Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
In Full Spectrum Warrior: Ten Hammers übernehmt ihr als Anführer die Kontrolle von zwei Militärtrupps und schickt diese ins Krisengebiet Zekistan. Dort gilt es, in zwei unabhängig voneinander agierenden Vierergruppen, die bürgerkriegsähnlichen Zustände im Land wieder zu beruhigen, notfalls natürlich mit Waffengewalt. Hierzu kommandiert ihr eure Vier-Personen-Einsatzteams aus der Vogelperspektive, habt dabei allerdings lediglich die Möglichkeit, deren Vorgehen zu steuern und könnt nicht selbst den Schießprügel ziehen.
Wer den Krieg überleben will, muss zum Krieg werden
Mit Hilfe eines dreidimensionalen Cursors wählt ihr diverse Zielpositionen, erteilt auf Knopfdruck euren Mannen den Marschbefehl und manövriert so euer Team von Stellung zu Stellung. Insgesamt habt ihr hier drei verschiedene Fortbewegungsarten: Entweder ihr rückt mit Tight schnell vor, was jedoch sehr riskant ist, oder ihr wählt den Hot-Modus, in dem euer Militärtrupp deutlich langsamer und zudem vorsichtiger vorrückt. Währenddessen bleibt dann nämlich auch ausreichend Zeit, das Gebiet genau zu erkunden und versteckte Gegner frühzeitig auszumachen. Die dritte Bewegungsart ist der Scout-Befehl, mit dem ihr einen aus dem Team vorausschicken könnt, der schon einmal die Lage überprüft. Ist die Luft rein, folgen die übrigen Kollegen in einem sicheren Abstand.
Erspäht euer Mann hingegen Gegner, werden diese sofort für euch sichtbar und euer Späher kehrt umgehend zurück. Wollt ihr gegnerische Einheiten unter Beschuss nehmen, müsst ihr zunächst so genannte Feuersektoren festlegen. Ist dies geschehen, nehmen eure Soldaten alle Ziele in einem eingekreisten Bereich automatisch aufs Korn. Da in Khardiman in dieser Stadt findet das gesamte Spiel statt jede Menge aggressive und bewaffnete Aufständische durch die Straßen ziehen, solltet ihr dabei aber äußerst behutsam vorgehen. Wer ohne richtige Taktik durch die Häuserblocks zieht oder unbedacht auf Feinde losstürmt, der wird in Ten Hammers nicht weit kommen. Hier gilt es, sich bedacht und vorsichtig von Deckung zu Deckung zum jeweiligen Missionsziel vorzuarbeiten und dabei stets darauf zu achten, dass euch niemand in den Rücken fällt oder eure Flanke blockiert.
Und genau hier liegt auch der Hund begraben: Ihr seid ständig damit beschäftigt, alles zu dirigieren, nach neuen Feinden Ausschau zu halten und die Flanke sowie den Rücken eurer Teamkameraden freizuhalten. Klingt eigentlich recht einfach, das Unfaire dabei ist allerdings, dass der Schwierigkeitsgrad derart brutal hoch angesetzt ist, dass man sich an fast jeder Mission die Zähne ausbeißt.
Die künstliche Intelligenz und die eingeschränkte Agilität eurer Soldaten erschweren zudem diesen Aspekt zusätzlich, da diese nur auf Befehle reagieren und nicht eigenmächtig handeln. Ein Beispiel: Steht einer eurer Mannen planlos in der Gegend rum oder verliert plötzlich seine Deckung, ist er sofort Kanonenfutter für die Gegenseite. Es sei denn, ihr bemerkt diesen Umstand sofort und erteilt dem unachtsamen Kollegen schnell den Befehl, seine Rübe einzuziehen, bevor ihm diese weggeblasen wird.
Dummerweise kommt diese Order dann meistens zu spät und der betroffene G.I. liegt bereits mit der Nase im Sand. Glücklicherweise habt ihr in Full Spectrum Warrior: Ten Hammers erstmals die Möglichkeit, eure Vierergruppe nochmals aufzuteilen und zwar in so genannte Buddy Teams, welche dann aus jeweils zwei Personen bestehen. Dies lässt euch aus taktischer Sicht heraus deutlich mehr Freiraum, als das beim Vorgänger noch der Fall war. Nun ist es beispielsweise möglich, die feindliche Abwehr zu umgehen oder das andere Einatzteam zu unterstützen, das vielleicht gerade in einen Hinterhalt geraten ist.
Sir, jawohl Sir!
Neu hinzugekommen ist auch das Precision-Fire-Feature, welches seine Funktion eigentlich schon von selbst erklärt. In diesem Modus könnt ihr eure Soldaten zwar immer noch nicht richtig selbst steuern, allerdings könnt ihr zumindest beim Rifleman in die Ego-Perspektive wechseln und von dort aus gegnerische Einheiten gezielt unter Beschuss nehmen. Wer sich dabei jedoch nicht selbst eine Kugel einfangen will, der sollte hier ganz schnell zielen und abdrücken. Wenn ihr nämlich in den Scharfschützenmodus wechselt, verlässt euer Mann automatisch seine Deckung und wird so zum leichten Ziel für alle Feinde.
Aufschluss darüber bringt die brandneue Gefahrenanzeige, welche sich dann nämlich schneller füllt als euch lieb ist. Weitere nützliche Neuerungen sind unter anderem das Treppensteigen, das es euch endlich erlaubt, Gegner von erhöhten Positionen anzugreifen, sowie die Möglichkeit in Panzern oder bewaffneten Jeeps Platz zu nehmen. Die fahrbaren Untersätze steuern sich dabei ebenso wie eure Militärtrupps, können allerdings deutlich mehr Treffer einstecken und folglich auch besser austeilen.
Auch wenn sich der Titel nach einer kurzen Eingewöhnungsphase tadellos steuern lässt und die Einsätze von Mission zu Mission taktisch anspruchsvoller werden, so gibt es trotzdem einiges zu beanstanden. Da wäre zum einen der bereits angesprochene und viel zu hoch angesetzte Schwierigkeitsgrad, der den ansonst flüssig ablaufenden Spielverlauf situationsabhängig doch gehörig stört. Darüber kann, nach immer wieder zahlreichen Wiederholungen, auch das gelungene Checkpointsystem nicht hinwegtrösten. Aus optischer Sicht heraus kann Ten Hammers auch nicht richtig überzeugen.
Sieht das Spiel auf den Screenshots noch recht ordentlich aus, müsst ihr im laufenden Spiel immer wieder mit auftauchenden Ruckeleinlagen, Grafikfehlern und durchschnittlichen Animationen Vorlieb nehmen. Der Sound hingegen gibt eigentlich überhaupt keinen Anlass zur Kritik. Es sei denn natürlich, man bemängelt aufgrund fehlender deutscher Dialoge, die nur vorliegende englische Sprachausgabe. Dafür gibt es aber eine ordentliche Synchronisation mit professionellen Sprechern und deutschen Untertiteln. Der kinotaugliche Soundtrack gepaart mit den knackigen Effekten, die obendrein in Dolby Pro Logic II aufwarten, runden das Soundpaket abschließend positiv ab.
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Full Spectrum Warrior: Ten Hammers im Test.
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