FIFA Football 2004

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
EA Sports
Entwickler
EA Sports
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
0
FIFA Football 2004 [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

88%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Befriedigend

FIFA Football 2004

Und er bleibt es auch in „FIFA Football 2004“. Jedoch erwarten Fans der Reihe auf und abseits des Spielfeldes viele Änderungen, auf welche wir in diesem Artikel genauer eingehen werden. Nach dem sehr gut aussehendem Intro, in dem sich Weltstars wie Henry und Del Piero mit ihrem Lieblingsspielzeug vergnügen, stößt der Akteur auf ein ungewohnt schwarzes Menü, welches jedoch wie auch bei den Vorgängern durchdacht gegliedert ist. Neben den bekannten Optionen sticht der Menüpunkt ‚Mein FIFA 2004’ sofort ins Auge. Von hier aus kann man seine gesamte Laufbahn auf dem Rasen nachvollziehen. Nach erfolgreichen Spielen wird das Heim- und Auswärtstrikot des Gegners freigeschaltet, welche sich dann in der Trikotübersicht begutachten lassen. Desweiteren ist es möglich, sein eigenes Profil zu bearbeiten bzw. ein Neues zu erstellen.

So ganz nebenbei kann man bei „FIFA Football 2004“ auch Fußball spielen. Messe dich in einem spontanen Freundschaftsspiel, gewinne einen nationalen Pokal, trainiere Spielsituationen oder mache dir einen Namen im Karrieremodus. Zur Verfügung stehen euch dazu 350 selbstverständlich originale Mannschaften mit über 10.000 Spielern aus 18 Ligen der Welt. Besitzer der PlayStation2-Fassung haben außerdem die Möglichkeit, im „Football Fusion Modus“ Partien und Mannschaften aus dem aktuellen „Fussball Manager 2004“ zu importieren.

Widmen wir uns dem Hauptaugenmerk des Spieles, dem Karrieremodus. Zum ersten Mal in der Serie kann man nicht mehr nur als Spieler auf dem Platz agieren, sondern über fünf Jahre den Verein seiner Wahl als Trainer zu Ruhm und Ehre führen. Erstmal habt ihr also Einblick hinter die Kulissen und könnt von dort aus das Training bestimmen, neue Spieler verpflichten sowie die neusten Mannschaftsnews einsehen. Je nach Saisonerfolg werden die wöchentlichen Budgetpunkte verteilt, über welche man die Trainingsschwerpunkte für jeden Spieler setzen kann. Um auf dem Transfermarkt aktiv zu werden, bedarf es jedoch ein wenig mehr. In der Sommer- und Winterpause bietet sich die Option, das jährliche Transferguthaben für neue Spieler auf den Kopf zu hauen oder mit dem Verkauf von eigenen Akteuren zu erhöhen. Mit dem richtigen Umgang dieser Möglichkeiten ist also der Weg geebnet, die vom Vorstand vorgegebenen Ziele zu erreichen. Je nach Teamstärke und vorhergehenden Erfolgen beziehen sich diese auf die Endplatzierung, das Abschneiden in anderen Wettbewerben, die geschossenen bzw. die zugelassenen Tore, die Anzahl der Siege und Niederlagen sowie andere statistische Werte.

Mit der groß angepriesenen Off the Ball™ - Steuerung wollte EA Sports einen weiteren Schritt in Richtung Simulation machen. So ganz gelungen ist das jedoch nicht. Zwar hat man nun die Option, im Ballbesitz einen weiteren Kameraden zu steuern, um diesen am gegnerischen Strafraum in Szene zu setzen, vorherige Trainingseinheiten sind dazu jedoch Pflicht.

Wenn man nicht gerade im Amateurmodus seine Tore schießt, bleibt sowieso nicht genügend Zeit und Raum, um sich auf zwei Spieler gleichzeitig zu konzentrieren. Alternativ kann man mittels einfachen Tastendrucks einen in der Nähe befindlichen Mitspieler in den Strafraum einlaufen lassen. Da die Pässe auch dort präzise ankommen, sollte man auf diese Maßnahme zurückgreifen.

