Gesamtwertung82%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Die Russen haben den Zweiten Weltkrieg für sich entschieden, indem sie Berlin dank der Atombombe von der Landkarte entfernt haben. Im Laufe der Jahre wurde neben Deutschland auch der Rest Europas ins russische Reich eingegliedert, ob die Völker dies nun wollten oder nicht. So hat sich der rote Riese über die Jahrzehnte auf der Erdkugel breit gemacht. Und nun hat man sich bei einer Kiste Wodka den Plan zurechtgelegt, die USA ebenfalls zu befrieden und ihren Bewohnern Ruhe und Ordnung wiederzugeben. Nichts leichter als das, der Grenznachbar Mexiko obliegt bereits der roten Führung, Atomraketen auf Kuba zielen auf die USA. Insgesamt eine brisante Story, die vielleicht beim Einen oder Anderen ein Schmunzeln auf die Lippen treibt, aber dennoch ein mögliches Szenario darstellt.
Am Morgen dieses denkwürdigen Tages fahren Klempnermeister Mario und Luigi ... pardon Chris und Troy Stone natürlich, zu einer Kundin um dort die Verstopfung zu lösen. Während ihres Aufenthalts in der Wohnung der Sympathisantin des 'Widerstands gegen das russische System' beginnt jedoch die Invasion New Yorks und auch die besagte Dame wird in ihrer Wohnung überfallen und verschleppt. Während Chris sich verstecken kann wird sein Bruder von den Roten mitgenommen und eingelocht. Binnen Stunden ist die Stadt besetzt.Für Chris ist klar was er zu tun hat, nämlich das was jeder vernünftige Amerikaner in seiner Situation auch tun würde. Er wird sich den roten Besatzungstruppen widersetzen und bewaffneten Widerstand leisten. Zu diesem Zweck schließt er sich dem Widerstand an und scharrt sogleich Kämpfer um sich, die ihm bei der Vertreibung der verhassten Invasoren helfen sollen. Als ausgebildeter Klempner hat er nun einmal die besten Qualifikationen.
Die Resistance benutzt nämlich äußerst gerne das unterirdische Kanalsystem New Yorks, auf welchem man mit selbstgebauten Flößen durch die Stadteile fahren kann. So gelangt ihr in die verschiedenen Einsatzgebiete. Bevor ihr euch allerdings aufmacht, werdet ihr zunächst über die Missionsziele aufgeklärt. Dies geschieht in eurer unterirdischen Rebellenbasis. Habt ihr euch bewaffnet dürft ihr zusammen mit den anderen Führern die Karte studieren. Hier sind verschiedene Stadteile aufgezeichnet, die für eure Mission relevant werden. Die Missionen sind dabei in Abschnitte unterteilt, deren Reihenfolge ihr frei bestimmen dürft. Diese ist dabei allerdings nicht wahllos zu treffen, ihr müsst schon überlegen wo ihr beginnen wollt.
Die einzelnen Areas einer Mission sind miteinander verbunden. Habt ihr im einen Abschnitt Probleme am fliegenden Helikopter vorbeizukommen, so müsst ihr also zurückgehen in den anderen Abschnitt und den Helikopter am Starten hindern. Dazu nehmt ihr das Helipad ein und zerstört es gleich mal mitsamt dem Chopper. Nun wird euch der Brummvogel keinen Ärger mehr machen. Dieses taktische Element macht das Spiel erst wirklich interessant.Taktik ist auch gefragt, wenn ihr neue Leute für eure Mission rekrutiert. Ihr braucht euch nämlich nicht allein dem Feind zu stellen. Neben euch wollen noch weitere Patrioten dem roten Gesindel in den Hintern treten. Bevor sich die tapferen Bürger aber einem einfachen Klempner anschließen müsst ihr sie zunächst einmal von euren Fähigkeiten überzeugen. Gelingen euch beispielsweise Sprengungen von gegnerischen Stützpunkten oder das Wiedererobern besetzter Gebäude, so steigt euer Ansehen. Ein anderes Mal steht euch ein Panzer im Wege, dem ihr allerdings die Manövrierfähigkeit nehmt, indem ihr im den Zufahrtsweg über die Brücke abschneidet. Solch große Knalleffekte bekommt ihr mit euere Standardbewaffnung allerdings nicht hin. Zu diesem Zweck nutzt ihr das ab und an herumliegende gute alte C4, auch Plastiksprengstoff genannt. Eure Standardbewaffnung kommt euch allerdings bei den Soldaten und kleineren Fahrzeugen zu Hilfe. Neben 9mm-Handfeuerwaffe warten ein Schnellfeuergewehr, schweres Maschinengewehr oder eine Sniperwaffe auf ihren Einsatz. Für alle Fälle habt ihr auch einen Colt dabei. Ihr könnt jeweils immer nur eine Handfeuerwaffe und ein Gewehr tragen, aber ihr könnt diese gegen herumliegende Alternativwaffen tauschen. Wollt ihr mal eine ganze Meute von Gegnern aus dem Weg räumen greift ihr zu Bazooka, Handgranate oder dem guerillabewährten Molotowcocktail mit 80%Alkohol und 20 % Aromastoffen. Bisschen schütteln, Dekor dran und entzünden. Wegwerfen nicht vergessen, et voilá...
