Ghosthunter

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Sony
Entwickler
Sony
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
16
Ghosthunter [PS2 , looki.de]

Gesamtwertung

82%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Ghosthunter

Nach ihrem Erfolgstitel „Primal“ sind die Sony Cambridge Studios zurück auf der Bühne und präsentierten mit „Ghosthunter“ einen Horrortitel für Erwachsene, der sich von dem genreüblichen Einheitsbrei durch geschickte Features abheben soll. Ob die Rechnung wohl aufgegangen ist? Wir klären auf…

Befinden sich die beiden Detroiter Polizisten Lazarus Jones und dessen Kollegin Anna Steele auf einer Routinepatrouille und untersuchen dabei ein schon seit längerer Zeit verlassenes und inzwischen heruntergekommenes Schulgebäude, in dem es angeblich spuken soll. Gründe dies zu glauben gibt es reichlich, hört man doch, dass früher etwa ein Dutzend unschuldige Jugendliche von einem Professor grausam hingerichtet wurden. Aller Vorsicht zum Trotz schafft es Lazarus doch tatsächlich, im Keller des Gebäudes durch seine Neugier eine Art Geistercontainer zu öffnen – Die Ghostbusters lassen grüßen.

Passend zum ohnehin schon unglücklichen Tagesverlauf schnappt sich auch noch Geisterobermotz „Scarface“ die Kollegin von Lazarus und entführt diese. Unter Anleitung einer mysteriösen künstlichen Intelligenz in Form eines sprechenden Computers bleibt unserem trotzigen Helden wohl nichts anderes übrig, als sich mit geladener Energiewumme und anderen Gegenständen auf die Jagd nach den Geistern zu machen und seine verschollene Kollegin zu finden. Fortan kämpft er sich durch vier verschiedene Areale wie Sümpfe, Gefängnisse oder ein altes Schiff, welche im Keller mittels Energieportalen nacheinander betreten werden können.

Im ersten Gebiet angekommen, muss sich Lazarus gleich von seiner geschickten Seite aus zeigen. So muss er sich unerkannt Geistern folgen, damit diese sich in Sicherheit wägen und zuvor geschlossene Türen öffnen. Auf diese Weise versucht „Ghosthunter“ den Ablauf klassischer Horrortitel nicht direkt zu kopieren, sondern bietet vielmehr einen vielseitigen Genremix. Viel Wert wurde von den Entwicklern auf wilde Schießereien und viel Action gelegt, langweilig wird es beim Spielen jedenfalls nur selten.

Damit sich Lazarus gegen die teils überdimensionalen Gegner zur Wehr setzen kann, steht ihm nach einer Weile eine fülliges Waffenarsenal zur Verfügung, das über alltagstaugliche Waffen wie Schrotflinte oder Granatwerfer bis hin zu dem sehr nützlichen Plasmagewehr reicht, welches die angreifenden Biester mittels Energiestößen erledigt. Ist ein Gespenst erledigt, verliert es Sphären von blauer und roter Energie, welche die Munition sowie die Gesundheit von Lazarus erhöhen, andere Hilfsmittel zur körperlichen Regeneration sucht man vergebens.

Leider sind die Gegner gar nicht so leicht zu besiegen wie zuerst vermutet, sind viele von ihnen aufgrund ihres Geisterdaseins nur kaum sichtbar. Kann in manchen Situationen diesem Missstand mittels Rauchgranaten oder Sprinkleranlage Abhilfe geschafft werden, vertraut der gewöhnliche Durchschnittspolizist doch eher auf ein Diskusähnliches Gerät, welches man auf die Gespenster werfen und diese dadurch in unserer Dimension binden kann.

Daraufhin sind die gemeinen Biester verwundbar und werden von selbigem Gegenstand gefangen genommen, woraufhin dieser wieder wie ein Bumerang zu Lazarus zurückkehrt. Jedoch bedeutet dies, dass man immer nur einen Geist unmittelbar aufs Korn nehmen kann, bei mehreren auftretenden Astralwesen ist also ein kluges Handeln ratsam. Für einen Angriff stehen zudem zwei verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl, da man neben der üblichen Verfolgerperspektive auch in eine Egosicht schalten kann, in welcher man sich leider nicht bewegen kann.

