß wird die Differenz in Metern zwischen dem Schützen und dem Tor angezeigt. Wenn der Spieler ins Abseits läuft, wird genau mittels einer gelben Linie angezeigt, wo die Falle zuschnappte.
Man kann zwischen verschiedenen Optionen wählen: Freundschaftsspiel, Club, Championship, Saison und Turnier. Außerdem kann man immer zwischen Action und Simulation wählen. In der Simulationseinstellung kann der Spieler das Match hautnah erleben, indem man auch mit Köpfchen spielen muss, denn bei dieser Option ist alles Strategie betont. Die Kameraposition ist weiter entfernt um einen guten Überblick über das Feld zu haben, um komplexe Angriffszüge und taktische Analysen umsetzen zu können. Die Actionauswahl, ein schnelles Spiel, wo der Ball im Vordergrund steht und das ganze mit nicht ganz so strengen Regeln geahndet wird. Standardmäßig wird in der Simulation das Level Halbprofi und im Arcademodus Amateur gewählt, welche man selbstverständlich bei den Einstellungen ändern kann. Jede Kategorie ist in einzelne Unterabteilungen wie Deutsche Bundesliga, Französische Liga, Englische Premierliga, WM, und noch vieles mehr aufgeteilt. Sobald man im Besitz des runden Leders ist, erscheint im Bildschirm eine kleine Anzeige die sich Spieler-Statusleiste nennt. Sie zeigt den momentanen Erschöpfungszustand des Spielers an. Je öfter man einen Sprint einlegt, desto mehr nimmt die Anzeige ab, wodurch der Spieler langsamer wird. Am Ende einer Halbzeit werden immer die Höhepunkte noch einmal gezeigt. Es macht richtig Spaß, wenn man noch mal sieht, wie man die Tore geschossen hat. Nur Schade, dass kein Trainingsmodus vorhanden ist, in dem der Spieler seine Fähigkeiten verbessern kann. Da hilft nur eines, im Freundschaftsspiel trainieren, was das Zeug hält. Als kleine Hilfe gibt es den EA-Trainer. Er informiert dich über die Spieler, die müde oder sogar verletzt sind, und rät dir, sie auszuwechseln. Wenn man bei einem Schwierigkeitsgrad, wie zum Beispiel 'Profi' größere Probleme hat, schlägt der Trainer eine geeignetere Stufe vor. Das gilt selbstverständlich auch, wenn man in einer Schwierigkeitsstufe sehr gut ist, denn dann wird vorgeschlagen, die nächste Stufe anzuwenden.
Grafik beeindruckend!
Wie immer hat die Fifa-Serie in diesem Punkt die Nase vorn. Die meisten Spieler sehen ihrem Original zum verwechseln ähnlich. Auch die Trikots sehen fast aus wie fotografiert. Ebenso gut sind die Stadien gemacht, da sie sehr real aussehen. Auch die Fans können sich sehen lassen. Fahnen, Feuerwerk, Werbe - und Vereinsbanner ziehen sich durchs Stadion. Durch den Gesichtsausdruck bei verschiedenen Nahaufnahmen der Spieler kann man direkt miterleben, was die Spieler gerade fühlen. Mal sind sie glücklich über ein Tor, mal verärgert über den verschossenen Freistoß.
Steuerung...
Die Steuerung ist im typischen Fifa-Stil gehalten, mit kleinen Änderungen. Der Spieler sprintet sofort los, wenn man die L1-Taste gedrückt hält. Somit holt man sich keinen verkrampften Daumen mehr, wie bei den Vorgängern. Der Rest wie Passen, Heber, Flanke und Schießen sind gleich geblieben. Man sollte auch nicht einfach drauflos Passen oder Schiessen, denn eine richtige Dosierung will gelernt sein. Je länger man eine Taste gedrückt hält, desto stärker wird die Schusskraft. Man braucht also einiges an Übung, um den richtigen Dreh herauszuhaben, um perfekt zu seinem Partner zu passen oder nicht über das Tor hinüber zu schießen. Neu ist, dass auch der rechte Joystick im Spiel eine Verwendung findet. Das ist der so genannte EA Sports Freestyle Control. Der Effekt ist, dass der Ball bei einem Freistoß in eine bestimmte Richtung abgelenkt wird. Je weiter du den Ball außen triffst und anschneidest, desto stärker wird seine Kurve. So kann man das Leder bei einem direkten Freistoß mit etwas Übung schön in das Netz befördern.