Im Spiel müsst ihr neben dem Ausarbeiten einer vernünftigen Vorgehensweise auch auf herumliegende Extras achten. Der Besuch entlegener Seitenstrassen kann sich ob der zu findenden Rationen oder Munition schon lohnen. Oft entdeckt ihr an einem brennenden Ölfass stehend auch neue Rekruten, die sich euch gerne anschließen, dies allerdings nur in begrenzter Zahl, wie bereits erwähnt abhängig von euren Charismawerten. Ein echter Anführer muss halt durch Taten überzeugen. Helft ihr herumliegenden Verletzten, steigt eure Achtung bei der Bevölkerung. Die Charisma-Leiste zeigt euch, wie es um jene Eigenschaft steht, von der die mögliche Anzahl an Rekruten abhängig ist. Denen dürft ihr dann Befehle geben. So können diese ihre Stellung halten, angreifen oder euch einfach folgen. Das Ganze ist dabei sehr simpel gehalten. Gegen Ende des Spiels könnt ihr an die 20 Mann Anweisungen geben. Drückt ihr nur einmal kurz den X Button, so stellt ihr einen Soldaten ab, der die Stellung verteidigt. Mit Y lasst ihr angreifen, auf A folgen euch alle Kameraden. Haltet ihr die jeweiligen Tasten gedrückt folgen euch alle Kollegen.
Leider haben alle eure Untergebenen dieselben Fähigkeiten, meist braucht ihr eure Leute eigentlich nur um den Feind zu erledigen, spezielle Fähigkeiten wie in 'Commandos' werden nicht verlangt. Und auch eure Hauptfigur kann eigentlich nur wenige Dinge tun. Außer schießen und hüpfen kann euer Protagonist nicht viel. Um die Ecke gucken ist ebenso wenig drin wie an Wänden klettern oder Gegnern lautlos das Genick brechen. Ihr steuert eure Hauptfigur aus der Verfolgerperspektive. Wollt ihr einen Feind näher aufs Korn nehmen zoomt ihr per L-Button in eine Ego-Ansicht, die sich allerdings nur für das bessere Zielen nutzen lässt.
Die GCN-Variante des Spiels bietet verschiedene Belegungen des Pads. Dabei geht es primär um die Aufteilung der Funktionen auf die beiden Analogsticks. Die Primärkonfiguration scheint dabei ein wenig ungeeignet. Hier bewegt der Druck nach vorne den Charakter in ebenjene Richtung, lenk ihr zur Seite erfolgt ein Sidestep. Wollt ihr euch umsehen müsst ihr den C-Stick aktivieren. Diese Konfiguration erweist sich im Spiel aber als unausgereift, weil man dauernd die Kamera nachjustieren muss und so sehr schnell die Übersicht verliert, wenn mal ein paar russische Freunde ins Bild trapsen. Die B-Variante ist da weitaus angenehmer zu spielen. Die Kamera folgt euch stets von hinten, dreht ihr euch so dreht sich die Kamera und ihr müsst nur noch nach vorne laufen. Sidesteps lassen sich dann per C-Stick ausführen. Als Feuerbutton dient euch der R-Taster. Insgesamt kann die Steuerung nach ein wenig Eingewöhnungszeit begeistern, lediglich die Zielabfrage ist teils ein wenig ungenau, ihr müsst mit einem stationären Maschinengewehr schon sehr genau zielen. Da die Kanone dabei auch nach oben wegzieht ist dies kein leichtes Unterfangen.
Die Grafik bei Freedom Fighters basiert auf der Hitman 2 Engine. Diese ist nunmehr nicht mehr die Neueste, was man der Grafik im Spiel dann doch ab und zu anmerkt. Eure Figuren und die Fahrzeuge sehen gut aus, mehr leider nicht. Die Fähigkeiten des GameCube werden leider nicht genutzt. Die Grafik ist zweckmäßig, ohne zu protzen oder für offenstehende Münder zu sorgen. Wenigstens geht die Engine auch nicht in die Knie wenn mal 20 Freiheitskämpfer auf 30 Soldaten treffen. Es ballern alle Beteiligten aus allen Rohren und zu allem Überfluss machen euch Panzer und Hubschrauber das Leben schwer. Die Explosionen sehen leider ein wenig dürftig aus.
