Gesamtwertung62%/10 |
GrafikAusreichend SoundGut |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegAusreichend |
BedienungGut |
Viele werden sich noch gern an die Abenteuer des jungen Cody erinnern, dessen Freundin von Motorradrockern entführt wurde. Der Spieler hatte damals die Aufgabe, alle bösen Buben zu vermöbeln und Codys Süße aus den Klauen der Gang zu befreien. Heute, 16 Jahre später, hat Cody neue Probleme. Capcom erweckte ihn aus seinem Tiefschlaf und verpasste nicht nur ihm eine rundum Erneuerung. Wie so viele Helden vor ihm, wird auch er nun erstmals in 3D zu bewundern sein. Außerdem soll es eine größere und bessere Geschichte, sowie klassischen Prügelspaß mit innovativen Ideen geben. Ob das Experiment gelungen oder ob das Genre überholt ist, klärt der Test.
Neue Charaktere braucht das Land!
Man stelle sich vor, man wacht in einer unbekannten Umgebung auf. Nachdem man begriffen hat, dass man in einem Boxring liegt und über einem ein 100 Kilo schwerer Kämpfer nur darauf wartet, weiter auf einen einzuprügeln, sollte man wohl schleunigst das Weite suchen, zumindest wenn man deutlich weniger als eben diese 100 Kilo wiegt und keine Kampfsportart beherrscht. Genauso ergeht es dem Straßenkämpfer Kyle, dessen Rolle der Spieler übernimmt. Aufgewachsen auf der Straße, verdient er seinen Unterhalt mit illegalen Kämpfen. Nachdem er sich etwas gefangen hat, schlägt er den 100 Kilo Gegner einfach K.O. Ohne eine Kampfsportart zu beherrschen, durch rohe Gewalt. Auslöser dieser rohen Gewalt ist der Spieler, der durch verschiedene Tastenkombinationen Schlag- und Trickvarianten variieren und so den übermächtig scheinenden Gegner in wenigen Sekunden auf die Bretter schicken kann. Immerhin gibt es neben den normalen Angriffsmöglichkeiten auch erlernbare Spezialmanöver, die einen Gegner in sekundenschnelle ausknocken können.
Nachdem Kyle den Kampf erfolgreich absolviert hat, gerät er schnell in größere Schwierigkeiten. Er lebt in Metro City, einer völlig heruntergekommenen Stadt in den USA, in der nur das Gesetz der Straße regiert. Immerhin ist ein Viertel der Stadt so gut wie frei begehbar und wartet mit vielen Geschäften und Bars auf den interessierten Zocker. Kyles Bruder wird entführt und auf seiner Suche trifft Kyle auf einen Sumpf aus Korruption, Prostitution und Drogenhandel. Der Name seines Bruders ist im übrigen Cody. Es handelt sich natürlich um den Protagonisten des ersten Final Fight Spiels, nur muss diesmal er gerettet werden. Auf der Straße plappert man mit ein paar Leuten und wird so von Missionsstätte zu Missionsstätte dirigiert. Meist läuft es darauf hinaus, einige Gegner auszuschalten oder irgendetwas zu demolieren. Hauptsächlich ist das Gameplay natürlich auf Street Fighting ausgelegt. Lediglich kleine Minispiele, wie etwa Dart, lockern die angespannte Atmosphäre etwas auf.
Hau drauf!
Durch das Vermöbeln von Gegnern erhält man Geld. Dieses investiert man wiederum in Heilmittel. Um fit für die Straße zu bleiben, geht man in den Fitnessraum und lässt sich neue Tricks und Spezialattacken beibringen. Sollte es einmal zu heiß werden, so kann man zu allerlei Gegenständen greifen, die auf der Straße herumliegen. Man kann seine Gegner nach allen Regeln der Kunst ausschalten, mit dem Messer, dem Baseballschläger und sogar mit dem Billardqueue. Dabei sollte man allerdings beachten, dass alle Gegenstände nur eine gewisse Haltbarkeit besitzen. Sobald man eine Mission abgeschlossen hat, wird auch die Story vorangetrieben. Dies findet in Dialogen oder Zwischensequenzen, die in Spielgrafik gehalten sind, statt. Dabei fällt der begrenzte Wortschatz der Protagonisten und auch der Antagonisten ins Auge. So viel geflucht wurde seit San Andreas nicht mehr. Alles in allem präsentiert sich die Story recht ausgetüftelt, durch die klischeehaften Sprüche und Dialoge wird das Ganze aber zunehmend ins Lächerliche gezogen, so dass man häufiger lacht, als ernst zu lauschen. Genauso darf auch das Gameplay eingeschätzt werden. Es wird zwar durch die sehr gute Steuerung, den angemessenen Schwierigkeitsgrad und die vielen Angriffskombinationen gestärkt, erstickt den Dauerspielspaß aber letztlich in seiner eigenen Monotonie. Denn es wird nun mal nur geprügelt und das braucht oft nicht mal einen richtigen Grund. Zudem ist der Storymodus nach nur knapp sechs Stunden durchgespielt. Was dann bleibt sind einige Arcade-Level, die auch zu zweit absolviert werden können, deren Schwierigkeitsgrad allerdings viel zu hoch ist. Ein positives Gimmick hingegen ist das original Final Fight von vor 16 Jahren, welches aber nicht ganz ruckelfrei läuft.
Technisch eine Katastrophe
Optisch ist Final Fight: Streetwise ein Reinfall. Das Stadtviertel ist grau und farblos, die ganze Umgebung wirkt verwaschen und auch die Charaktere ähneln sich zu stark, um von einem guten Design zu sprechen. Es gibt zu wenig unterschiedliche Gegner, alles wirkt trist und selbst die gut eingerichteten Gebäude wollen einem nicht so recht zusagen. Das ganze Ambiente ist viel zu düster gehalten, es will dadurch keine richtige Prügelstimmung aufkommen. Da kann auch die gute musikalische Untermalung nicht mehr viel retten. Und auch die Parts der sehr guten englischen Sprecher der Hauptcharaktere werden durch die unterdurchschnittliche grafische Gestaltung ihrer Aussagekraft beraubt.
In Seafight erforschst Du die abenteuerliche Karibik auf der Suche nach versteckten Schätzen und leicher Beute. 10.000 € auf den besten Spieler! zum Spiel...
Final Fight: Streetwise im Test.
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