Sound, Musik und die Kommentatoren...
Die Moderation für die spannenden Matches übernehmen diesmal die Fußball-Experten Tom Bartels und Florian König. Sie sind mit Begeisterung dabei, besonders wenn gut herausgespielte Tore fallen. Aber wie auch bei den Fifa-Vorgängern wiederholen sich allerdings die Kommentare, wenn auch nicht mehr so oft. Die Hintergrundmusik kommt unter anderem von Timo Maas. Der gute Mann ist in der Trance-Szene schon länger als DJ und Produzent bekannt. Besonders beeindruckend sind auch die Fangesänge von den spielenden Mannschaften. Sie heizen die Stimmung regelrecht an, sobald die Heimmannschaft ein Tor erzielt hat. Bei einem Treffer der Gastmannschaft hält sich die Stimmung allerdings in Grenzen. Mit einer guten Stereoanlage mit Dolby Surround, welches ja auch von Fifa 2003 unterstützt wird, fühlt man sich fast wie im Original-Stadion. Wenn ein Tor geschossen wurde, hört man im Hintergrund auch die Stationsdurchsage. Von der man allerdings nichts versteht, trotzdem aber ein netter Nebeneffekt ist.
Die Mängel...
Nur 100% Gutes? Nein, hier muss auch Fifa 2003 einige Abstriche machen. Bei erfolgreichen Torschüssen fängt das Bild an zu ruckeln, die ziemlich deutlich zu sehen sind. Ein Bug, der nicht hätte sein müssen, da er den Spaß ein wenig verdirbt. Auch die Menüführung hat mir bei den Vorgängern besser gefallen, da sie komfortabler und profesioneller wirkte. Was ich vermisse, ist eine Option für Wettereinstellungen. Früher war es ganz nett, wenn man im Schnee oder bei brütender Hitze spielen konnte. Zudem dauert es ziemlich lange, bis die Menüs nach einer Eingabe umschalten. Hier müssten sich die Macher von Fifa 2003 etwas Besseres wieder einfallen lassen, damit wir beim nächsten Teil diesen Kritikpunkt nicht mehr erwähnen müssen. Was mich zudem bei der manuellen Wiederholung stört, ist dass man nur in einer Geschwindigkeit vor, - und zurückspulen kann. Eine Zeitlupenwiederholung, um die Situation genau zu sehen, ist leider nicht möglich.
Fazit
Fifa 2003 ist grafisch ein Leckerbissen. Die Originalstadien und die Spieler sind detailgetreu nachgebildet, sowie auch spielerisch macht das Game ein guten Eindruck. Mit dem neuen Titel ist EA Sports einen neuen Weg gegangen, der jetzt auch den Simulationsfußball beinhaltet. Ob dieser Weg richtig war, wird sich zeigen, immerhin gibt es schon andere sehr gute Fußballsimulationen. Mir hat es mehr Spaß gemacht im Arcade-Modus zu spielen, trotzdem macht Fifa 2003 riesen Spaß. Für Anfänger ist Fifa 2003 allerdings nichts, da es bislang der schwierigste Teil der Serie ist. Man muss schon viel Üben um auch Erfolg zu haben. Mit dem neuen Passsystem und der Ballphysik lässt sich zwar einiges machen, ist aber nicht wie angekündigt die revolutionäre Erneuerung. Mir fehlen auch die Tastenkombinationen wie Übersteiger oder Schwalbe, bei dem man seinen Gegner austricksen konnte. Somit ist er auch nicht DER Fifa-Titel, der schon lange erwartet wurde. Meiner Meinung nach, hat EA-Sports es trotzdem wieder geschafft, und können sich mit der Krone der Fußballspiele küren lassen.
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