God of War

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Sony
Entwickler
Sony
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
18
God of War [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

93%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

God of War

Bald ist es soweit! Am 10. Mai erscheint das hoch gelobte Action-Adventure God of War mit dem grimmigen Spartaner Kratos, der sich durch das antike und mythische Griechenland kämpft, endlich auch in Deutschland. Der Titel, der damals von der USK keine Einstufung erhalten hat, erschien im restlichen Europa bereits im zweiten Quartal 2005 für Sonys PlayStation 2 und heimste seit dieser Zeit etliche Awards ein und wurde sogar mehrere Male zum Spiel des Jahres gekürt. God of War ist eben ein echtes Stück Videospielgeschichte, das sich diese zahlreichen Auszeichnungen mehr als verdient hat. Umso erfreulicher ist es, dass der Titel nun auch in Deutschland erscheint.

Eine schwere Geburt

Wie es zu diesem glücklichen Umstand letztlich doch noch kommen konnte, erklärt sich eigentlich ganz einfach: Da God of War hierzulande 2005 keine USK-Einstufung erhielt, entschied man sich bei SCEE kurzerhand, den Spartaner nicht auf deutschen Konsolen in die Schlacht ziehen zu lassen. Ulrich Barbian, Marketing Director von Sony Computer Entertainment, äußerte sich hierzu damals folgendermaßen: „Die Veröffentlichung eines Titels ohne Alterskennzeichnung passt nicht zur Firmenphilosophie von Sony Computer Entertainment Deutschland. Wir können als Vorreiter einer ganzen Kategorie nicht erwarten, dass die breite Öffentlichkeit einerseits Videogaming genau wie Musik und Film als selbstverständliches Entertainment akzeptiert und andererseits Titel ohne Altersfreigabe veröffentlichen. Wir hoffen auf das Verständnis unserer Action-Adventure-Fans. Zudem sind für die PlayStation 2 viele sehr gute Action-Adventure-Games verfügbar, die natürlich eine Altersfreigabe von der USK erhalten haben.' Glücklicherweise entschied man sich bei SCEE kürzlich, God of War noch einmal erneut von der USK prüfen zu lassen. Mit Erfolg: Bei der erneuten Prüfung hat der Titel nun die Einstufung 'Keine Jugendfreigabe' erhalten.

Weshalb das Spiel jetzt plötzlich doch durch die USK-Richtlinien gekommen ist, wird vermutlich immer ein Rätsel bleiben. Eigentlich geht so etwas nämlich nur, wenn der Gewaltinhalt – welcher zuvor als zu hart eingestuft wurde – auf einige Schnitte gekürzt wird. Sicherlich wird diese Vorgehensweise vielen von Euch bekannt vorkommen, da selbige auch im Film- und DVD-Geschäft angewendet wird. Wie dem auch sei, die USK-Prüfer müssen einen sehr guten Tag gehabt haben, denn der Inhalt von God of War gleicht dem des PAL-Imports zu 100% und liegt in der vollkommen ungeschnittenen Version vor. Mehr sogar noch: Besitzer des PAL-Imports haben sogar die Möglichkeit, ihren alten Spielstand mit in die neue deutsche Version mitzunehmen. Aber genug vom Veröffentlichungsweg über Umwege, widmen wir uns nun einer anderen Geschichte, nämlich der des eigentlichen Spiels.

Gott des Krieges

Ihr schlüpft in God of War in die digitale Haut von Kratos, einem großen Krieger, der einst der Hauptmann der Armee Spartas war. Als Kratos und sein riesiges Heer eines Tages auf dem Schlachtfeld eine Niederlage im Kampf gegen die Barbaren hinnehmen musste und er beinahe gestorben wäre, schloss er mit Ares, dem Gott des Krieges, einen Pakt. Wenn er sein Leben verschonen und seine Feinde zerschmettern würde, dann würde sein Leben fortan ihm gehören. Ares willigte ein, Kratos wurde verschont und gewann die Schlacht zu seinen Gunsten. Fortan schickte ihn der Gott des Krieges immer wieder auf das Schlachtfeld und verlangte dort von ihm, sein blutiges Handwerk zu verrichten. Selbst vor der Ermordung von Frauen und Kinder machte Kratos nicht halt.

Held wider Willen

Gleich zu Beginn des eigentlichen Spiels werdet ihr bemerken, dass sich God of War in Sachen Gameplay bei einigen Genrekollegen bedient hat. Die Steuerung erinnert mit ihren Puzzle- und Balanceeinlagen an den Prinz aus Persien, das actiongeladene Kampfsystem an Dante aus Devil May Cry und der Energie- und Magiehaushalt mit den bunten Orbs könnte direkt Onimusha entsprungen sein.Nach zehn langen Jahren und zahlreichen Kämpfen steht Kratos nun nicht nur vor dem körperlichen, sondern auch vor dem seelischen Zusammenbruch. Die Last, unschuldige Menschen auf bestialischste Weise umgebracht zu haben, nagt so stark an ihm und beschert ihm ewig andauernde Alpträume, dass er nur einen Ausweg sieht: Er stürzt sich von den höchsten Uferklippen des ägäischen Meers in den Tod.