Die Einsatzareale wirken zwar sehr groß, sind es aber selten. Zur Bewältigung müsst ihr aber viele Soldaten und Stellungen ausschalten, was seine Zeit dauert. Habt ihr einen der zahlreichen aufrufbaren Cheats aktiviert, könnt ihr einen Level statt in 20 Minuten auch locker in 2 Minuten absolvieren. Ebenso dünn ist das Layout der Arenen, zwar könnt ihr den Weg den ihr nehmen wollt selbst suchen, allzu oft werdet ihr jedoch durch Mauern oder Zäune gestoppt. Das Spiel spiegelt Non-Linearität eigentlich nur vor. Zwar könnt ihr Gebäude betreten, allerdings könnt ihr nur durch bereits geöffnete Türen gehen. Freiheitskämpfer können wohl noch keine Klinken benutzen.
Die Missionen sehen leider auch sehr oft ähnlich aus. Ihr müsst die amerikanische Flagge statt der russischen hissen, schon ist der Level vorbei. Dies ist das Hauptziel der meisten Missionen. Der Weg dorthin zu den Fahnenmasten ist allerdings nicht so leicht zu finden.
Der Multiplayermodus ist zwar spaßig, allerdings fällt dieser auch äußerst karg aus. Lediglich drei Maps sind vorhanden und mehr als 'Deathmatch' gibt es nicht an Modi. Die Spielbarkeit ist aber dafür enorm. Die Waffen glühen wenn hier vier menschliche Gegner aufeinander treffen. Hier machen uns die Entwickler mit diesem Bonbon heiß auf einen Nachfolger, denn dafür würden sich neue Modi und mehr Maps geradezu anbieten, zumal der Gamecube dank eingebautem 4-Spieler Adapter absolut als Mehrspielerkonsole ausgelegt ist.
Der Sound wirkt ein wenig unspektakulär, das liegt aber meist daran, dass ihr mit besseren Dingen beschäftigt seid, als auf die Geräuschkulisse zu achten. So entgeht euch wahrscheinlich auch ab und an die schöne, stimmige Hintergrundmusik. Die Geräusche der Waffen hingegen werdet ihr immer erkennen. Diese sind ebenso realistisch wie die Rufe der Soldaten. Der Sound auf dem GC ist zwar nur in Pro Logic gehalten, aber dennoch der Atmosphäre zuträglich.
Dank 16:9 Modus ist wenigstens das richtige Bildformat für alle dabei. Das Spiel läuft in voller Originalgeschwindigkeit und ohne Balken. Bildschirmtexte, Cutscenes und Sprachausgabe sind komplett in Deutsch, Englisch ist gar nicht enthalten. Die deutschen Sprecher mühen sich redlich, nur der Erfolg ist ihnen nicht vergönnt. Die Nachrichtensprecherin rollt das R wie einst Caroline Reiber, und dennoch klingt sie wie eine deutsche Synchronsprecherin, die einen russischen Akzent imitiert, nicht wie eine deutsch sprechende Russin. Die anderen Stimmen sind auch nicht sonderlich besser, Emotionen kommen nicht wirklich gut herüber.
Angenehm fällt der Schwierigkeitsgrad auf. Zwar sind einige Missionen wirklich zum Haare raufen, aber mit der richtigen Taktik kommt ihr allen Gegnern bei. Euer Hauptaugenmerk sollte allerdings immer auf dem Munitionsvorrat liegen. Zu oft erwischt ihr euch bei zu langem Draufhalten, ohne dass ihr euren Teamkameraden Anweisung gegeben habt, mit in das Gefecht zu ziehen. Dann ist der Kugelvorrat natürlich entsprechend schnell erschöpft. Zwar könnt ihr die herumliegenden Gewehre der Gegner einsammeln und so das Magazin wieder füllen, dazu müsst ihr aber auch millimetergenau über das Gewehr laufen. Freedom Fighters macht dank der sehr einfachen Befehlsmöglichkeiten einen Heidenspaß. Das Element der Kommandierung von Soldaten ist nett, allerdings für manche ein wenig zu einfach.
Optik und Sound sind nicht referenzverdächtig, liegen aber doch im oberen Bereich und unterstützen die Stimmung. Insgesamt ist Freedom Fighters ein unkomplizierter Titel, der durchaus unterhalten kann. Da es auf dem Gamecube wenig Vergleichbares gibt, können wir für den Titel ohne größere Bedenken empfehlen.
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