Ghost in the Shell: Stand Alone Complex
Der Name Ghost in the Shellsteht für eine sehr erfolgreiche Anime-Serie, die sogar in Deutschland durchaus bekannt ist. Seit kurzem könnt Ihr das Ganze sogar selber spielen. Wir haben die bereits zweite Umsetzung für euch unter die Lupe genommen und berichten, wie sich das Lizenzprodukt schlägt.
Die Zukunft von Japan...
Die einen haben davon gehört, die anderen nicht. Schließlich steckt hinter dem Namen Ghost in the Shellmehr als nur ein einfaches Konsolenspiel. Vor ein paar Jahren im fernen Osten startete eine Anime-Serie, zu welcher spätere ein Spiel für die alte graue PlayStation folgte. Nun ist es Zeit für den zweiten Teil, Ghost in the Shell: Stand Alone Complex.
Ghost in the Shellspielt in der Zukunft von Japan. Die Macher, Masamune Shirow, haben sich dabei ihr eigenes Universum aufgebaut. Japan hat sich in den Folgejahren auf technologischer Ebene stark weiterentwickelt und Roboter sowie computergesteuerte Maschinen gehören zum festen Bestandteil der Gesellschaft. Allerdings hat dieser Fortschritt viele negative Konsequenzen. Im Sektor 9 herrscht erhöhte Kriminalität, weshalb eine Sondereinheit gebildet wurde, die gegen das Verbrechen vorgehen soll. Leider wird die Geschichte dem Spieler kaum nahegebracht und auch nach dem Durchspielen dürften viele Fragen offen sein. Somit sei gesagt, dass das Spiel nur Kennern der Serie empfohlen werden kann.
Ghost in the Shell: Stand Alone Complex (14 Bilder)
... spielt sich weder besonders prickelnd...
Ghost in the Shell: Stand Alone Complex ist ein sehr action-orientiertes Spiel, welches linear und alles andere als innovativ ist. Ihr schlüpft in die Rollen von Batou und Major Motoko und bekommt verschiedene Ziele, bei denen Ihr z.B. einen bestimmten Punkt erreichen müsst. Langes Suchen bleibt euch allerdings erspart, da der Weg mittels Richtpfeil navigiert wird. Eure Aufgabe ist es daher viel mehr dafür zu sorgen, heile dort anzukommen. Es gibt nicht wenige Widersacher, die versuchen, eure Ankunft zu verhindern. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Ihr die Gegner ausschaltet. Einerseits könnte Ihr eure Nahkampftechniken ausspielen, andererseits verfügt Ihr über verschiedene Waffen. Die Steuerung ist dabei recht gewöhnungsbedürftig, vor allem das Zielen fällt anfangs sehr schwer.
Die Gegner reagieren auch nicht unbedingt schlau. Manchmal braucht es nur einen Blick, bis Ihr von ihnen erhascht seit, andere Male wundert man sich, warum sie unbeeindruckt ihre Wege marschieren. Wesentlich störender sind jedoch die Sprungeinlagen, bei denen die Kamera ihre liebe Mühe hat, hinterherzukommen. Nicht selten kommt es dadurch zu ungewollten Absprüngen und folglich auch zu Frust. Ab und an dürft Ihr auch ein paar Schalter umlegen, um Wege passieren zu können. Immerhin habt Ihr über die Figuren aber recht gute Kontrolle, da die Befehle präzise umgesetzt werden. Wer sich etwas eingewöhnt hat, kann also durchaus Spaß am Spiel haben. Und wer sogar Freunde zum Spielen überzeugen kann, kann via Multitap zu viert an einem Bildschirm spielen. Online-Duelle sind dagegen leider nicht möglich.
... noch sieht sie besonders gut aus
Die Präsentation lässt leider ein wenig zu wünschen übrig. So beginnt Ghost in the Shellmit einem faden, unspektakulären Video ohne den Spieler richtig in die Materie einzuführen. Erst zwischen den Missionen erfreut der Spieler sich über aufwendige Videosequenzen. Die Spielgrafik selber ist weder besonders schlecht, noch ist sie gut. Die Umgebungen wirken auf Dauer ein wenig eintönig und die PlayStation 2 hat bislang schon wesentlich schönere Texturen erlebt. Irgendwie bleibt einem das Gefühl, die Entwickler hätten nicht alle Liebe ins Detail gesteckt. Die Figuren hingegen schauen gut aus und Kenner der Serie werden ihre Helden schnell wiedererkennen.
Das Ohr wird durch den Kauf auch nicht sonderlich belohnt. Die Musik ist recht langweilig, teilweise auch unscheinbar. Die Dialoge werden leider auch nur auf Englisch gesprochen, so dass lediglich die Untertitel ins Deutsche übersetzt wurden. Die Qualität dabei ist aber durchaus ordentlich. Anime-Fans werden vielleicht aber eher die japanische Synchronisation vermissen, die auf der PAL-Version nicht enthalten ist.
Fazit
Ghost in the Shell: Stand Alone Complex ist ein zweischneidiges Schwert. Während Fans der Anime-Serie problemlos durch die Geschichte blicken, werden Nicht-Kenner völlig vernachlässigt. Qualitativ reiht sich das Spiel ins dunkle Mittelfeld ein, was an der gewöhnungsbedürftigen Steuerung und der tristen Optik liegt. Abgesehen von den Zwischensequenzen lässt sich nichts finden, was über den Durchschnitt hinausragt. Hinzu kommt, dass sich das Abenteuer von Major Motoko sehr linear und simpel gestaltet. Fans der Serie können durchaus einen Blick riskieren, der Rest ist besser beraten, eine erneute Runde Metal Gear Solid: Snake Eater zu starten.
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