Mit dem Sprung in die Tiefe wird das Spiel eingeleitet und eigentlich auch inhaltlich sofort beendet. Ihr spielt lediglich die letzten Wochen von Kratos Leben nach und erfahrt, wie der grimmige Spartaner versucht, seine Alpträume aus seinem Kopf zu bekommen. Hierzu macht er einen Deal mit Athene, der griechischen Göttin der Weisheit. Er soll für sie den Kriegsgott Ares töten, der zurzeit ihre Stadt Athen dem Erdboden gleichmacht. Als Gegenleistung würde sie ihn von seinen Leiden befreien. Da es aber für einen Normalsterblichen unmöglich ist, einen Gott zu töten, soll er sich zuvor Pandoras Büchse – die in einem Tempel in der Wüste der verlorenen Seelen versteckt ist – aneignen und diese anschließend gegen Ares verwenden. Kratos willigt ein und begibt sich in ein fantastisches Abenteuer, in dem er zahlreichen Kreaturen der griechischen Mythologie entgegentreten muss.

Das Spiel erfindet folglich das Gameplay-Rad nicht wirklich neu, trotzdem weiß der Titel zu gefallen und begeistert mit zahlreichen Innovationen, so wie man sie bisher noch nicht auf der Konsole gesehen hat. Da wären zum einen die wirklich fantastischen Bosskämpfe, die euch nicht nur stupides Buttongehämmere, sondern auch eine ordentliche Portion Hirnschmalz und schnelles Reaktionsvermögen abfordern. Im Kampf gegen die mehrköpfige und gigantische Hydra müsst ihr beispielsweise im richtigen Moment die eingeblendeten Tasten korrekt drücken, um dem Riesenvieh überhaupt Paroli bieten zu können. Dieses System findet allerdings auch bei normalen Gegnern Verwendung und zwar genau dann, wenn diese angeschlagen sind. Drückt ihr dann die eingeblendeten Tasten in richtiger Reihenfolge, wird der Kontrahent auf ziemlich fatale Weise mit einem blutrünstigen Finish-Him-Move auf den Polygonboden geschickt. Da werden Schwerter in Köpfe gerammt, Genicke gebrochen und ganze Körper in zwei Hälften getrennt. Im Kampf gegen die schlangenartige Medusa, müsst ihr dieser – mittels der passenden Kombination – sogar den Kopf von der Schulter reißen. Zum Lohn bekommt ihr ihren Kopf, mit dem ihr eure Feinde fortan versteinern und anschließend zu Klump hauen könnt. Während der Kämpfe benutzt Kratos seine Chaosklingen, die fest mit seinen beiden Armen verankert sind. Ein kleines Geschenk von Ares, das eine ständige Erinnerung an sein einstiges Gelübde ist. Mit diesen mächtigen an Ketten hängenden Schwertern könnt ihr in einem aufwendigen und trotzdem leicht zugänglichen Kampfsystem vernichtende Combos schlagen, von denen ihr im Laufe des Spiels immer mehr erlernen werdet.

Bis ihr aber alle Kampfmanöver beherrscht und obendrein eine weitere Waffe – die Artemisklinge – erhaltet, beißen hunderte von Gegnerscharen ins Gras und werden zurück in den Hades geschickt, dem auch ihr im späteren Spielverlauf einen Besuch abstatten werdet.

Kratos kann seine Gegner aber nicht nur mit roher Waffengewalt zurück in die Hölle schicken, sondern hat zudem die Möglichkeit, von vier sehr effektiven Zaubern, die er ebenfalls im Laufe seines Abenteuers erlernt, Gebrauch zu machen. Da wäre zum einen der bereits erwähnte Blick der Medusa, der Gegner zu Stein werden lässt. Mit Zeus Wut könnt ihr entfernte Gegner blitzartig grillen und mit Poseidons Zorn sogar ein ganzes Blitzgewitter auf eure Feinde loslassen. Der letzte der vier Zauber ist die Armee des Hades, mit dem ihr untote Krieger auf das Schlachtfeld zaubern könnt, die euch fortan im Kampf zur Seite stehen. Jede Zauberanwendung verbraucht allerdings einen bestimmten Vorrat an Manaenergie, die ihr aber wieder auffüllen könnt, indem ihr eure Feinde tötet oder verschlossene Fässer und Kisten öffnet, in denen sich übrigens auch Lebensenergie versteckt. Ebenfalls in diversen Kisten verstaut sind Phoenixfedern und Gorgonenaugen, mit denen ihr nach und nach eure Energie- sowie Manaleisten aufstocken könnt. Auf eurem Weg zum Tempel in dem Pandoras Büchse liegt geht es jedoch nicht nur darum, den roten Lebenssaft in Strömen fließen zu lassen, sondern auch diverse Rätsel und Geschicklichkeitseinlagen zu meistern. So gilt es beispielsweise Kisten zu verschieben, verschiedene Schalter zu drücken, auf schmalen Stegen zu balancieren, tückischen Fallen auszuweichen und sich mittels Seilen über tiefe Abgründe zu schwingen.