Nützlich ist dieser Modus je nach Situation jedoch allemal, kann man aus Egosicht unter anderem mit dem Snipergewehr zoomen oder die Umgebung mittels Infrarot- und anderer Techniken nach Geisteraktivitäten untersuchen. Auch wenn sich obige Überschrift nicht unmittelbar auf die Zielgruppe des Titels beziehen mag, benötigt man an einigen Stellen etwas Grips, um die den Welten verstreuten Rätsel flink lösen zu können.

Neben unspektakulären Sammel- und Schalteraufgaben greift ihr dabei auch reichlich auf Astral zurück, eine freundlich gesinnte Geistererscheinung in Frauenform. Diese könnt ihr herbeirufen, wenn ihr Lazarus in einen schimmernden blauen Energiekreis lenkt, worauf dieser die Rolle mit Astral tauscht. Habt ihr sie unter Kontrolle, könnt ihr mit Astral durch die Gebäude schweben und somit zuvor unerreichte Gebiete erschließen und den Weg für Lazarus ebnen.

Da dieser seine Schwimmflügel unglücklicherweise auf dem Revier vergessen hat, könnt ihr auch nur mit Astral durch tiefes Wasser gleiten. Zudem erlernt sie im Laufe des Spiels einige nützliche Fähigkeiten, welche ihr euch ganz frech von den einverleibten Geistern klaut. So kann sie unter anderem Schalter umlegen, Portale nutzen oder im Stile eines waschechten Poltergeistes Gegenstände durch die Luft schweben lassen. Mag dies merklich zur Abwechslung beitragen, gibt es sonst wenig Spektakuläres von der Rätselfront zu vermelden. Die Umgebungen der Gebäude sind leider kaum interaktiv und auch strikt linear gehalten, der Abenteurerdrang wird also jederzeit unter Kontrolle gehalten.

Technisch zeigt sich „Ghosthunter“ von seiner besten Seite – kein Wunder, konnten die Entwickler doch bereits mit ihrem Erstlingswerk „Primal“ vollauf überzeugen. Vor allem die erste Welt in den modrigen Sümpfen weiß durch tolle Lichtspielereien, abwechslungsreichen Locations und nette Details zu überzeugen. Aber auch die Animationen von Lazarus und den bösartigen Gespenstern gefallen sehr – leider wirken die Angreifer nur sehr selten angsteinflößend und bestialisch, sieht man von wenigen Ausnahmen wie dem mit einer Kettensäge ausgestatteten Flusskrokodil ab. Dies macht sich auch in der Atmosphäre bemerkbar, ist diese im Vergleich zu anderen Genrekollegen bei weitem nicht so düster und nervenaufreibend. Mit Schockeffekten wurde anscheinend bewusst gespart, so kommt auch Dank der fair verteilten Rücksetzpunkte nur selten Panik beim Spieler auf. Immerhin fügt sich die überzeugende Soundkulisse nicht in dieses Bild mit ein, sorgt sie doch zumindest durch schöne Soundeffekte und dezente Musikstücke für ein passendes Flair. Mustergültig ist einmal mehr die von professionellen Sprechern ausgeführte Synchronisation, welche dank mehrsprachiger DVD zudem auch in anderen Sprachen genießbar ist. Auch sonst gibt es technisch wenig zu bemängeln, die Framerate ist fast immer konstant, ein 60Hz-modus ist ebenfalls enthalten und PAL-Balken sucht man auch vergebens.

Fazit

„Ghosthunter“ mag zwar keine Revolution auf dem Horrorgenre darstellen, kann durch eine interessante Hintergrundgeschichte und einem schönen Genremix aber durchaus gefallen. Die Gefechte mit den Gespenstern machen in der Verbindung mit dem von den Ghostbusters übernommenen Geistercontainer durchaus Spaß, auch wenn die sehr nah an Lazarus gehaltene Kamera in der Verfolgerperspektive gelegentlich etwas an Übersicht raubt. Die Rätsel sind stimmig und bieten dank dem Wechsel mit der Geistererscheinung Astral ausreichend Abwechslung. Wer eine vor Spannung geladene Stimmungskanone erwartet, wird jedoch enttäuscht sein – durch mangelnde Schockeffekte, wenig angst einflößende Gegner und eine fast gewaltfreie Präsentation reiht sich „Ghosthunter“ atmosphärisch weit hinter Perlen wie „Project Zero“ oder auch „Resident Evil“ ein. Wer jedoch neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen ist, sollte sich den Titel auf jeden Fall einmal näher anschauen.

Ghosthunter [PS2 , looki.de]

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