Gesamtwertung75%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Während sich die diesjährige Formel 1 Saison so langsam ihrem Ende zuneigt, beginnt der jährliche virtuelle Kampf um die Meisterschaft gerade erst. In den vergangenen Jahren konnten die Formula One Spiele zwar nicht immer bis ins kleinste Detail überzeugen, ein gewisses spielerisches Fundament war dennoch immer vorhanden, auf welchem die Entwickler in der 2006er Version aufbauen könnten. Fragt sich nun, ob uns erneut ein mittelmäßiger Titel mit Originallizenzen oder endlich mal wieder ein richtig gutes Rennspiel zum Formel 1 Zirkus ins Haus steht?
Alles wie eh und je?
Wer bereits ein Spiel der Serie sein eigen nennt, wird sich schnell bei Formel Eins 06 zurecht finden. Die Spielmodi haben sich nämlich logischer Weise kaum verändert. Wie immer kann der Spieler zwischen sechs Verschiedenen auswählen. Dazu gehören die für ein Rennspiel obligatorischen Modi Schnelles Rennen und Zeitfahren genauso, wie die Formel 1 typischen Meisterschaftssimulationen Rennwochenende, Weltmeisterschaft und Karriere. Nur der letzte Modus erlaubt dem Spieler mit einem eigens kreierten Charakter in den Formel 1 Zirkus einzusteigen. Ansonsten muss man sich für einen der lizenzierten Fahrer entscheiden und mit ihm die Konkurrenz in Grund und Boden fahren. Ebenso steigert sich die Fülle der Möglichkeiten vom Rennwochenende bis zur Karriere. Wer sich eher zu ersterem hingezogen fühlt, darf sich wohl zur Gruppe der Arcadefans zählen. Spielern, die die Karriere bevorzugen, wird eine umfangreiche Simulation geboten.
Generell kann der Motorsportfan sich selbst zwischen Simulation und Arcade entscheiden, da die Liste der Voreinstellungen dies zulässt. Von Fahr- und Bremshilfen, über das Anzeigen der Ideallinie bis hin zum Antiblockiersystem kann man viele kleine Helfer aktivieren oder eben ausschalten.
Wie man sich vorstellen kann, stellt die Karriere das Herzstück des Spiels dar. Leider ist sie nicht halb so umfangreich, wie man es von anderen Rennspielen gewohnt ist. Formel Eins 06 bietet nämlich wirklich nur die Königsklasse des Rennsports, wodurch man sich nicht erst durch verschiedene Rennställe und Serien in die Formel 1 hocharbeiten muss, sondern nach einer kleinen Testfahrt sofort in ein mittelmäßiges Team des beliebten Rennzirkus' aufgenommen wird. Dort versucht man über freie Trainings, die Feinabstimmung für sein jeweiliges Auto auf der jeweiligen Strecke zu finden, im Qualifying eine gute Figur zu machen und letztlich das Rennen zu gewinnen.
Gelingt einem dieses Vorhaben haben schon bald die großen Teams an einem Interesse und ehe man es sich versieht, fährt man um die Meisterschaft mit.
Wer etwas Spannung in den eher monotonen Rennfahreralltag bringen will, kann die Renndistanz von 6 Runden noch steigern und so taktische Tankstopps planen oder durch Pech an einen Defekt ausscheiden. Wer auf Nummer sicher gehen will, reduziert die Distanz auf drei Runden, sollte dann allerdings von einer aussichtsreichen Position ins Rennen starten, da sonst kaum ein Weg aufs Podium führt.
Leider liegt dies nicht im Entferntesten an der künstlichen Intelligenz der Gegner, sondern einfach an der zu kurzen Renndistanz. Die Computergegner sind noch immer das Problem der Serie. Sie sind schnell und fahren fast immer ohne Fehler, doch sie sind auch dumm und halten sich strikt an die Ideallinie. Überholversuche abseits selbiger sieht man höchst selten und so ist man unschlagbar, wenn man erst einmal Meister der Ideallinie ist. Leider lässt diese Erfahrung die ansonsten gute Illusion des Formel 1 Zirkus' schnell verblassen.
Eine Frechheit ist der Multiplayermodus. Wer nach der Ankündigung eines Onlinemoduses gespannt darauf gewartet hatte gegen PSP-Besitzer spielen zu können, wird enttäuscht. Lediglich ein obligatorischer Zweispielermodus wurde ins Spiel integriert. Dies ist im Vergleich zum Vorgänger eine nicht zu nachvollziehende Rückentwicklung.
Technisch gut und doch nicht gut
Die Technik von Formel Eins 06 ist ein zweischneidiges Schwert, wie das Spiel selbst. Zwar sind die F1-Boliden äußerst detailliert dargestellt und das Geschwindigkeitsgefühl der Fahrer wurde durch Verwischeffekte gut auf die Konsole transportiert, dafür erkennt man aber fast nichts mehr von der eher karg gehaltenen Umgebung, da die Sicht eben ständig verschwommen ist und man sich, wie in einer Art Tunnel fühlt. Streckendetails sucht man daher vergebens. Auch akustisch hat das Spiel einiges zu bieten, ist aber weit davon entfernt, perfekt zu sein. Sowohl das Teamradio, das Boxenstopps, sowie Platzierung und eventuelle Schäden mitteilt, als auch die Kommentatoren sind professionell aufgenommen worden, kranken aber an zu vielen Wiederholungen, was letztlich eher nervig, als hilfreich ist. Ganz schlimm ist, dass die Soundeffekte manchmal einfach nur noch verzerrt wiedergegeben werden.
So klingen Motoren beispielsweise plötzlich wie schreiende Kinder, was natürlich absolut nicht verständlich ist.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
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