Erfolgsbindend ist dieser Weg jedoch nicht. Einen großen Beitrag zum höheren Realismusgrad tragen nämlich die Abwehrspieler bei. Diese rennen nicht mehr nur quer über den Platz, sondern bewachen dank neuer KI auch ihren Gegenüber. Oftmals sind ein gepflegtes Flügelspiel oder Schüsse aus zweiter Reihe der schnellste Weg zum Erfolg. Zwar können die Torhüter bei Strafraumsituationen mit guten Reflexen glänzen, bei Schüssen ab 20 Metern sieht es jedoch anders aus. Nicht selten passieren dort Fehler, die selbst einen schwach geschossenen Ball noch zum Tor werden lassen. Die Chancenauswertung und Laufbereitschaft der gegnerischen Offensive ist stets passend zum Schwierigkeitsgrad. Um Gegentore zu vermeiden, bietet der jüngste FIFA Football Sprössling die Möglichkeit, in der Abwehr Überzahlsituationen zu erzeugen. Wie auch bei den Strafraumläufen genügt hier ein einfacher Tastendruck, um einen weiteren Mitspieler zum Zweikampf zu beordern.

Insgesamt ist der Spielfluss durch den hohen Simulationsgehalt sehr langsam gehalten. Vorbei ist die Arcadezeit mit viel Action und abwechslungsreichen Spielzügen. Ob das nun gut oder schlecht ist, sollte jeder für sich entscheiden. Der bereits erwähnte große Anteil an Simulation ermöglicht bei Standardsituationen und besonders bei Freistößen wunderschöne Tore. Mit Hilfe des rechten Sticks entscheidet man, wo genau der Ball angeschnitten werden soll. Nachdem man dem Leder genügend Schusskraft gegeben hat gilt es, den Cursor im grünen Bereich zum Stehen zu bekommen. Zwar innovativ, nur leider nicht ganz so gut gelöst wurden die Eckstöße. Hier schießt man die Ecken nicht mehr selbst, sondern gibt nur ungefähr an, wo der Ball landen soll. Nach der Wahl des Mitspielers liegt es nun an euch, gekonnt in den Strafraum einzulaufen, um die Kugel im Tor zu versenken.

Bei „Fifa 2004“ bekommt der Käufer wieder einmal eine nahezu perfekte Präsentation geboten. Sämtliche Spieler ähneln ihren menschlichen Vorbildern wie noch nie zuvor und auch schöne Animationen auf dem Spielfeld sind keine Seltenheit mehr. Neben den realistisch agierenden Feldspielern wurden auch die Stadien um einiges verbessert.

Über falsch gepfiffene Abseitssituationen meckern war gestern, denn heute kann man auch in der Wiederholung dank der eingeblendeten gelben Linie wunderbar erkennen, dass der Schiedsrichter wieder einmal goldrichtig lag. Jede einzelne Begegnung ähnelt somit einer Fernsehübertragung. Daran nicht ganz unschuldig sind auch die Kommentatoren. Hier ist die Vielfalt an Bemerkungen erheblich aufgestockt worden, dadurch wirken diese weniger nervig und können auch nach dem 34. Spieltag mit einem neuen Spruch auf sich aufmerksam machen. Der erstmalige Einsatz von unzähligen und dazu noch originalen Fangesängen hat sich im Endeffekt mehr als nur gelohnt und verleiht der Partie eine kleine Brise Gänsehautfeeling.

Fazit

Im Großen und Ganzen ist EA Sports wieder einmal ein großer Wurf gelungen. Die grandiose Grafik verknüpft mit einer guten Musikuntermalung und Sounds legt die Messlatte in diesen Kategorien wieder einmal sehr hoch. Da der Spieler sich aber keine Fußballübertragung anschauen möchte, sondern selber das Zepter in die Hand nehmen will, sollte auch das Gameplay mehr berücksichtigt werden. Ein zu langsamer Spielfluss und eine unausgereifte Steuerung wissen noch nicht vollkommen zu überzeugen. Wer gegen einen großen Simulationsanteil nicht abgeneigt ist, kann auch dieses Jahr wieder bedenkenlos zu greifen. Anhängern von arcadelastigem Gameplay empfiehlt sich ein vorhergehendes Probespiel sowie die Alternative Pro Evolution Soccer 3.

FIFA Football 2004 [PS2 , Justgamers]

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