Technisch und spielerisch auf höchsten Niveau

Eines wird euch während des blutigen Abenteuers sofort ins Auge fallen und das ist die filmreife Präsentation, die grafisch auf höchstem Niveau ist. Die Animationen, das Leveldesign und allen voran die herausragenden Bosskämpfe sehen derart beeindruckend aus, dass man es kaum in Worte fassen kann.

Man muss das Spiel einfach gesehen und selbst gespielt haben, damit einem klar wird, dass die Sony-Entwickler hier eine erstklassige Arbeit abgeliefert haben, die ganz deutlich zeigt, dass die PlayStation 2 noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Den beeindruckendsten Auftritt hat unserer Meinung nach die Hydra, die mit ihren mehreren Schlangenköpfen einfach gigantisch aussieht. Aber nicht nur bei der Hydra wurde eine hervorragende Arbeit geleistet, auch die übrigen Gegner wie Minotauren, Harpyien, Zyklopen, Sirenen und der finstere Höllenhund Zerberus zeugen von sehr hoher Qualität und Detailverliebtheit. Die Entwickler haben ihren Schwerpunkt aber nicht nur auf die zahlreichen Gegner fokussiert, sondern waren auch in punkto Weitsicht und Kameraführung sehr eifrig bei der Arbeit. Hier lässt sich sagen, dass die Spielabschnitte riesig sind, mit zahlreichen grafischen Leckerbissen wie Nebel, Sandstürmen, Licht- und Schatteneffekten sowie realistischen Wassereffekten aufwarten und nebenbei mit einer enormen Weitsicht glänzen. Das alles präsentiert sich fast ausschließlich ruckelfrei und ohne störende oder ausbremsende Ladepausen.

Zu einem solchen grafischen und spielerischen Überflieger gehört selbstverständlich auch ein bombastischer Sound, und der präsentiert sich bei God of War in Kinoqualität. Klirrende Schwerter, authentische Umgebungsgeräusche, fetzige Schreie der Kontrahenten sowie Monster bescheren euch hier ein akustisches Fest für die Ohren. Dazu gesellt sich eine antike musikalische Untermalung die zudem während der großartigen gerenderten Zwischensequenzen Kinofeeling pur aufkommen lässt. Zudem bietet der Titel eine ordentliche deutsche Lokalisierung, die mit professionellen Synchronsprechern besetzt wurde. Hier gibt es wahrlich überhaupt nichts zu beanstanden.

Fazit

Fantastisch! Anders kann man Kratos Abenteuer auf der Suche nach Pandoras Büche eigentlich nicht beschreiben. God of War gehört audiovisuell und aus spielerischer Sicht heraus betrachtet, mit zum Besten, das derzeit für die PlayStation 2 erhältlich ist. Wenn sich der grimmige Spartaner durch die hervorragend in Szene gesetzten Areale prügelt und in der Wüste der Verdammten Seelen den schreienden Sirenen die Genicke bricht, bleibt einfach kein Auge trocken. Das Spiel besticht ganz klar durch seine opulente grafische Inszenierung sowie dem gelungen Mix eines sehr abwechslungsreichen Gameplays mit einem schon fast perfekten Kampfsystem. Bis zum Finale hin lässt das Spiel keine Langeweile aufkommen und fesselt euch gnadenlos an das Gamepad. Aufgrund des sehr hohen Gewaltfaktors ist das Spiel allerdings nur für Erwachsene gedacht, was sich auch am verspäteten Erscheinen und der hohen USK-Einstufung deutlich widerspiegelt.

Abschließend lässt sich sagen, das God of War ein Pflichtkauf für Action-Adventure-Fans ist und in jede gut sortierte Spielsammlung gehört. Derzeit gibt es in diesem Genre meiner Meinung nach kein besseres Spiel. Wer sich diesen audiovisuellen Overkill entgehen lässt, ist selbst schuld!

God of War [PS2 , Justgamers]

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